Ein Duo sorgt dafür, dass alles läuft

Die Planung und der Aufbau der Infrastrukturen für die Uri 18 waren ein Megaprojekt. Die beiden Bauchefs Mario Burkart und René Pfaffen mussten nicht nur viel koordinieren, sondern auch improvisieren.

Markus Arnold
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Die beiden Bauchefs, Mario Burkart (links) und René Pfaffen, eine Woche vor der Eröffnung der «Uri 18» unterwegs auf dem Messegelände Werkmatt in Altdorf. (Bilder: Markus Arnold, Altdorf, 30. August 2018)

Die beiden Bauchefs, Mario Burkart (links) und René Pfaffen, eine Woche vor der Eröffnung der «Uri 18» unterwegs auf dem Messegelände Werkmatt in Altdorf. (Bilder: Markus Arnold, Altdorf, 30. August 2018)

Am Donnerstag beginnt auf der Altdorfer Werkmatt die Wirtschafts- und Erlebnismesse Uri 18. Die Verantwortlichen haben sich mächtig ins Zeug gelegt, damit alles reibungslos abläuft. Den Besuchern soll es an nichts fehlen. Auf der Spezialbaustelle Uri 18 herrschte denn auch der Ausnahmezustand. Mario Burkart und René Pfaffen waren als Bauchefs dafür verantwortlich, dass alles Bauliche pünktlich fertig wurde und während der Messe einwandfrei funktioniert.

Eine Messe aus dem Boden zu stampfen, ist eine unglaublich komplexe Angelegenheit. Nur schon die «Übungsanleitung» enthält einigen Zündstoff: Da gibt es 200 Bauherren (alle an der Uri 18 ausstellenden Unternehmen), 160 Bauplätze, und dies alles auf einer Fläche von 10000 Quadratmetern. Gleichzeitig wird im selben Gebiet eine zweite Grossbaustelle betrieben: die Erschliessung des künftigen Industrieareals Werkmatt. Da habe man unglaublich viel koordinieren und auch improvisieren müssen, sagt Mario Burkart.

Nur die Gebäudehallen sind brauchbar

Wie bereits an der Gewerbeausstellung im Jahr 2006 wird die Uri 18 in den dortigen Flachlagerhallen und zusätzlich im ehemaligen Getreidesilo und Sacklager durchgeführt. «Bestehende Gebäude für die Messe zu nutzen, ist jedoch kein Vorteil», führt René Pfaffen aus. Im Gegenteil. Lediglich die Gebäudehüllen seien für die Messe brauchbar. Alles andere müsse mit baulichen Massnahmen hergerichtet werden. Und da gehört so einiges dazu. Die beiden Bauchefs haben viel aufzuzählen: Sämtliche Stromerschliessungen mussten neu gemacht werden. Unzählige Anschlüsse und kilometerweise Kabel waren dafür notwendig. Wasserleitungen und Wasseranschlüsse wurden gezogen, die Hallen durch Gerüste, Rampen und Treppen erschlossen und rollstuhlgängig gemacht. Kofferungen und Bodenverstärkungen waren notwendig, um den Wünschen der Aussteller gerecht zu werden. Auto- und Veloparkplätze wurden geschaffen, Zelte aufgestellt, die Absperrung des Geländes und die Personenführung organisiert. Ebenso wurden 40 Sitztoiletten mit Spülung und drei Behinderten-WC sowie 20 Pissoirs installiert.

Urner Gewerbebetriebe kamen zum Zug

Auch an den bestehenden Gebäudehüllen gab es einiges zu tun: Aus Sicherheitsgründen mussten die Hallen mit neuen Toren versehen, defekte Teile und undichte Dächer geflickt sowie Fassaden ergänzt werden. Es wurden Bodenlöcher geschlossen, Holz herausgebrochen und die Gleisanlagen ausbetoniert, damit die Besucher beim Gehen nicht einknicken. Auch weitere Stolperfallen wurden beseitigt oder zumindest markiert. All das haben Mario Burkart und René Pfaffen natürlich nicht selber getan. «Wir haben sämtliche Arbeiten, die von Urner Gewerbebetrieben ausgeführt werden konnten, auch an Urner Firmen vergeben», so Mario Burkart.

Standgrösse war frei wählbar

Für den Aufbau der Stände waren die einzelnen Aussteller selber verantwortlich. Alle haben ihre Standgrösse frei wählen können. «Das ist eine Seltenheit bei Messen», weiss Mario Burkart. Es wurden einerseits Modulstände aufgestellt, sehr viele Aussteller brachten aber eigene Spezialanfertigungen auf die zur Verfügung gestellten Freiflächen mit. Dies mache denn auch die Uri 18 als Messe im Vergleich zu anderen Messen mit deren 08/15-Ständen ganz speziell, betont René Pfaffen. «Die Urner Firmen haben viel Zeit und Geld investiert, um sich zu präsentieren. Und die Ideen sind nur so geflossen.»

Die Piazza der «Uri 18» befindet sich zwischen den Flachlagerhallen, in denen sich die Aussteller präsentieren.

