Digitalisierung soll in abgelegenen Urner Dörfern die Grundversorgung garantieren

Diskussionsabende mit der Bevölkerung sollen aufzeigen, was in den Dörfern an digitalen Angeboten gewünscht wird. Der Bund unterstützt das Projekt.

Markus Zwyssig
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Digitale Kommunikationsmittel wie Whatsapp oder SMS schaffen insbesondere in Randgebieten neue Möglichkeiten.

Digitale Kommunikationsmittel wie Whatsapp oder SMS schaffen insbesondere in Randgebieten neue Möglichkeiten.

Symbolbild: Christian Beutler / Keystone (Altdorf, 9. Mai 2018)

Die Grundversorgung in einem Kanton wie Uri mit seiner dezentralen Besiedlung aufrechtzuerhalten, ist ein schwieriges Unterfangen. Denn auch für die Bevölkerung wichtige Versorger wie Dorfläden kämpfen ums Überleben. «Im Zuge des Strukturwandels werden immer mehr traditionelle Standorte der täglichen Grundversorger hinterfragt», sagt Markus Frösch gegenüber unserer Zeitung. Er leitet die kantonale Koordinationsstelle Organisationsentwicklung und E-Government. Neben dem Dorfladen sind beispielsweise auch Post- oder Bankfilialen betroffen. Aber auch andere Grundversorger kämpfen mit den teuren Strukturen einer ländlichen Versorgung.

«Die Digitalisierung schafft jedoch für solche Siedlungsgebiete neue Möglichkeiten und Kooperationen», gibt sich Frösch überzeugt. Beispiele gebe es bereits einige in der Schweiz. «Wir müssen nicht alles neu erfinden. Jedoch möchten wir einen Schritt weitergehen und möglichst viele Grundversorger in Lösungen miteinbeziehen», wünscht sich Frösch. Digitale Kommunikationsmittel wie Whatsapp oder SMS könnten die Zusammenarbeit für alle vereinfachen.

Nun gehe es darum, herauszufinden, was die Bedürfnisse der Bevölkerung sind. Mit dem Projekt «Digitale Grundversorgung» sollen Erwartungen und Wünsche zur Grundversorgung in den Dörfern aufgenommen werden. Danach soll geprüft werden, welche Angebote möglich sein könnten. «Gerade auch die Coronapandemie hat gezeigt, dass neue Mittel der Zusammenarbeit, der gegenseitigen Unterstützung und der Abdeckung der Grundversorgung nötig sind», sagt Frösch. «Wir wollen das Leben, Wohnen und Arbeiten in unserem Kanton stärken und verbessern.»

Diskussionsabende sollen nach den Sommerferien starten

Geplant sind daher drei Diskussionsabende mit der Bevölkerung. Dabei soll den unterschiedlichen lokalen Voraussetzungen und Anforderungen der einzelnen Regionen im Kanton Uri Rechnung getragen werden. So soll es Gruppen für das Oberland, die Seitentäler und Randregionen sowie für die Agglomeration geben. Begleitet werden die Anlässe durch Workshops mit den Dienstleistern der Grundversorgung und den Gemeinden. «So besteht die Möglichkeit, auf die Erkenntnisse aus den Diskussionsabenden einzugehen und neue Kooperationsmodelle und digitale Möglichkeiten zwischen den Dienstleistern der Grundversorgung aufzubauen», so Frösch. Geplant ist, dass diese Veranstaltungen nach den kommenden Sommerferien beginnen und im Frühjahr 2021 abgeschlossen sind.

Unterstützung gibt es dabei auch vom Bund. Der Kanton Uri nutzt die Gelegenheit, sich mit diesem Projekt, dass die Digitalisierung für die Grundversorgung nutzen will, am Programm «Modellvorhaben nachhaltige Raumentwicklung 2020–2024» des Bundes zu beteiligen.

Zahlreiche Grundversorger sind am Projekt interessiert

«Die Projektleitung konnte bereits viele Urner Grundversorger für das Projekt gewinnen», sagt Frösch. Nun ruft sie die Bevölkerung auf, mitzumachen. «Ihr kommt die wichtigste Aufgabe zu. Ideen und Meinungen sind gefragt», so Frösch. Ab sofort können sich Interessierte unter www.ur.ch/movo informieren.

Hinweis: Unter umfrageonline.ch/s/movo-workshop-anmeldung kann sich die Bevölkerung direkt für das Projekt mit den Diskussionsabenden anmelden.