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Jonas Russi läuft nach 86 Stunden Berglauf ins Ziel

Der Andermatter hat im Wallis ein Rennen über 364 Kilometer erfolgreich bestritten. Dafür hat er über dreieinhalb Tage gebraucht.
Jonas Russi überwindete Tausende von Höhenmetern. (Bild: PD)

Jonas Russi überwindete Tausende von Höhenmetern. (Bild: PD)

(ml) Vom 1. bis 8. September hat der Swisspeaks Trail im Kanton Wallis stattgefunden. Die ambitionierten Läuferinnen und Läufer konnten wählen zwischen 360, 170 und 90 Kilometern sowie dem klassischen Marathon und dem Halbmarathon.

Besonders der Ultra Trail mit 364 Kilometern ist ein Wettbewerb von extrem langer Dauer und fordert die Athleten mentalen und physisch enorm. Vorausgesetzt wird daher eine lange und intensive Vorbereitung.

Nur 61 Prozent der Läufer kommen ins Ziel

Einer der diese Herausforderung angenommen hat, ist Jonas Russi aus Andermatt. Er ist seit einigen Jahren ein begeisterter Trail-Runner. So nahm der 34-jährige Topathlet schon im vergangenen Jahr an diesem Mammutanlass teil und belegte mit einer Zeit von 101 Stunden und 28 Minuten in der Kategorie Senioren den 4. Rang, was im Gesamtklassement den ausgezeichneten 7. Platz bedeutete. Auch dieses Jahr wollte er wieder dabei sein und möglichst die letztjährige Zeit unterbieten.

Und wie ihm dies gelang: Mit einer unglaublichen Willensleistung schaffte es der durchtrainierte, äusserst zähe Sportler, bereits am Donnerstag früh um 0.35 Uhr in Le Bouveret als Zweiter einzutreffen. Mit 86 Stunden und 35 Minuten konnte er die Zeit des Vorjahres um rund 15 Stunden unterbieten. Russi gönnte sich in diesen rund dreieinhalb Tagen lediglich vier Stunden Schlaf. Den 1. Rang belegte der Italiener Andrea Mattiato mit einem Vorsprung von 4 Stunden und 56 Minuten. Der Drittplatzierte, Albert Herrero aus Spanien, kam 6 Stunden und 29 Minuten nach Jonas Russi ins Ziel. Die allerletzten Läufer trafen am Sonntag gegen 11 Uhr ein.

Wie fordernd dieser Ultra Trail war, zeigt die Tatsache, dass von den 241 Gestarteten lediglich 147, also 61 Prozent, das Ziel erreichten. Russi ist im Gegensatz zu zahlreichen Mitstreitern kein Profi, was seine Leistung noch herausragender macht. Er ist noch in Ausbildung als medizinischer Masseur. Neben seinem Talent hat auch Russis Betreuerstab mit Freundin, Eltern, Geschwistern, Freunden und Bekannten zum Erfolg beigetragen.

Jonas Russi (links) feiert den 2. Rang. (Bild: PD)

Jonas Russi (links) feiert den 2. Rang. (Bild: PD)

25’500 Höhenmeter Aufstieg absolviert

Die Strecke führte von Oberwald nach Le Bouveret am Genfersee. Aber nicht der Rhone entlang, sondern quer durch die Täler des südlichen Wallis mit ihren Viertausendern und der imposanten Gletscherwelt. Auch sind viele Übergänge und Pässe zwischen 2000 und 3000 Metern über Meer zu überschreiten, mit dem Col de Prafleuri auf 2985 Metern über Meer als höchster Punkt. So gilt es, nicht nur die grosse Distanz von genau 364 Kilometern zu bewältigen, sondern auch 25’500 Höhenmeter Aufstieg und 26’500 Höhenmeter Abstieg. Als Vergleich mögen dienen: fünfmal die Distanz von Andermatt nach Altdorf und zurück sowie 17-mal ab Andermatt zum Gemsstock hoch und hinunter.

Dieser Trail gilt daher mit Recht als der längste und härteste in ganz Europa. Start war am Sonntag, 1. September, um 10 Uhr und die ersten Läufer wurden in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag erwartet. Die Strecke hatte 24 Verpflegungsstationen mit teilweise warmen Mahlzeiten, Sanitätsposten und einigen Ruhe- beziehungsweise Schlafstellen.

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