Die SVP gibt sich in Seedorf urchig und traditionsbewusst

Über 500 Delegierte der SVP Schweiz trafen sich am Samstag in der Rollhockeyhalle in Seedorf. Dabei zeigten insbesondere Parteipräsident Albert Rösti und Bundesrat Ueli Maurer, wo es lang gehen soll.

Markus Zwyssig
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Die Delegierten der SVP Schweiz trafen sich in der Rollhockeyhalle in Seedorf. Die SVP-Politprominenz singt mit dem Publikum die Nationalhymne.

Die Delegierten der SVP Schweiz trafen sich in der Rollhockeyhalle in Seedorf. Die SVP-Politprominenz singt mit dem Publikum die Nationalhymne.

Bild: Markus Zwyssig (Seedorf, 25. Januar 2020)

Die Urner Blaskapelle Böhmisch Plus begrüsste die SVP-Delegierten mit schmissigen Klängen. Als die Musikanten zur Eröffnung der DV die Schweizer Nationalhymne spielten, sangt die SVP-Prominenz auf der Bühne kräftig mit. Zudem hatten die «Gitschä Trychler» einen lautstarken Auftritt in der Rollhockey-Halle in Seedorf.

Die Delegierten der SVP Schweiz trafen sich in der Rollhockeyhalle in Seedorf. Die Blaskapelle Böhmisch Plus begrüsst die Gäste musikalisch.

Die Delegierten der SVP Schweiz trafen sich in der Rollhockeyhalle in Seedorf. Die Blaskapelle Böhmisch Plus begrüsst die Gäste musikalisch.

Bild: Markus Zwyssig (Seedorf, 25. Januar 2020)

OK-Präsident Robi Indergand zeigte sich in der mit über 500 Personen besetzen Halle gut gelaunt. Alles war bestens organisiert, obwohl der Kanton Uri relativ kurzfristig als Austragungsort eingesprungen war, Ursprünglich war die DV der SVP Schweiz nämlich in der Westschweiz geplant. «Die Zeit war knapp, Wir mussten alles straff organisieren und durchziehen», so Indergand. Er konnte von seinem Know-How, das er bei zahlreichen Grossanlässen der Schwinger gesammelt hatte, profitieren. Zudem, so Indergand, habe er Leute im achtköpfigen OK, auf die er sich verlassen könne. Die SVP Schweiz sorgte für die Bühne sowie die Technik. Für das leibliche Wohl war das «Uristier»-Event- und-Catering zuständig.

Die Delegierten der SVP Schweiz trafen sich in der Rollhockeyhalle in Seedorf. Christian Arnold begrüsste die Gäste.

Die Delegierten der SVP Schweiz trafen sich in der Rollhockeyhalle in Seedorf. Christian Arnold begrüsste die Gäste.

Bild: Markus Zwyssig (Seedorf, 25. Januar 2020)

Flammende Reden und klare SVP-Doktrin

Christian Arnold, Präsident der SVP Uri, hiess die Delegierten in Seedorf willkommen. Albert Rösti, Nationalrat und Präsident der SVP Schweiz, hielt eine flammende Rede gegen eine Schweiz mit 10 Millionen Einwohnern. Bundesrat Ueli Maurer zeigte auf, was die Herausforderungen für die Schweiz in den nächsten vier Jahren sind. Nationalrat Thomas Aeschi blickte über die Grenzen nach Europa und zog entsprechende Schlüsse für die Schweiz. Nationalrat Marcel Dettling sprach darüber, wie Eliten und Manager der Grosskonzerne die Bevölkerung einseifen und über den Tisch ziehen wollen. Nationalrätin Céline Amaudruz sagte, die Menschen in den Schweizer Grenzregionen brauchten endlich Schutz vor brutalen Kriminellen aus Frankreich und Italien.

Die Delegierten der SVP Schweiz trafen sich in der Rollhockeyhalle in Seedorf. Parteipräsident Albert Rösti wehrte sich gegen eine Schweiz mit 10 Millionen Einwohnern.