Die Piazza der «Uri 18» befindet sich zwischen den Flachlagerhallen, in denen sich die Aussteller präsentieren.

Die ersten baulichen Massnahmen auf dem Gelände erfolgten im Mai. Mitte Juli begannen die Hauptarbeiten, und seit Mitte August herrscht so richtig Hochbetrieb. Für die eigentlichen Aufbauarbeiten konnten die Dienste des Zivilschutzes Uri unter der Leitung von Kommandant Walter Imholz beansprucht werden. 35 Personen standen während sieben Tagen im Einsatz. Auch beim Rückbau steht der Zivilschutz während dreier Tage zur Verfügung. Das ergibt eine Arbeitsleistung von insgesamt 3000 Stunden. «Ohne Zivilschutz wären die Bauarbeiten wohl nur schwer finanzierbar gewesen», meint Burkart.

Fragen und Antworten zur «Uri 18»

Morgen Donnerstag, 6. September, 10 Uhr, öffnet die Wirtschafts- und Erlebnismesse Uri 18 ihre Tore. An dieser Stelle finden Sie Antworten auf die wichtigsten Fragen rund um die «Uri 18».

Warum soll ich im Vorfeld ein Ticket für die «Uri 18» kaufen?

Mit dem Ticket ist die Anreise mit dem ÖV innerhalb des Kantons Uri kostenlos (SBB, Matterhorn-Gotthard-Bahn, Postauto und Auto AG Uri).

Ab wann gilt das Feierabendticket?

Jeweils ab 16 Uhr kann das Feierabendticket an der Tageskasse gekauft werden. Im Vorverkauf ist dies nicht möglich.

Ab welcher Uhrzeit braucht es kein Ticket mehr?

Jeweils eine halbe Stunde vor Messe- schluss, also am Donnerstag ab 20.30 Uhr, am Freitag und Samstag ab 18 Uhr und am Sonntag ab 16.30 Uhr.

Gibt es Messepässe für alle Tage?

Nein, es gibt nur einzelne Tickets.

Braucht es ein separates Ticket für die Abendkonzerte?

Das Messeticket beinhaltet auch das Abendprogramm. Die Abendveranstaltungen sind kostenlos.

Kann man für die Konzerte einen Platz reservieren?

Für die Konzerte auf der Piazza (Aussenbereich mit Stehplätzen) und im New URleans Club kann man keine Reservationen tätigen. Für die Unterhaltung auf der Bühne 18 im Gasthaus zum fliegenden Stier sind Tischreservationen im Zusammenhang mit einem Essen möglich (Telefon 078 863 46 29).

Wenn jemand am Freitag oder Samstag um 19 Uhr kommt, kann er dann die Konzerte gratis hören?

Ja, denn der Ticketverkauf erfolgt ja nur bis eine halbe Stunde vor Messeschluss.

Wie komme ich am Abend nach Hause?

Der letzte Shuttlebus fährt am Donnerstag um 22.42 Uhr ab der «Uri 18» via Bahnhof Altdorf zum Telldenkmal. Am Freitag und Samstag besteht um 0.42 Uhr, am Sonntag um 20 Uhr die letzte ÖV-Fahrgelegenheit. Es gibt vom Donnerstag bis Sonntag auch Extrabusse ab der «Uri 18» via Beckenried, Emmetten nach Seelisberg, und zwar jeweils um 17 und 18 Uhr. (ma)

Hinweis: Weitere Informationen zur Messe gibt es auch unter www.uri18.ch.

Auch das ehemalige Getreidesilo dient als Ausstellungshalle.

Auch das ehemalige Getreidesilo dient als Ausstellungshalle.

Bisher aufwendigsten Situationsplan gezeichnet

Für die ganzen Planungs- und Bautätigkeiten hat die Burkart & Pfaffen Dekorationsbau GmbH in den vergangenen zwei Jahren rund 2000 Stunden aufgewendet. Trotz der grossen Arbeit haben sie es sich aber nicht nehmen lassen, an der Uri 18 einen eigenen Stand zu gestalten und zu betreiben. «Der Situationsplan der Uri 18 war der aufwendigste Plan, den ich je gezeichnet habe», betont Burkart.

Die grösste Herausforderung für die beiden Bauchefs war die konkrete Planung und Koordination aller Abläufe. Zum Glück konnten die beiden von ihren Erfahrungen an der Uri 06 profitieren. Und da sie sich beruflich oft im Umfeld von Messen bewegen, wussten sie, was speziell zu beachten war: Wie funktionieren Anmeldungen? Was gehört in die allgemeinen Geschäftsbedingungen? Wie müssen die Anlieferungen getaktet sein, damit alles funktioniert? Wann muss was erstellt werden, damit man sich selber nichts verbaut? «Es gibt wahnsinnig viele kleine Schräublein. Wenn man eines davon falsch dreht, ist das Chaospotenzial gross», erläutert Burkart. Am Donnerstagabend werden sie wissen, ob alles wie gewünscht funktioniert.