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Urner Lenker werden auf ihren Lärm aufmerksam gemacht

Vor dem historischen Museum in Altdorf ist seit Freitag ein öffentliches Lärmmessgerät installiert. Mit einer Kampagne will das Amt für Umweltschutz aufzeigen, welchen Beitrag alle Fahrzeuglenker zu einer ruhigeren Umgebung beitragen können.
Florian Arnold
Dieses Display vor dem historischen Museum in Altdorf zeigt Lenkern ihre Lautstärke an. (Bild: Florian Arnold, 12. April 2019)

Dieses Display vor dem historischen Museum in Altdorf zeigt Lenkern ihre Lautstärke an. (Bild: Florian Arnold, 12. April 2019)

Dass Autofahren der Umwelt schadet, ist jedem bewusst, der sich an ein Lenkrad setzt. Doch denkt man dabei vor allem an den Ressourcenverbrauch oder an Abgase. Vergessen geht oft der Lärm. Das will das Amt für Umweltschutz Uri nun ändern.

Es rauscht vor dem historischen Museum an der Gotthardstrasse in Altdorf. Amtsvorsteher Alexander Imhof muss beim Sprechen immer wieder lauter werden, damit man ihn versteht. Unmittelbar neben dem Trottoir ist eine grosse Wand mit einem Display platziert. Die Lichter darauf leuchten je nach Lärm, den die vorbeifahrenden Fahrzeuge von sich geben. Das Display läuft nun während zwei Wochen und steht im Zusammenhang mit dem schweizerischen Tag des Lärms, der am 24. April begangen wird.

«Lärm. Stress. Herzinfarkt.»

«Lärm stört nicht nur, sondern er hat auch gesundheitliche Auswirkungen», sagt Alexander Imhof. Auch wenn man das Gefühl habe, dass man sich an den Lärm gewöhnen könne, so nehme ihn der Körper dennoch auf, «denn das Gehör schläft nie». So kann denn der Lärm längerfristig schwere Folgen mit sich ziehen. «Lärm. Stress. Herzinfarkt.» Steht es auf einem Plakat, das ebenfalls Teil der Kampagne ist.

Lärm verursache denn auch hohe Gesundheitskosten. Aber auch die Massnahmen, die man dagegen ergreife, seien kostspielig. «Man kann viel machen gegen Lärm», erklärt Imhof. So werde etwa die Quelle mit lärmarmen Belägen bekämpft – beispielsweise auf einem A2-Abschnitt in Silenen. Effektiv seien auch Geschwindigkeitsreduktionen. Schweizweit werde es darum noch mehr 30er-Zonen geben. Doch im Kanton Uri sind vorläufig keine weiteren Tempo-30-Projekte geplant. Denn hier sei man schon etwas weiter, was die Lärmschutzsanierungen betreffe. Dabei wurde oft das Mittel von Fenstersanierungen gewählt. «Diese helfen aber logischerweise nur den Menschen drinnen.» Lärmschutzwände würden hingegen wiederum das Landschaftsbild stören.

Am Lärmschutz beteiligen kann sich aber auch jeder Fahrzeuglenker. «Zum einen kann beim Kauf auf ein lärmarmes Fahrzeug gesetzt werden, aber vor allem die Pneus sind ausschlaggebend». Dies gehe bei Elektrofahrzeugen oft vergessen. Nicht zuletzt hat auch eine angemessene Fahrweise einen grossen Einfluss. Folgende Tipps hat das Amt bereit: starten, ohne Gas zu geben; im höchstmöglichen Gang mit wenig Gas fahren; vorausschauend fahren ohne unnötige brüske Brems- und Beschleunigungsmanöver; verlangsamen durch Bremsen und nicht mit dem Motor durch Zurückschalten; den Motor auch bei kurzem Anhalten abschalten.

Die Daten werden nicht aufgezeichnet

Im Rahmen der Kampagne sind auf dem Lehn in Altdorf auch Informationstafeln aufgestellt worden. Hauptattraktion ist aber mit Sicherheit das Lärmdisplay vor dem historischen Museum. Gewöhnliche Autos erreichen darauf etwa einen Wert von 70 Dezibel, Lastwagen von 80 und Traktoren von 85. «Dies einzuordnen ist nicht ganz einfach», erklärt Niklas Joos, Leiter Abteilung Immissionsschutz. Denn die Dezibel-Skala ist nicht linear. So empfinde der Mensch einen Unterschied von 10 Dezibel als ungefähr doppelt so laut, erklärt Joos. Alexander Imhof betont: «Die Daten werden nicht aufgezeichnet.» Das Display soll somit sensibilisieren. Und vielleicht bringt die Kampagne auch den einen oder anderen dazu, die effektivste Lärmschutzmethode umzusetzen: auf die Autofahrt zu verzichten und stattdessen den öV oder das Velo zu benützen.

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