DOKUMENTARFILMERIN: Irene Marty kennt das wahre Burma

Wenn Irene Marty wieder nach Burma einreisen würde, würde sie sofort verhaftet. Weil sie in ihren Filmen zeigt, was das Militär-Regime verheimlichen will.

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Irene Marty zwischen Freiheitskämpfer General Bo Mya (links) und dessen Sohn. Die Freiheitskämpfer wollen sich gegen die Gewalt wehren. (Bild pd)

Irene Marty zwischen Freiheitskämpfer General Bo Mya (links) und dessen Sohn. Die Freiheitskämpfer wollen sich gegen die Gewalt wehren. (Bild pd)

Es gab eine Zeit, da war Burma von der Welt vergessen. Seit «Nargis» ist das anders. Seit dem Wirbelsturm und seinen dramatischen Folgen reden sie alle wieder von Burma, das Land hat das Mitgefühl der anderen Staaten.

Bei der Altdorfer Filmemacherin Irene Marty ist das Mitgefühl schon lange da. «Ich weiss schon lange von der Brutalität der Militär-Junta und habe sie auch dokumentiert. Immer muss zuerst Schlimmes passieren, bis die Welt endlich hinschaut», sagt sie.

Eine besondere Geschichte seit 1998
Irene Marty und Burma, das ist eine besondere Geschichte und sie ist gut dokumentiert. Ihren Anfang nahm die Geschichte während einer grossen Reise, als die Altdorferin das Land und seine Leute für sich entdeckte. Sie reiste hin, immer wieder, und sah mit eigenen Augen, wie die Militärjunta immer stärker wurde und sich das Land unter der Militärherrschaft veränderte.

1998 widmete Irene Marty dem Land ihren ersten Film: «Mingalaba». Dann folgte «Im Schatten der Pagoden» und zeigte, wie Minderheiten unter der Militärdiktatur leiden. Die Dramatik des Films weckte das Interesse der Medien. «Im Schatten der Pagoden» wurde an vielen internationalen Filmfestivals vorgeführt.

Ihr neuester Film heisst «Ausgeschafft» und handelt von einem Burmesen, der zu Unrecht aus der Schweiz ausgeschafft wurde.

Über die grüne Grenze für Filmaufnahmen
«Burma ist anders, als es sich in den Touristenorten präsentiert», betont Irene Marty. Sie will, dass die Öffentlichkeit weiss, was in Burma geschieht. Die Militärjunta will das aber nicht. Das Regime will vermeiden, dass die gravierenden Menschenrechts-Verletzungen bekannt werden. Irene Marty: «Um die Filmaufnahmen über das wahre Burma machen zu können, mussten wir verdeckt drehen und mehrmals illegal über die grüne Grenze ins Land reisen.»

Irene Marty hat gesehen, wie die Menschen in Burma ausgebeutet, zwangsumgesiedelt, zu Zwangsarbeit genötigt und zum Schweigen verdammt werden. Sie hat gesehen, was niemand sehen soll. Deshalb würde Irene Marty sofort verhaftet, wenn sie wieder nach Burma einreisen würde.

Helen Busslinger-Simmen

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Montag in der Neuen Urner Zeitung.