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Diese Urner arbeiten an Heiligabend, statt zu feiern

Nicht alle können Heiligabend mit der Familie verbringen. Bei der Polizei, beim EWA, im Seniorenzentrum Ursern, bei der Auto AG oder im Spital sind Mitarbeiter im Einsatz für den öffentlichen Verkehr, fürs Wohl der Mitmenschen und für die Sicherheit.
Markus Zwyssig

Er überwacht das Herzstück des EWA

Bruno Walker aus Altdorf arbeitet am Heiligabend in der Netzleitstelle des EWA. (Bild: Markus Zwyssig)

Bruno Walker aus Altdorf arbeitet am Heiligabend in der Netzleitstelle des EWA. (Bild: Markus Zwyssig)

Bruno Walker (56) aus Altdorf schaut in der EWA-Leitstelle, dass der Kanton Uri an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr mit Strom versorgt wird. Besonders wichtig ist dies an Heiligabend, damit die Lichter nicht ausgehen. «Früher, als die Kinder klein waren, habe ich geschaut, dass ich Heiligabend mit der Familie feiern kann.» Inzwischen sind seine beiden Söhne erwachsen. Zudem muss auch seine Lebenspartnerin über die Festtage arbeiten. «Uns ist es wichtiger, etwas feines zu Mittag zu essen.» Walker hat ursprünglich Netzelektriker gelernt. Heute arbeitet er als so genannter Energie-Dispatcher beim EWA. Schnell reagieren muss er auf der Leitstelle in Altdorf. Sie ist das Herzstück des EWA, die Energieschaltzentrale von Uri. Von hier aus werden alle Kraftwerke und die Netzanlagen von EWA gesteuert und überwacht. Wenn irgendwo der Strom ausfällt, muss Walker sofort reagieren. «Vor allem bei einem Föhnsturm kann es hektisch werden», sagt er. Bei einem Stromunterbruch muss Walker rasch Pikettleute aufbieten, welche vor Ort versuchen, den Schaden zu beheben. In der Nacht arbeitet er alleine. Wenn aber viel los ist, kann er Hilfe aufbieten. Walker arbeitet seit 25 Jahren im Schichtbetrieb. «Die Vorteile überwiegen», sagt er. So kann er während der Woche, wenn weniger Leute unterwegs sind, seinen Hobbies Skifahren, Töfffahren oder Fischen frönen. (MZ)

In den Dörfern wird die Stimmung besinnlich

Bernhard Rösing aus Erstfeld ist an Heiligabend als Chauffeur der Auto AG Uri im Einsatz. (Bild: Markus Zwyssig)

Bernhard Rösing aus Erstfeld ist an Heiligabend als Chauffeur der Auto AG Uri im Einsatz. (Bild: Markus Zwyssig)

Bernhard Rösing (57) aus Erstfeld ist am 24. Dezember bis 23 Uhr als Chauffeur der Auto AG Uri unterwegs. Bereits im vergangenen Jahr habe er an Heiligabend gearbeitet, sagt er. Es sei fast ein bisschen besinnlich gewesen, als er am Abend durch die Dörfer gefahren sei, erinnert er sich. «Von der Hektik der vorhergehenden Tage war nichts mehr zu spüren. Alle sind dann zu Hause am Feiern.» An Heiligabend seien nicht so viele Leute unterwegs wie sonst. «Viele nehmen den Bus statt ihr eigenes Auto, wenn sie an ein Familienfest gehen», weiss Rösing. Dadurch könnten sie sich auch ein Bier oder ein Glas Wein genehmigen. «Am späteren Abend steigen sie dann wieder bei mir ein, um nach Hause zu fahren.» Zudem würden dann auch jüngere Leute in den Bus einsteigen, die zuerst zu Hause gefeiert haben und sich erst dann mit ihren Kollegen treffen. Als seine Kinder noch klein waren, habe er darauf geachtet, dass er an Heiligabend jeweils zu Hause gewesen sei, so Rösing. Damals arbeitete er als Bäcker und begann am frühen Morgen mit der Arbeit. Seit seinem Wechsel zur Auto AG vor rund zwei Jahren arbeitet er regelmässig auch im Spätdienst. Seine eigenen Kinder seien heute erwachsen. Sohn und Tochter sind 25 respektive 27 Jahre alt. «Mit den Kindern und mit Verwandten treffen wir uns dann am 25. und 26. Dezember.»

Patienten Aufenthalt kulinarisch versüsst

Bettina Rieder aus Altdorf ist Stationsleiterin des 4. Stocks im Kantonsspital Uri. (Bild: Markus Zwyssig)

Bettina Rieder aus Altdorf ist Stationsleiterin des 4. Stocks im Kantonsspital Uri. (Bild: Markus Zwyssig)

