Ein Gitarrist und ein Autor bringen den Urnern die Befindlichkeit des Mittellands näher

Ein besonderes Zusammentreffen: Max Lässer spielt Gitarre und Pedro Lenz erzählt Geschichten – zu erleben am Freitag im Theater Uri.

Interview: Markus Zwyssig
Drucken
Teilen
Sie sind zwar Brüder im Geiste, trotzdem trennen Max Lässer (links) und Pedro Lenz 15 Jahre und rund 30 Zentimeter.

Sie sind zwar Brüder im Geiste, trotzdem trennen Max Lässer (links) und Pedro Lenz 15 Jahre und rund 30 Zentimeter.

Bild: Pascal Mora / PD

Viele Jahre lang sind beide durch die Schweiz gereist. Der eine mit seiner Musik, der andere mit seinen Geschichten. Jetzt sind Max Lässer und Pedro Lenz gemeinsam unterwegs. Gitarrist Lässer freut sich auf den Besuch am kommenden Freitag im Theater Uri. Hier sei er stets freundlich empfangen worden. Im Interview erzählt er, wie er und Lenz zusammenfanden und ihr Projekt entwickelt haben.

Max Lässer, Sie spielen am Freitag im Theater Uri. Anton Bruhin, der in Ihrem grossen Überlandorchester mitgemacht hat, zeigt im Haus für Kunst Uri sein Schaffen. Nutzen Sie bei Ihrem Besuch in Altdorf die Gelegenheit, die Ausstellung des Universalkünstlers Bruhin anzuschauen?

Ich habe eine Einladung erhalten und werde mir die Ausstellung gerne anschauen. Ich weiss aber nicht, wann ich genau Zeit dazu finde. Anton Bruhin kenne ich seit ewigen Zeiten, sicher schon seit bald 50 Jahren. Er hat mit seinem Trümpi die Musik des grossen Überlandorchesters bereichert.

Mit einer anderen illustren Figur sind Sie zurzeit auf Tournee. Wann haben Sie Schriftsteller Pedro Lenz kennen gelernt?

Wir haben uns immer wieder an Konzerten gesehen. So hat es sich ergeben, dass er mich eines Tages fragte. Er meinte, er würde gerne mit mir etwas machen. Nachdem wir mit dem Überlandorchester Ende 2018 das vorläufig letzte Konzert gegeben haben – übrigens im Theater Uri – da dachte ich mir: Wenn noch einmal etwas Neues, dann muss es jetzt sein.

Wie kam das Ganze dann ins Rollen?

Ich habe ein Jahr lang komponiert im Wissen, dass Pedro Lenz zu meiner Musik seine Geschichten erzählen wird. Es entstand reichlich Musik, die ich ihm zur Auswahl geschickt habe. Das war meine Inspiration zu seinen Geschichten. Dann galt es, die richtige Musik zu den Texten zu finden. Wir verfolgten von Anfang an die Idee, dass ich bei den Aufführungen die ganze Zeit auf der Bühne spiele, und zwar auch dann, wenn Pedro Lenz seine Geschichten erzählt. Meine Songs haben auch die Gliederung der Texte beeinflusst. Der Ablauf muss Sinn machen, aber ohne dass es komplett durchgestylt und durchkomponiert ist. Pedro Lenz ist kein Musiker. Er liest seine Texte in seinem eigenen Flow.

Max Lässer (links) und das Überlandorchster beim Konzert im Theater Uri in Altdorf

Max Lässer (links) und das Überlandorchster beim Konzert im Theater Uri in Altdorf

Bild: Urs Hanhart (Altdorf, 20. Dezember 2018)

Nun greifen Sie vermehrt zur E-Gitarre.

Im Überlandorchester habe ich nur selten auf der E-Gitarre gespielt. Ich habe mich wieder eingearbeitet auf der E-Gitarre und einen klaren Sound kreiert, der aber ähnlich tönt, wie wenn ich auf der akustischen Gitarre spiele. Wir haben nun schon dreissig Konzerte gegeben. Das ist jetzt der Anfang der zweiten Tournee. Es läuft zwar ganz gut, aber vielleicht probieren wir auch ein paar neue Sachen aus.

Inspiriert wurden Sie vom Mittelland.

Das Mittelland sagt viel aus über die Befindlichkeit der Schweiz. Pedro Lenz kommt aus Langental und wohnt in Olten. Ich bin in Ennetbaden zu Hause. Es gibt das alte Schöne und zum Teil auch das neue Grässliche. In diesem Umfeld ist Pedro Lenz ein scharfer Beobachter. Denn seine Geschichten sind nicht einfach aus der Luft gegriffen, sondern entspringen wirklich der Realität.

Sie haben die Schweiz auf Ihren vielen Tourneen bestens kennen gelernt. Welche Erinnerungen haben Sie an den Kanton Uri?

Altdorf war für uns immer eine wichtige Station – und das schon seit bald 50 Jahren. Früher sind wir im Kellertheater im Vogelsang aufgetreten. Das war zu Zeiten, als das Theater von Fredi Heller geleitet wurde. Ihn habe ich später in Basel immer wieder getroffen. Im Kanton Uri sind wir stets freundlich empfangen worden. Mit dem Überlandorchester haben wir x-mal in Altdorf gespielt. Auf jeder Tournee waren wir hier. Ein wunderbarer Ort, mit freundlichen Leuten.

Welche weiteren Projekte haben Sie in petto?

Das Projekt mit Pedro Lenz war etwas Neues und eine rechte Herausforderung. Ich werde dieses Jahr 70. Früher war ich lange Zeit mit «Bluesmax» Werner Widmer unterwegs. Mit Pedro Lenz geht es noch ein bisschen mehr in die Tiefe. Das hat mich gereizt. In meinem Alter und mit allem, was ich schon gemacht habe, muss es genug Fleisch am Knochen haben, dass ich nochmals ein neues Thema anpacke. Durch meine Zusammenarbeit mit Pedro Lenz hat sich meine Musik aber doch noch ein bisschen weiter entwickelt. Jetzt sind wir auf Tournee bis im Mai. Vereinzelte Konzerte folgen später und auch im Frühling 2021 sind wir wieder unterwegs. Danach sehen wir weiter, was die Zukunft bringt.

Hinweis: Max Lässer und Pedro Lenz sind am Freitag, 6. März, um 20 Uhr im Theater Uri zu erleben.