DROGENFALL: Urner drohen 2 Jahre Haft

Ein 29-Jähriger soll mit Rauschgift gehandelt haben. Strittig ist, wie stark er an einem Deal von über acht Kilogramm «Speed» beteiligt war.

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Grund für den Überfall war die Drogensucht. (Symbolbild / Neue LZ)

Grund für den Überfall war die Drogensucht. (Symbolbild / Neue LZ)

Markus Zwyssig

Fast dreieinhalb Stunden dauerte die Verhandlung gestern vor der strafrechtlichen Abteilung des Landgerichts Uri. Einem 29-jährigen Urner wird vorgeworfen, er sei unter anderem in den Handel von mehr als 8 Kilogramm Amphetamin («Speed») verwickelt gewesen. Die Urner Kantonspolizei stellte diese grosse Menge Drogen vor mittlerweile fünf Jahren in den Räumlichkeiten des Angeklagten in Altdorf sicher. Der Mann hatte eine Tasche im Studio gelagert, das zu seiner Wohnung gehörte. Die Staatsanwaltschaft ist davon überzeugt, dass der Angeklagte den Inhalt der Tasche gesehen oder zumindest in Kauf genommen hatte, dass sich darin eine grosse Menge Amphetamin befand.

Happige Vorwürfe

Die Straftatbestände, welche die Staatsanwaltschaft dem Mann zur Last legt, wiegen schwer. So ist er angeklagt, Betäubungsmittel gekauft, besessen und gelagert zu haben. Er soll vorsätzlich Hilfe zum Kauf von Betäubungsmitteln geleistet haben. Zudem wird er der Hehlerei beschuldigt, der Widerhandlung gegen das Strassenverkehrsgesetz sowie der Gefährdung des Lebens. Die Staatsanwältin forderte gestern eine unbedingte Freiheitsstrafe von 2 Jahren und eine Busse von 500 Franken.

«Der Angeklagte hat eine Menge von Betäubungsmitteln besessen und gelagert, von der er gewusst haben muss, dass sie die Gesundheit vieler Menschen in Gefahr bringen kann», sagte die Staatsanwältin. Zudem habe er mehrmals Rauschgift verkauft. Der Hehlerei mache er sich schuldig, weil er ein Natel weit unter dem Verkaufspreis gekauft habe. Der Angeklagte müsse sich im Klaren gewesen sein, dass dieses ein anderer durch eine strafbare Handlung erlangt habe. Bei einer skrupellosen Autofahrt habe er, nachdem ihm fristlos gekündigt worden sei, auf dem Gelände seines ehemaligen Arbeitgebers zwei Personen in Lebensgefahr gebracht. Zudem sei an einem parkierten Auto ein Schaden von 15 000 Franken entstanden.

Braucht es weitere Befragungen?

Der Verteidiger hatte bei einem Gerichtstermin Anfang März den Antrag gestellt, den Fall an die Staatsanwaltschaft zurückzuweisen. Seinem Ansinnen wurde aber nicht stattgegeben. Der Rechtsanwalt bezeichnete die Anklageschrift gestern erneut als ein Sammelsurium zusammenhangsloser Fakten. «Weitere Befragungen beteiligter Personen sind dringend notwendig», so der Verteidiger. Diese wüssten mehr, als sie ausgesagt hätten. In das Drogendelikt verwickelt sind mutmasslich weitere Täter, für welche die Staatsanwaltschaft separate Verfahren eröffnete. Der Verteidiger pochte darauf, dass alle Beteiligten in einem einheitlichen Verfahren vor Gericht gebracht werden sollen.

Die grosse Menge von über acht Kilogramm Amphetamin wolle man seinem Mandanten in die Schuhe schieben. Der Angeklagte habe einzig mit Marihuana gehandelt, nie aber mit Kokain oder anderen Drogen. Der Vorwurf der Hehlerei sei ein Rätsel: Der Preis für das gebrauchte Handy sei mehr als marktgerecht gewesen. Bezüglich des angeblichen Vergehens gegen das Strassenverkehrsgesetz und der Gefährdung des Lebens stelle er den Antrag auf einen Augenschein und auf eine Expertise des mutmasslich angerichteten Schadens. Er überlege sich, eine Strafanzeige gegen den ehemaligen Arbeitgeber des Angeklagten wegen Nötigung einzureichen. Angemessen sei insgesamt eine ­bedingte Strafe von 12 Monaten. Zudem solle man ambulante Massnahmen anordnen und dem Angeklagten einen Bewährungshelfer zur Seite stellen.

In den kommenden Wochen folgen vor Landgericht Uri weitere Verhandlungen mutmasslich am Drogen-Deal Beteiligter. Seitens des Gerichts hiess es, die Verfahren würden gemeinsam betrachtet und die Urteile im Anschluss gesprochen.