Die Delegierten der SVP Schweiz trafen sich in der Rollhockeyhalle in Seedorf. Parteipräsident Albert Rösti wehrte sich gegen eine Schweiz mit 10 Millionen Einwohnern.

Bild: Markus Zwyssig (Seedorf, 25. Januar 2020)

Florian Arnold, Redaktionsleiter dieser Zeitung, moderierte ein kontradiktorisches Podium zum revidierten Jagdgesetz. Die Meinungen waren in den Reihen der SVP aber offensichtlich gemacht. Eine klare Mehrheit in der Halle sprach sich für Gesetz aus.

Die Delegierten der SVP Schweiz trafen sich in der Rollhockeyhalle in Seedorf.

Die Delegierten der SVP Schweiz trafen sich in der Rollhockeyhalle in Seedorf.

Bild: Markus Zwyssig (Seedorf, 25. Januar 2020)

Rösti: Urner sind Menschen, die das Geld noch selber verdienen

Albert Rösti hatte im Gespräch mit dieser Zeitung am Rande der DV viel Lob für die Urner. Er sei sehr herzlich empfangen worden. Bereits am Freitagabend war der Berner Oberländer auf dem Altdorfer Unterlehn bei «SVP bi dä Lyt» dabei. «Ich bin in Kandersteg aufgewachsen. Da fühlt man sich bei den Urnern unter seinesgleichen.» Der urchige Dialekt gefalle ihm. Man merke, die Leute seien bodenständig und müssen arbeiten. «Das sind Menschen, die das Geld noch selber verdienen.» In Uri seien die Probleme ähnlich wie im Berner Oberland. Das Verständnis der Städter für das Ländliche nehme massiv ab. «Wir müssen zusammen halten.»

Rösti verheimlichte nicht, dass die SVP Schweiz mit dem Austragungsort auch Wahlhilfe betreibe. Er zeigte sich von den Qualitäten sowohl von Christian Arnold als auch von Pascal Blöchlinger überzeugt. «Wenn beide in den Regierungsrat gewählt würden, wäre dies das Tüpfchen aufs i.»

Die Delegierten der SVP Schweiz trafen sich in der Rollhockeyhalle in Seedorf. Die "Gitschä Trychler" begrüssen sie lautstark.

Die Delegierten der SVP Schweiz trafen sich in der Rollhockeyhalle in Seedorf. Die "Gitschä Trychler" begrüssen sie lautstark.

Bild: Markus Zwyssig (Seedorf, 25. Januar 2020)

«Uri wird nie der erste Kanton der Schweiz, aber der schönste»

Bundesrat Ueli Maurer, wo sehen Sie Chancen für den Kanton Uri?

Eine intakte Umwelt, eine gute Infrastruktur und vor allem eine sehr arbeitssame und innovative Bevölkerung. Das ist das Potenzial für die nächsten Jahre für Uri.

Mit welchen Problemen muss der kleine Bergkanton kämpfen?

Die Steuerkraft ist tief. Die Urner müssten schauen, dass sie das noch ein bisschen verbessern können. Es hat gewisses Potenzial für Gewerbe und Industrie im Urner Talboden. Ehrlicherweise muss man aber sagen, dass der Kanton schon ein bisschen ab vom Schuss ist. Uri wird nie der erste Kanton der Schweiz, aber der schönste.

Wie erleben Sie den Kanton Uri und die Bevölkerung?

Es ist gut, nach Uri zu kommen. Meistens fährt man sonst durch den Kanton ohne anzuhalten. Uri war schon immer ein wichtiger Durchgangskanton. Die Menschen hier sind einerseits sehr offen. Andererseits sind sie auch sehr traditionsbewusst. Es ist ein Kanton für die SVP.  

In der CVP wird über das C diskutiert. Gibt es bei der SVP auch Diskussionen wegen dem Namen?

Nein, wir haben keine Probleme mit dem Namen. Wir sind eine Schweizerische Volkspartei. Wenn die CVP keine christliche Partei mehr sein will, dann bieten wir sicher Asyl.