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Ein reines Ablenkungsmanöver der Umweltorganisationen

«Die Behauptungen sind falsch», Ausgabe der «Urner Zeitung» vom 24. August 2019
Bis mindestens Mitte September ist Sisikon vom Transitverkehr befreit. (Bild: Urs Hanhart, 11. August 2019)

Bis mindestens Mitte September ist Sisikon vom Transitverkehr befreit. (Bild: Urs Hanhart, 11. August 2019)

Im Leserbrief in der «Urner Zeitung» vom 24. August mit der Überschrift «Die Behauptungen sind falsch» versucht Kurt Döbelin die Einsprache der Umweltorganisationen gegen das Projekt «Neue Axenstrasse» zu rechtfertigen.

Tatsache ist, dass der Bundesrat das Generelle Projekt für den Sisiger- und den Morschachertunnel bereits im Jahr 2009 genehmigt hat. Dabei hat er sehr wohl geprüft, ob das Projekt mit dem Alpenschutzartikel der Bundesverfassung vereinbar ist. Die Axenstrasse wird nämlich nicht, wie Kurt Döbelin behauptet, zu einer durchgehenden vierspurigen Strasse ausgebaut. Wer das Auflageprojekt aus dem Jahr 2015 aufmerksam studiert, stellt fest, dass die heute bestehende Strasse zu einer Ortserschliessung mit viel Platz für den Langsamverkehr zurückgebaut wird, die für die Aufnahme von Transitverkehr völlig ungeeignet ist. Schon bei der Umfahrung des Dorfes Flüelen kommt es eigentlich niemandem in den Sinn die Dorfstrasse anstelle des Umfahrungstunnels zu nutzen.

Den Umweltorganisationen ist es von Beginn an nur darum gegangen, das Projekt zu verhindern oder so lange wie möglich zu verzögern. Den Einwohnern von Sisikon zu versichern, die Umweltorganisationen seien nicht gegen eine Dorfumfahrung, ist ein reines Ablenkungsmanöver. Eine solche Umfahrung wurde bereits im Hinblick auf das Generelle Projekt geprüft, es konnte aber keine andere Lösung als das heutige Projekt Sisigertunnel mit einer Länge von rund 4 Kilometer gefunden werden. Wird das heutige Projekt, hinter dem der Bund und die Kantone Schwyz und Uri geschlossen stehen, nun in Frage gestellt, hätte dies eine weitere jahrelange Verzögerung durch die notwendige Neuprojektierung und ein erneutes Bewilligungsverfahren zur Folge. Das Nachsehen hätten die Einwohner von Sisikon.

Ein Beispiel für die angewendete Verzögerungstaktik ist die Behauptung, die neue Strasse gefährde beim Nordportal des Morschachertunnels das Flachmoor unterhalb des Klosterhügels von Ingenbohl. Dies unter anderem durch von der Strasse abkommende Fahrzeuge, obwohl die neue Strasse rund 200 Meter östlich, das heisst weiter entfernt liegt als die heute bestehende Strasse beim Nordportal des Mositunnels. Dass dem verfahrensleitenden Generalsekretariat des Departementes für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation des Bundes nichts anderes übrig bleibt, als ein Gutachten zur Gefährdung des Flachmoors zu veranlassen, ist nachvollziehbar, dass daraus ein weiteres halbes Jahr Verzögerung entsteht, ist leider auch wahr.

Selbstverständlich steht es den Umweltorganisationen frei, ihr Verbandsbeschwerderecht zu nutzen. Verständnis von der Sisiger und eines Grossteils der Urner Bevölkerung können sie dafür aber nicht erwarten.

Stefan Flury, alt Kantonsingenieur Uri, Altdorf

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