Bettina Rieder (27) aus Altdorf ist Stationsleiterin im vierten Stock des Kantonsspitals Uri. «In den vergangenen zehn Jahren habe ich an Weihnachten meistens gearbeitet», sagt sie. Im Spital sei es in der Regel an Heiligabend ruhig. «Wenn immer möglich dürfen die Patienten vor Weihnachten nach Hause», erklärt die Stationsleiterin. In dieser Zeit bleibe für die Patientenbetreuung besonders viel Zeit und auch die Besuche von Verwandten und Angehörigen sind über die Festtage häufiger. «Für die Patienten, die über Weihnachten im Spital sind, ist es aber nicht einfach», sagt Rieder. «Vielen von ihnen geht es gesundheitlich nicht gut.» Daher mache man den Patienten den Aufenthalt so erträglich wie möglich. Festliche Menüs wie beispielsweise Filet im Teig und zum Dessert sternförmige Glace oder einen Kuchen in Form eines Schlittens werden serviert. Bei den Arbeitseinsätzen über die Weihnachtstage und Silvester wird auf die Wünsche der Mitarbeiter Rücksicht genommen. Oftmals verbringen Mitarbeiter mit kleinen Kindern die Weihnachtstage gerne Zuhause und sind dann über Silvester im Einsatz. Bettina Rieder ist verlobt und feiert bei den Eltern. Für sie spielt es keine Rolle, wann sie feiern kann. «Viel wichtiger als der Zeitpunkt ist es, dass man sich Zeit füreinander nimmt», sagt die Stationsleiterin.

Vielleicht reicht es für Fondue oder Raclette

Karl Walker arbeitet an Heilgabend in der Alarm- und Einsatzzentrale im Werkhof Flüelen. (Bild: Markus Zwyssig)

Karl Walker arbeitet an Heilgabend in der Alarm- und Einsatzzentrale im Werkhof Flüelen. (Bild: Markus Zwyssig)

Karl Walker (53) aus Gurtnellen arbeitet an Heiligabend in der Einsatzzentrale der Kantonspolizei Uri im Werkhof Flüelen. Sein Dienst dauert bis Weihnachtsmorgen um 6.30 Uhr. Für den Vater zweier erwachsener Kinder ist das kein Problem. «Es ist eigentlich ein Arbeitseinsatz wie jeder andere», sagt er. Das ganze sei eine Einstellungssache. Das Fest mit der Familie findet nun halt am 25. Dezember statt. Da gebe es Geschenke und etwas Feines zu Essen. In der Einsatzzentrale kommt über die Festtage auch Weihnachtsstimmung auf. Ein geschmückter Christbaum fehlt nicht. «An Weihnachten wird es vermutlich ruhig sein», sagt Walker. «Die Menschen sind zu Hause am Feiern, nur wenige sind unterwegs. Viel Arbeit bescheren würde uns aber starker Schneefall oder ein heftiger Sturm.» Wenn das Wetter aber keine Kapriolen macht, haben die beiden Mitarbeiter in der Einsatzzentrale morgens um 1 oder 2 Uhr Zeit, gemeinsam mit den beiden Polizeipatrouillen ein Fondue oder ein Raclette zu essen. «Natürlich müssen wir ganz in der Nähe bleiben und sofort reagieren, wenn etwas passiert.» Bei der Einsatzzentrale gehen die Notrufe 112, 117 und 118, Telefonate, Funksprüche und elektronische Brand- und Objektschutzalarme ein. Bei einem Notfall müssen Einsatzkräfte der Polizei und von Partnerorganisationen wie Feuerwehr, Sanität oder der Winterdienst aufgeboten werden.

An Weihnachten gibt es Chateaubriand

Michael Aeschbacher arbeitet im Seniorenzentrum Andermatt und kocht für Heiligabend ein exquisites Menü. (Bild: Carmen Epp)

Michael Aeschbacher arbeitet im Seniorenzentrum Andermatt und kocht für Heiligabend ein exquisites Menü. (Bild: Carmen Epp)

Küchenchef Michael Aeschbacher (47 Jahre) aus Andermatt arbeitet am Heiligabend im kürzlich eröffneten neuen Seniorenzentrum in Andermatt. «Am 24. Dezember gibt es bei uns am Mittag ein kleineres Menü, dafür dann am Abend etwas ganz Spezielles», erklärt er. Das Menü für Weihnachten tönt vielversprechend: Als Vorspeise gibt es Papaya carpaccio di copa, als Hauptspeise folgt ein Chateaubriand, als Dessert gibt es ein Parfait grand marnier. «Beim Dreigänger an Heiligabend schauen wir nicht aufs Budget, und auch ein Glas Wein gehört für alle, die mögen, auf Kosten des Hauses dazu.» Aeschbacher ist verheiratet und hat einen siebenjährigen Sohn. «Privat ist es bei uns Tradition, dass wir am 24. Dezember bei meiner Mutter eingeladen sind», sagt er. Die Familie sei bereits am Essen, wenn er abends um 20.30 bis 21 Uhr nach getaner Arbeit bei ihnen eintreffe. «Für mich reicht es dann noch aufs Dessert und zum Geschenkeauspacken», so Aeschbacher. An Silvester komme dann der Gegenbesuch: «Dann ist meine Mutter bei uns zu Gast.» Das treffe sich gut, denn die Mutter arbeite über Silvester und Neujahr. Früher, als er noch ohne Familie in der Gastronomie gearbeitet habe, sei es die strengste Zeit im Jahr gewesen. «Mit eigenen Kindern ist die Weihnachtszeit schon speziell. Sie bekommt eine ganz andere Bedeutung, wenn man Familienvater ist.»

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