Spirgner Mädchen mit besonderer Spende für krebskranke Kinder

Die 13-jährige Chiara Arnold spendet ihr abgeschnittenes Haar an den Verein Haarfee. Sie sorgt mit ihrem neuen Kurzhaarschnitt dafür, dass ein krebskrankes Kind eine Echthaarperücke erhält.

Heidi Jauch-Dittli
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Chiara Arnold vor dem Haarschnitt... (Bild: PD)

Chiara Arnold vor dem Haarschnitt... (Bild: PD)

«Als ich einen Bericht über eine Haarspende für einen guten Zweck las, fand ich das eine sehr gute Idee», erinnert sich die 13-jährige Chiara Arnold aus Spiringen. Der Gedanke, mit so wenig etwas Gutes zu tun, und krebskranken Kindern eine Freude zu machen, liess die Schülerin nicht mehr los. «Ich bewundere krebskranke Kinder. Besonders, wie sie mit ihrer schwierigen Diagnose umgehen und kämpfen müssen», sagt Chiara Arnold. Als wäre das nicht schon schwer genug, fallen den Betroffenen oftmals nach einer Chemotherapie auch noch die Haare aus.

...und danach. (Bild: PD)

...und danach. (Bild: PD)

Bei dem Coiffeurbesuch bei Vroni Herger hat Chiaras Mutter vom Haarspenden erfahren und den Stein ins Rollen gebracht, als sie zu Hause davon erzählte. «Wow, das möchte ich auch machen», sagte Chiara begeistert. Beim späteren Coiffeurbesuch sprach sie mit ihrer Coiffeuse, Vroni Herger, über ihren Wunsch. «Ich war begeistert von ihrem Vorhaben, ihre Haare krebskranken Kindern zur Herstellung einer Naturhaarperücke zu spenden», sagt Vroni Herger, Inhaberin vom Coiffeursalon haarmonie, in Altdorf.

Durch Recherchen ist Vroni Herger auf den Verein Haarfee – eine unabhängige Non-Profit-Organisation in Wien – aufmerksam geworden. Diese Organisation hilft Kindern, die ihr Haar infolge einer schweren Krankheit, nach einer Chemotherapie oder schweren Verbrennungen verloren haben.

Die Naturhaare von Chiara Arnold wurden nach dem Haarschnitt gezöpfelt und dem Verein Haarfee, einer unabhängigen Non-Profit-Organisation in Wien, zur Verfügung gestellt. (Bild: PD)

Die Naturhaare von Chiara Arnold wurden nach dem Haarschnitt gezöpfelt und dem Verein Haarfee, einer unabhängigen Non-Profit-Organisation in Wien, zur Verfügung gestellt. (Bild: PD)

Drei bis fünf Zöpfe für eine Perücke

«Der Verlust der eigenen Haare ist für Erwachsene und Kinder oft schwer», erläutert Vroni Herger. Aus langjähriger Erfahrung und Beratung ihrer Kundschaft weiss sie, wovon sie spricht. Besonders kranken Kindern falle es schwer, mit Gleichaltrigen in Kontakt zu treten, sie fühlen sich oft ausgegrenzt und verlieren an Selbstwertgefühl.

Realistischer und massgefertigt

Das Tragen einer Kunsthaarperücke ist unangenehm und kann Reizungen auf der Kopfhaut verursachen. Die Echthaarperücken sehen um einiges realistischer aus als Kunsthaarperücken, denn sie werden massgefertigt und sitzen perfekt. Allerdings reicht nicht ein einziger Zopf dafür – meistens braucht es drei bis fünf Zöpfe, um ein Exemplar herzustellen – je nach Haardichte und Volumen. Die Kosten liegen bei 1500 bis 3000 Euro, was für viele Eltern nicht bezahlbar sei.

Vor dem grossen Termin liess sich Chiara nur noch die Spitzen schneiden, um noch 1-2 Zentimeter Haarlänge zu gewinnen. Denn die zur Verfügung gestellten Haare müssen eine Mindestlänge von 40 Zentimeter erreichen und dürfen nicht chemisch vorbehandelt sein. Besonders wichtig war es Vroni Herger auch, dass sich Chiara nach dem Haarschnitt noch wohl mit ihrer neuen Frisur fühlt. Deshalb hat sie die Schülerin beraten und schlussendlich den Schnitt kostenlos vorgenommen. