Altdorf: Dieses Duo rockt so energisch wie eine ganze Band

Der in Altdorf wohnhafte Nidwaldner Roli Würsch ist mit The Hydden bald in der Schweiz und in Deutschland unterwegs.

Markus Zwyssig
Drucken
Teilen
Schlagzeuger Roli Würsch (links) und Gitarrist Roger Hämmerli veröffentlichen am Freitag ein neues Album. (Bild: PD)

Schlagzeuger Roli Würsch (links) und Gitarrist Roger Hämmerli veröffentlichen am Freitag ein neues Album. (Bild: PD)

Sie sind zwar nur zu zweit. Wenn sie auf der Bühne stehen, geht aber im wahrsten Sinn des Wortes die Post ab. «Uns gibt es nur laut. Wir machen keine Kompromisse», sagt Roli Würsch. Der in Altdorf lebende Schlagzeuger mit Nidwaldner Wurzeln bildet mit Gitarrist Roger Hämmerli das Rock-Duo The Hydden. Am Freitag erscheint ihr zweites Album «Vagabond Songs». Bereits am Mittwoch, 13. November, sind sie im «Rockspecial» von Dominic Dillier (SRF 3, 20.03 Uhr) zu hören. Und am 23. November rocken sie im «Vogelsang» in Altdorf.

Roli Würsch ist auch Schlagzeuger bei Al-Berto & The Fried Bikinis. Kürzlich trat er mit der Band im «Vogelsang» auf. Das Zusammenspielen mit den Musikern gefalle ihm sehr gut. «Als Schlagzeuger bin ich aber Begleiter und Unterstützer», sagt Würsch. Mit seiner eigenen Band The Hydden kann er sich viel stärker ins Zeug legen. «Da kann ich mit dem Drive spielen, wie sich das ein Schlagzeuger vorstellt. Mein Instrument wird gleich bedeutend für den Song wie die Gitarre, der Bass oder der Gesang.»

Tickets und CDs zu gewinnen

(MZ) Die «Urner Zeitung» verlost 1 mal 2 Tickets für das Konzert von The Hydden am Samstag, 23. November, im Kellertheater im Vogelsang. Zudem gibt es zwei CDs zu gewinnen. Die Gewinner werden unter den Einsendern verlost. Bitte senden Sie ein E-Mail an redaktion@urnerzeitung.ch. Vergessen Sie nicht, Ihre Adresse und Telefonnummer anzugeben. Einsendeschluss ist Freitag, 12 Uhr.

Schnell auf ein unerwartet grosses Echo gestossen

Bereits das erste Album «Anthems For The Wild And Hungry» von The Hydden stiess bei Dominic Dillier auf offene Ohren. Nachdem der Moderator Songs daraus im Radio vorgestellt hatte, erhielt die Band dafür auf SRF 3 viele Ehrungen wie «Song des Tages» und «Platte der Woche». Und: Sie schafften es auf eine Spotify-Playlist, was ihnen inzwischen über 250’000 Streams eingebracht hat.

Die Band habe Glück gehabt, blickt Würsch zurück. «Als Rockband hat man es in der Schweiz generell schwierig. Die Radiostationen sind halt eher auf eingängige poppige Songs ausgerichtet.» Würsch hat auch beruflich mit Musik zu tun. Er arbeitet in einem 80-Prozent-Pensum beim Schlagzeugshop Glanzmann in Altishofen.

Aufgenommen haben sie ihre beiden Alben in Toronto in Kanada. «Wir spürten den Groove der grossen Stadt», so Würsch. «Das vermittelte ein anderes Flair für unsere Musik. Wir konnten uns voll und ganz auf unsere Songs konzentrieren.» Weil sie mit dem Resultat sehr zufrieden waren, nahmen sie die zweite Scheibe am selben Ort auf. Diesmal blieben sie für die Aufnahmen nicht nur eine Woche, sondern sogar noch zwei Tage länger.

Familie unterstützt hartes Musikerleben

Nun werden die Songs auch live vorgestellt. Die Band spielt rund zwanzig Konzerte bis Ende Jahr. Vor Weihnachten ist das Duo zehn Tage lang in Deutschland unterwegs. Auf Tour zu sein, sei anstrengend. Vor allem in Deutschland legt man von einem Auftrittsort zum nächsten viele Kilometer zurück. Die beiden Musiker sitzen selber hinter dem Steuer. Auch für den Auf- und Abbau am Konzertort sind sie verantwortlich. Zudem stehen sie nach den Auftritten hinter dem Merchandisingstand. «Es wird morgens um 2 Uhr, bis wir im Hotel sind. Um 10 Uhr geht es schon wieder weiter.» Dass Roli Würsch all das mit seinem Bandkumpel Roger Hämmerli machen kann, hat er seiner Familie, der Verwandtschaft und seinen Freunden zu verdanken. «Mit der Musik verdiene ich unter dem Strich nichts, ich zahle eher noch drauf», sagt der 38-Jährige. Seine Frau Jenny ist sehr offen für das Hobby ihres Mannes und arbeitet zudem in einem 40-Prozent-Pensum.

Roli Würsch kommt zwar ursprünglich aus Nidwalden. Seit vier Jahren wohnt er in Altdorf. In Uri hat er aber schon früher immer wieder in wechselnden Besetzungen Musik gemacht. Unvergessen geblieben ist ihm ein Auftritt mit der damaligen Urner Band Music Picture. Als Schlagzeuger half er 1999 mit, für den Auftritt von Züri West im ausverkauften «Winkel» in Altdorf einzuheizen. «Wir waren unglaublich aufgeregt vor dem Konzert.»

Und wie sieht es jetzt aus? «Beim ersten Album haben wir einfach gespielt, was uns Spass machte», sagt Würsch. Diesmal sei er nervöser und spüre bedeutend mehr Druck als zu Beginn. «Mit unserem ersten Album haben wir Erwartungen geweckt. Wir sind gespannt, wie unsere neuen Songs ankommen werden», so der Schlagzeuger.

Das Ypsilon im Namen hilft beim Finden im Internet

The Hydden heisst auf Deutsch so viel wie das Versteckte. «Wir schreiben uns mit einem Ypsilon damit man uns besser findet, wenn man uns googelt.» Wobei: Verstecken, wie ihr Name suggeriert, wollen sie sich nicht. Bei Konzerten platzieren sie sich links und rechts am Bühnenrand. Das Publikum sieht die Musiker von der Seite. «Wir wollen die Leute spüren. Sie sollen mitmachen und bei einem Konzert zu einem Teil der Band werden.» Die beiden Musiker sind sehr intensiv damit beschäftigt, neue Songs zu schreiben. Diese entstehen bei «Jams» im Proberaum. Sie treffen sich in Zürich und ab und zu in Luzern. In den Texten verarbeitet Roger Hämmerli eigene Erlebnisse. «Manchmal geht es aber auch um Gesellschaftskritik», sagt Würsch. «Was mit unserem Klima passiert, das geht uns alle an.» Ihm ist aber auch klar, dass man als Band auf Tour nicht darum herum komme, Auto, Bus und dann und wann das Flugzeug zu nehmen.

Am Samstag, 23. November, stellen The Hydden ihre neuen Songs im «Vogelsang» vor. Im Vorprogramm spielt die Urner Band Trapped Bull. Weitere Infos gibt es unter www.kiv.ch.