Interview

Ein Schattdorfer Schüler verwirklicht sich den Traum eines Renn-Töfflis

Im Endergebnis ist nur noch der Rahmen des ursprünglichen Töfflis erhalten geblieben. Bei der Arbeit an seinem Abschlussprojekt war Silvan Püntener teilweise so vertieft, dass er die Zeit völlig vergass.

Josef Mulle
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Silvan Püntener hat im Rahmen seiner Abschlussarbeit ein Töffli zu einem Rennfahrzeug umgebaut.

Silvan Püntener hat im Rahmen seiner Abschlussarbeit ein Töffli zu einem Rennfahrzeug umgebaut.

Bild: PD

Vergangene Woche präsentierten die Schülerinnen und Schüler der dritten Oberstufe der Schule Schattdorf ihre Abschlussarbeiten. Silvan Püntener aus der Klasse 3B, mit Coach Ramon Wipfli, setzte sich in seiner Arbeit das Ziel, ein altes Mofa selbstständig zu restaurieren und umzubauen. Dieses sollte im Endstand die Anforderung erfüllen, an der «Teffli Rally» in Ennetmoos zu bestehen.

Das Vorhaben ist dem angehenden RUAG-Lehrling, Fachmann Betriebsunterhalt, vollauf geglückt, und wurde von der Fachjury mit der Höchstnote ausgezeichnet. Im Interview gibt er einen Einblick in den Entstehungsprozess.

Silvan Püntener, deine Abschlussarbeit ist spektakulär und wurde verdientermassen mit der Höchstnote bewertet. Wie bist du auf die Idee gekommen, ein herkömmliches Töffli zu einer Rennmaschine umzubauen?

Silvan Püntener: Ein ganz klares Ziel von mir war es immer, etwas zu bauen, das ich später auch benutzen kann. Zusammen mit meinen Eltern, meiner Schwester und auch im Kollegenkreis wurden Ideen gesammelt, wobei sich immer mehr die Arbeit an einem Mofa herauskristallisierte. Das Projektziel ging dann in Richtung Renn-Mofa, da ich mir das immer gewünscht hatte, um einmal selber Rennen bestreiten zu können. Support erhielt ich dann von meinem Kollegen Kurt Gisler, in dessen privater Werkstatt das Projekt dann auch realisiert wurde.

Was war die grösste Herausforderung bei dieser Arbeit?

Als Grundlage diente ein altes Töffli, bei dem schliesslich nur noch der Rahmen übrig blieb. Dieser wurde zusätzlich verstärkt, um die für einen Renntöff nötigen Teile darauf montieren zu können. Dies war dann auch die eigentliche Herausforderung. Dazu kamen die Fräsarbeiten an den Speichen, der Aufbau des Rennmotors sowie die Montage der Stossdämpfer und die spezielle Vorrichtung für die Bremssysteme.

Wie viele Arbeitsstunden hast du in dieses Werk investiert, inklusive aller Recherchen und der umfangreichen Dokumentation?

(lacht) Bei zirka 200 Stunden habe ich aufgehört zu zählen. Manchmal vergassen wir einfach Ort und Zeit. Meine Mutter holte uns dann jeweils weit nach Mitternacht wieder in die Realität zurück und sorgte mit Spaghetti dafür, dass das Projekt nicht an akuter «Hungersnot» scheiterte.

Bist du im Allgemeinen ein Motor-Fan, oder ist es vor allem das Motorrad, das dich speziell fasziniert?

Mich interessiert alles, was mit Motor zu tun hat. Jeder einzelne Motor ist für mich einzigartig und faszinierend. Schon als kleiner Knirps war ich viel mit meinem Götti auf dem Töff unterwegs. Er war es auch, der in mir die Freude weckte, mich mit dieser Materie näher zu befassen. Das «umäschrüübä» habe ich dann bei «Hänggi» (Heinz Schuler) gelernt, in dessen Werkstatt ich auch jetzt noch jede freie Minute anzutreffen bin.

Vorbelastet wärst du eigentlich als Skifahrer, da deine Eltern Martin und Claudia in jungen Jahren erfolgreich Alpinrennen gefahren sind. War der Skisport bei dir nie ein Thema?

Thema war es sicher, da ich bereits mit zweieinhalb Jahren auf Skiern gestanden bin. Die Eltern hätten mich auf diesem Weg auch hundertprozentig unterstützt. Mit ihrer Erfahrung haben sie mir aber auch klar aufzeigen können, was es braucht, um im alpinen Skisport den Weg an die Spitze zu schaffen. Das grosse Verzichtsvolumen hat mich schliesslich davon abgehalten, in dieses Metier einzusteigen. Das freie Skifahren mit der Familie und mit Freunden begeistert mich aber nach wie vor.

Was zählst du nebst den Motoren – und nun als stolzer Besitzer eines Renn-Töfflis – noch zu deinen Hobbys?

Ich habe als Schüler auch das ABC als Biker bei der IG Radsport Uri von Grund auf gelernt, was mir auch heute noch zugutekommt. So freue ich mich immer wieder, mit meinem Vater zusammen schöne Biketouren zu unternehmen. Ich bewege mich überhaupt gerne in der freien Natur. Dabei habe ich nun auch das Fischen zusammen mit Kollegen entdeckt, ohne schon im «Fischer-Jargon» von grossen Fängen zu erzählen.

Was möchtest du, betreffs Abschlussarbeiten, deinen nachfolgenden Schulkolleginnen und Schulkollegen mitgeben?

Wesentlich ist sicher, dass man sich frühzeitig über das Projektthema Gedanken macht. Ideen sammeln, dabei auch die Machbarkeit zusammen mit möglichen Helferinnen und Helfern prüfen. Geduld und Nerven nicht verlieren, immer den Wahlspruch vor Augen: «Wo ein Wille, ist auch ein Weg.» Abschliessend möchte ich mich bei allen Personen, die mich bei meinem Projekt unterstützt haben, ganz herzlich bedanken. Ein spezieller Dank geht an meine Familie, an meinen Kollegen Kurt Gisler, an Claudio Spitzer (Polymechaniker), Heinz Schuler (Mofa Mechaniker) und an meine Lehrpersonen der Schule Schattdorf.