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Ein uraltes Instrument rückt im Kanton Uri neu in den Fokus

Im Haus der Volksmusik in Altdorf stand am Samstag für einmal das Hackbrett ganz im Zentrum. Das Saiten-Instrument erlebt seit geraumer Zeit wieder einen mächtigen Boom – und das nicht nur in der Volksmusik.
Urs Hanhart
Interessierte lernen am Schweizer Hackbrett-Tag die Vielfalt des Instruments kennen. (Bild: Urs Hanhart, Altdorf, 23. März 2019)

Interessierte lernen am Schweizer Hackbrett-Tag die Vielfalt des Instruments kennen. (Bild: Urs Hanhart, Altdorf, 23. März 2019)

Im Parterre des Zeughauses Altdorf, das vor einigen Jahren zum Haus der Volksmusik umfunktioniert wurde, buhlten am Samstag vier Hackbrettbauer um die Gunst der Besucher. Sie präsentierten ihre zum Teil sehr aufwendig sowie wunderschön ausgearbeiteten Instrumente und stellten auch neu entwickelte Hackbretter vor. Mittlerweile werden auch Dämpfer, Verstärker und andere Innovationen eingebaut. Diese interessante und sehenswerte Ausstellung war Bestandteil des sehr abwechslungsreich gestalteten Hackbrett-Tages, der vom 1999 gegründeten Verband Hackbrett Schweiz organisiert wurde.

«Wir führen jedes zweite Jahr einen Hackbrett-Tag durch», verriet Patrick Baer, Co-Verbandspräsident. «Unser Ziel ist es, damit alle Regionen abzudecken. Heuer sind wir nun in der Zentralschweiz zu Gast.» Die Freude war gross, erstmals die Zentralschweiz zu beehren. «Mit dem Haus der Volksmusik haben wir zudem einen perfekten Austragungsort gefunden. Wir profitieren sehr von der guten Zusammenarbeit und haben eine grosse Unterstützung erfahren.»

Die Musikrichtungen sind nicht eingeschränkt

Der nationale Verband hat sich die Förderung des Hackbrettspiels, die Unterstützung der Hackbrettlehrenden und die Förderung der Hackbrett-Jugend auf die Fahne geschrieben. Diesbezüglich ist er sehr erfolgreich unterwegs. «Das Hackbrett erfreut sich zunehmender Beliebtheit», so Baer. «Die Schülerzahlen sind schon seit einigen Jahren am Steigen.» Das hänge nicht zuletzt auch damit zusammen, dass dieses Instrument auch in Musikrichtungen wie Pop oder Mundartrock eingesetzt werde. «Wir spüren eine vermehrte Nachfrage von jungen Musikschülern, die das Hackbrettspielen lernen wollen», erklärte Baer.

Notenmaterial gebe es querbeet, über praktisch alle Musikstilrichtungen hinweg. «Das Hackbrett hat dank der Volksmusik überlebt. Nun erlebt es ein Revival, weil man es sehr breit einsetzen kann.» Am beliebtesten ist das Hackbrett in der Ostschweiz. Dort gibt es fast an jeder Musikschule Hackbrettlehrer. Aber die Zentralschweiz ist am Aufholen, nicht zuletzt dank der Musikhochschule in Luzern, wo Hackbrett studiert werden kann. Auch an der Musikschule Uri gibt es mit Albin Rohrer einen Hackbrettlehrer.

Bei der Frage, wo das Hackbrett erfunden worden ist, streiten sich offenbar die Gelehrten, beziehungsweise gebe es nur Hinweise, aber keine definitive Antwort. Klar ist, dass es sich um ein sehr altes Instrument handelt, dessen älteste Abbildung man in Persien fand. Der Ursprung könnte aber auch in Südfrankreich liegen. In der Schweiz kennt man das Hackbrett seit dem 16. Jahrhundert. Am weitesten verbreitet ist hierzulande das Appenzeller-Hackbrett mit 125 Saiten.

Der Hackbrett-Tag in Altdorf war dicht bepackt mit Programmpunkten. Neben der Hauptversammlung des Verbands beinhaltete er auch drei Workshops sowie ein Nachwuchs- und ein Abendkonzert. Bei letzterem, das im Saal des Hotels Goldener Schlüssel über die Bühne ging, traten unter anderen die beiden Hackbrett-Grössen Töbi Tobler und Christoph Pfändler auf. Diese beiden Virtuosen gestalteten ein gemeinsam arrangiertes Programm aus alten und neuen Ideen.

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