Die Altdorfer Suppen-Tradition lebt weiter

Seit dem 18. November kann in Altdorf wieder günstige «Beenälisuppä» gekauft werden.

Georg Epp
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Am vergangenen Montag, 18. November, starteten Schaffner und Suppenkoch Urs Gasser und seine Stellvertreterin Monika Arnold die 140. Suppisaison im Winkel Altdorf. (Bild: Georg Epp, Altdorf, 18. November 2019)

Am vergangenen Montag, 18. November, starteten Schaffner und Suppenkoch Urs Gasser und seine Stellvertreterin Monika Arnold die 140. Suppisaison im Winkel Altdorf. (Bild: Georg Epp, Altdorf, 18. November 2019)

Am vergangenen Montag, 18. November, startete die Suppenanstalt Altdorf im Winkel ihre 140. Suppisaison erfolgreich. Kurz nach 11 Uhr waren bereits über 20 Liter «Beenälisuppä» über die Gasse verkauft worden und auch an den Tischen konnten erste Gäste begrüsst werden.

Die Geschichte der Altdorfer Beenälisuppä begann im Jahr 1880. Der damalige Landesstatthalter Carl Muheim war Initiant der Suppenanstalt mit dem Zweck, «an jedermann, besonders an Arme, Kranke und Hilfsbedürftige, eine gute, nahrhafte Suppe zum Selbstkostenpreis abzugeben.» Nach der Gründungsversammlung vom 21. März 1880 öffnete die Suppenanstalt Altdorf am 2. November erstmals ihre Pforten in der damaligen Kaserne, dem heutigen Zeughaus auf dem Lehn. In den krisengeschüttelten 1930er-Jahren und in den Kriegsjahren fand die Suppe grossen Absatz, 1933 wurde die Rekordzahl von 7057 Litern gekochter Beenälisuppä registriert.

Lehrlinge und Schüler erhalten die Suppe gratis

Heute steht die Tradition im Vordergrund, aber Schaffner und Suppenkoch Urs Gasser und seine Stellvertreterin Monika Arnold kochen noch immer jährlich über 3000 Liter Beenälisuppä. Die Suppe ist nach wie vor sehr beliebt und jedermann, ob Regierungsrat oder Schüler, ist nach wie vor willkommen. Übrigens wird die Suppe an Schüler und Lehrlinge noch immer gratis abgegeben. «Es gibt Leute, die kommen drei bis vier Mal in der Woche, um von unserer Suppe abzuholen», freute sich Urs Gasser. Der Literpreis über die Gasse beträgt zwei Franken.

Die Suppensaison 2019/20 umfasst 44 Betriebstage (Montag bis Freitag) und endet am 31. Januar 2020. Nach wie vor gibt es keinen Personalmangel bei den ehrenamtlichen Suppenschöpfern. An jedem Betriebstag stehen vier Suppenschöpfer als treue Helfer zur Verfügung. Aktueller Präsident der Suppenanstalt Altdorf ist Toni Waser.