Hil Dani aus Flüelen ist ein Musterbeispiel für gute Integration

Der in Flüelen wohnhafte Hil Dani ist einer von rund 250’000 Kosovaren in der Schweiz. Für ihn war Integration nie ein Fremdwort. Am kommenden Montag feiert er seinen 65. Geburtstag und geht gleichzeitig in Pension.

Georg Epp
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Die Gemeinde Flüelen ist für Hil Dani eine zweite Heimat geworden. (Bild: Georg Epp, 12. Februar 2019)

Die Gemeinde Flüelen ist für Hil Dani eine zweite Heimat geworden. (Bild: Georg Epp, 12. Februar 2019)

Als 22-Jähriger kam Hil Dani 1976 aus dem ehemaligen Jugoslawien als Saisonnier-Arbeiter in die Schweiz. In Biel fand er Arbeit in der Baubranche (Flachdach/Bauabdeckungen). Wegen des Saisonnier-Statuts durfte er aber nur neun Monate in der Schweiz arbeiten und musste dann jeweils für 3 Monate wieder nach Jugoslawien zurückkehren. Ab 1979 arbeitete er für die Firma Stammbach (Bereich Flachdach, Dichtungen und Dämmungen). Als Saisonnier wohnte er in verschiedenen Städten der Schweiz, so in Bern, Zug und Zürich. In dieser Zeit lernte er die deutsche Sprache und auch «Schwizerdütsch». Albanisch ist seine Muttersprache, auf dem Bau kam allmählich Kroatisch, Italienisch und auch etwas Französisch dazu.

Dank grossem Interesse verbesserte er sein berufliches Können stetig und wurde nach und nach ein Fachspezialist im Bereich Flachdach und Abdichtungen. Auf die Frage nach den zwei Sorten Flachdächern scherzte er: «Dank seriöser Arbeit gibt es für mich nur eine Sorte Flachdächer, nämlich die dichten!»

Seit 2003 im Besitz des Schweizer Passes

Weil die Firma Stammbach relativ viel Arbeit im Kanton Uri erledigte, war es der Wunsch seiner Firma, Hil Dani 1981 in Flüelen zu stationieren, um als Gruppenleiter die Arbeiten zu koordinieren. 1985 erhielt er die Niederlassungsbewilligung C und durfte somit ganzjährig in der Schweiz arbeiten. 1999, nur zwei Wochen vor Ausbruch des Kosovokriegs, zog dann die ganze Familie, seine Frau Drita und seine sechs Kinder, nach Flüelen. In der neuen «Schlössli-Überbauung» an der Dorfstrasse 12 fand er eine grössere Wohnung, noch heute wohnt er dort. 2003 erhielten er und seine Kinder dank der guten Integration den Schweizer Pass. Nach 28 Jahren bei der Firma Stammbach wagte er mit 53 Jahren den Schritt in die Selbstständigkeit und gründete die Firma Vito Flachdach. Seine Söhne Vitor und Martin halfen mit, den Start der neuen Firma gut zu bewältigen. Beide arbeiten heute zu 100 Prozent in der Firma, die vor allem Aufträge in Einsiedeln, Brunnen, Schwyz und Küssnacht erledigt. 2014 wandelte er seine Firma in eine GmbH zu Vito Flachdach GmbH, Flüelen, um.

Seine Söhne können weiterhin auf seine Unterstützung zählen

Frühzeitig in Pension zu gehen, war für Hil Dani nie ein Thema. Am Montag ist es aber so weit. Dani feiert seinen 65. Geburtstag und gleichzeitig seine Pensionierung. Ab sofort wird er für seine 12 Enkelkinder und andere Dinge mehr Zeit investieren können. Durch gute Vernetzung zu Bauherren und Architekten und sein Fachwissen wird er seine beiden Söhne noch ab und zu unterstützen.

Die Familie Dani ist ein Musterbeispiel guter Integration, dies bestätigt auch Gemeindeschreiber Rico Vanoli. Dank seiner angenehmen, teils auch humorvollen Art ist Hil Dani überall ein gern gesehener Gast, dies meinte auch Irma Méroz, Wirtin in der Schützenstube. Obwohl er sich im Kosovo ein bescheidenes Haus aufbaute, will er in Flüelen bleiben. «Flüelen ist definitiv meine zweite Heimat geworden.»