Ein Jugendraum, der zu den Jungen in Altdorf und Flüelen fährt

Mit einem Wohnmobil erweitert die Jugendarbeit Altdorf ihr Angebot.

Paul Gwerder
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Die Gemeinde übernimmt auf dem Lehnplatz ein neues Wohnmobil für die mobile Jugendarbeit.

Die Gemeinde übernimmt auf dem Lehnplatz ein neues Wohnmobil für die mobile Jugendarbeit.

Bild: Paul Gwerder (Altdorf, 10 Oktober 2020)

Bei regnerischem und stürmischem Wetter ist am Samstagmorgen das Wohnmobil (MOJAMOBIL) auf dem Lehnplatz vom Armin-Lusser-Fonds von Pro Juventute der Gemeinde Altdorf übergeben worden. Die Jugendlichen mixten den vorbeiziehenden Passanten und Gästen alkoholfreie Cocktails mit den Namen «Rimberry», «Fancy Frog» und «Capirohni» und diese wurde gerne angenommen. Leider hatten die Verantwortlichen wegen den Sturmböen mehr zu tun, die Markise des Wohnmobils festzuhalten und diese immer wieder vom Regenwasser zu entleeren, als sich mit den Leuten zu unterhalten. Und es war auch kein Wunder, dass bei diesem garstigen Wetter nicht viele Menschen auf dem Unterlehn anzutreffen waren.

Jugendarbeit wird sichtbar

Zwei Jugendarbeiterinnen sind regelmässig an den Wochenenden im Raum Altdorf und Flüelen unterwegs. Sie suchen den Kontakt zu den Jugendlichen und jungen Erwachsenen und holen ihre Bedürfnisse ab. «Mit der mobilen Jugendarbeit können wir neben den klassischen Angeboten neu auch mit diesem «MOJAMOBIL» in Zukunft zu den Jugendlichen gehen. In diesem wunderschön umgebauten «Camper» ist es möglich, Einzelgespräche zu führen oder die Jugendlichen können sich hier auch einfach zum Spielen treffen», erklärt Christine Herrscher, Leiterin Sozialdienst Altdorf, und sagt weiter: «Wir wollen künftig den Bus auch nutzen als Prävention beispielsweise an Dorfanlässen oder der Kilbi.»

Das Ziel des neuen Angebotes ist, Jugendliche zu erreichen, welche mit einem stationären Angebot nur schwer abgeholt werden können. «Wir wollen damit die jungen Mädchen und Burschen, die das nötig haben, mehr unterstützen», betont Herrscher. Und die erfahrene Sozialarbeiterin ist überzeugt, dass der Grossteil der jungen Menschen wenig Probleme bereiten, denn diese wollen einfach nur unter sich sein und Spass haben. «Mit dem neuen Angebot erreichen wir nun auch die eher schwierigeren Personen», glaubt Christine Herrscher.

«Das ist ein Riesending und heute sind wir mit diesem Camper sichtbar nach aussen, denn er fällt auf. Früher hat man uns nicht so richtig wahrgenommen», sagte Jugendarbeiterin Verena Koch. Und sie hat eine klare Meinung zu den Jugendlichen: «Heute sind die jungen Menschen nicht schlechter als in früheren Jahren, sondern der Druck und Anspruch von draussen wird auf sie immer grösser – und mit dem haben viele ihre Probleme, denn es fehlt oft das Verständnis der Erwachsenen für sie». Die Jugendarbeiterin ist selber positiv überrascht, wie gerne junge Leute zur Beratung kommen, die vielleicht ein Alkoholproblem haben oder übermässig viel Cannabis konsumieren.

Für Gemeinderat Sebastian Züst ist dies ein attraktives Angebot mehr, welches die Gemeinde für die Jugendarbeit hat. Altdorf hat heute schon neben der mobilen auch Angebote in der offenen Jugendarbeit. Dazu gehören der Jugendtreff Bunker und die MSA-Baracke. Diese unterstützen die Jugendlichen bei einer aktiven und selbstbestimmten Freizeitgestaltung.

Grosszügiger Armin-Lusser-Fonds

Der Armin-Lusser-Fonds befindet sich im Eigentum der Stiftung Pro Juventute. Die Fördergelder dienen dazu, Projekte auf dem Gebiet der Jugend- und Familienhilfe zu finanzieren. «Früher wurde mit diesem Geld armen Kindern geholfen», informierte Ralph Aschwanden, der die Bearbeitung der Gesuche im Auftrag der Bildungs- und Kulturkommission Uri übernimmt. «Der Fonds unterstützt viele andere Projekte, so den Urner Ferien(s)pass, die Musikschule Uri, Spielplätze und Jugendtreffs, Midnight Point und so weiter», erklärt der Vorsteher der Urner Kulturkommission, Ralph Aschwanden.