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Urner setzen ein Zeichen gegen
den Ressourcenverschleiss

Auch das zweite Repair-Café im Parterre des Zeughauses war ein voller Erfolg. Junge und ältere Fachleute bewahrten dank handwerklichem und technischem Geschick weit über hundert defekte Gegenstände vor der Entsorgung.
Urs Hanhart
Repair-Cafe Altdorf: Gemeinsam reparieren drei junge Fachleute ein defektes elektronisches Gerät. (Bild: Urs Hanhart (Altdorf, 13. April 2019))

Repair-Cafe Altdorf: Gemeinsam reparieren drei junge Fachleute ein defektes elektronisches Gerät. (Bild: Urs Hanhart (Altdorf, 13. April 2019))

Am Samstag, 13. April, herrschte im Parterre des Zeughauses Altdorf Hochbetrieb. Ein gutes Dutzend Fachleute war acht Stunden lang fast pausenlos am Schrauben, Hämmern und Nähen, aber zum Teil auch am Tüfteln und Studieren. Unter anderem wurden eine defekte Kuckucksuhr und ein kaputter Staubsauger wieder zum Laufen gebracht, oder einer nicht mehr funktionieren Stehlampe wurde wieder Licht eingehaucht. Bei einigen besonders kompliziert konstruierten Alltagsgegenständen suchten drei Fachleute zusammen nach einer Lösung des Problems – und dies zumeist mit Erfolg. Repariert wurde im Rahmen des Repair-Cafés alles Mögliche. Die Palette reichte von Elektro- und Haushaltgeräten über Holzgegenstände bis hin zu Textilien.

Im Herbst 2018 war in Altdorf erstmals ein Repair-Café durchgeführt worden. Am Samstag folgte nun die zweite Auflage. Der zuständige Gemeinderat Andreas Bossart konnte bereits drei Stunden vor der Türschliessung ein positives Fazit ziehen: «Bei der Premiere kamen 75 Personen, die Gegenstände zum Reparieren mitbrachten. Diesmal gab es von Beginn weg einen sehr grossen Ansturm. Bisher haben 126 Personen defekte Sachen hierher gebracht.» Und der Präsident der Altdorfer Energie- und Umweltkommission zeigte sich überzeugt: Diese Zahl dürfte sich im Verlaufe des Nachmittags noch deutlich erhöhen. Man kann jetzt schon sagen, dass die Veranstaltung ein super Erfolg ist. Wir sind vollauf zufrieden.»

Über 90 Prozent erfolgreich repariert

«Flicken statt wegwerfen»: So lautete das Motto des Repair-Cafés. «Viele Dinge landen im Abfall, obwohl sie nur geringfügig beschädigt sind und mit wenig Aufwand wieder voll funktionsfähig würden», sagt Bossart. «Manchmal muss man nur etwas löten, etwas anschrauben oder eine Sicherung wechseln. Der Aktionstag biete die Möglichkeit, konkret etwas gegen den Ressourcenverschleiss, die Wegwerfmentalität und die wachsenden Abfallberge zu unternehmen.» Die Reparaturen wurden ehrenamtlich von Mitgliedern des Vereins Hackerspace, von BWZ-Absolventen sowie von Schneiderinnen ausgeführt. Zur Erfolgsquote meinte Bossart: «Bei der Premiere konnten bis auf zwei Artikel allesamt geflickt werden. Auch diesmal dürfte die Quote der gelungenen Reparaturen weit über 90 Prozent liegen. Häufig bringen die Leute Gegenstände mit, zum Beispiel Erbstücke, an denen sie sehr hängen. Entsprechend froh sind sie, wenn eine Weiterverwendung ermöglicht wird.» Die Reparaturen waren gratis. Nur Ersatzteile wurden verrechnet.

Kunstwerke, Flohmarkt und Kaffeestube

Unmittelbar neben den Reparaturtischen präsentierten Urner Upcycling-Kunsthandwerkerinnen an mehreren Ständen neue Produkte, die aus alten und ausgedienten Alltagsgegenständen entstanden sind. Zu sehen gab es unter anderem in Kunstwerke verwandelte alte Bücher oder aus Kaffeekapseln geschaffenen Schmuck. Auch vor dem Zeughaus auf dem Unterlehn war am Samstag einiges los, fand doch gleichzeitig ein Flohmarkt statt. 25 Stände luden zum Stöbern ein. Abgerundet wurde der Event mit einem Stand, an dem Experten über fachgerechte Entsorgung informierten, und mit einer vom Blauring Altdorf betriebenen Kaffeestube.

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