Altdorf: Ein faszinierendes Instrument steht im Zentrum

Am 11. Schweizer Hackbretttag im Haus der Volksmusik und im Hotel Goldener Schlüssel gibt es rund um das Hackbrett viel zu bestaunen – für die Augen und für die Ohren.

Patrick Baer
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Die Besucher des Hackbrett-Tages werden viel Wissenswertes zu diesem uralten Instrument erfahren können. (Bild: PD)

Die Besucher des Hackbrett-Tages werden viel Wissenswertes zu diesem uralten Instrument erfahren können. (Bild: PD)

Die Zentralschweiz gilt bekanntlich nicht gerade als Hochburg der Hackbrettmusik, umso schöner ist es, dass der Schweizer Hackbretttag am Samstag, 23. März, in Altdorf gastiert. Obschon ein Teil der Veranstaltung im Haus der Volksmusik stattfindet, heisst das aber nicht, dass auf einem Hackbrett ausschliesslich Volksmusik gespielt wird. Mittlerweile fasziniert das Hackbrett nicht nur durch seinen ganz eigenen, zarten Klang, sondern vor allem auch durch seine vielfältigen Möglichkeiten bezüglich Interpretation von unterschiedlichster Musik.

Veranstalter des Hackbretttages ist er Verband Hackbrett Schweiz (VHbS). Dieser Verband verfolgt mehrere Ziele: Förderung des Hackbrettspiels im Allgemeinen, Unterstützung der Lehrpersonen sowie Förderung des Nachwuchses. All diesen Zielen wird in Altdorf denn auch Rechnung getragen.

Am Abend spielen drei Formationen auf

Auf dem Programm stehen Workshops zum Thema «Pentatonik», «Improvisation» und «Variationen», ein Nachwuchskonzert und ein dreiteiliges Abendkonzert mit den Formationen Topf (Töbi Tobler und Christoph Pfändler am Hackbrett), Falter (Barbara Schirmer am Hackbrett) und Brettissimo (Albin Rohrer und Franziska Mathis am Hackbrett). Albin Rohrer unterrichtet übrigens Hackbrett an der Musikschule Uri. Diese drei bekannten Formationen pflegen unterschiedliche Musikstile, die teilweise weit entfernt liegen von den üblichen und bekannten Hackbrettklängen.

Während des ganzen Tages läuft zudem eine Ausstellung, bei der mehrere Hackbrettbauer ihre neusten Instrumente und entsprechendes Zubehör präsentieren. Und falls jemand auf der Suche nach guter Hackbrett-Literatur ist, so könnte er an diesem Tag fündig werden.

Eines der ganz alten Instrumente

Das Hackbrett hat eine schon sehr lange Geschichte. Neuere Untersuchungen von Reliefs aus Assyrien zwischen dem neunten und dem siebten Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung zeigen ein Instrument, das mit grösster Wahrscheinlichkeit als ein Vorgänger des Hackbretts bezeichnet werden kann. Somit wäre das Hackbrett mit seinen zirka 2800 Jahren eines der ganz alten Instrumente der Welt.

Obschon man es vor allem aus der Volksmusik kennt, wird das Hackbrett auch in der Klassik, in der Popmusik und im Jazz verwendet. Und dies fast rund um den ganzen Erdball. Es gibt nicht nur Hackbretter in Appenzell, sondern auch in Deutschland, Österreich, Osteuropa, England, Indien, China, in der Mongolei, in Russland oder auch in Thailand.

Mehrere tausend Saiten zum Klingen gebracht

Die in unserer Gegend gespielten Instrumente sind durchwegs chromatisch, das heisst, alle Ganz- und Halbtöne sind vorhanden. Kleinere Instrumente verfügen über einen Tonumfang von drei Oktaven, grössere Instrumente gar über mehr als vier Oktaven. Am Hackbrett-Tag werden mehrere tausend Saiten zum Klingen gebracht, es wird ein unverwechselbares und intensives Klangbad werden. Sicher ganz zur Freude aller Musikliebhaber.

11. Schweizer Hackbrett-Tag, Samstag, 23. März; 11 bis 18 Uhr: Ausstellung; 13 Uhr: Nachwuchskonzert; 18.30 Uhr: Abendkonzert mit Topf, Falter und Brettissimo; weitere Infos unter www.vhbs.ch oder info@hackbrett.net.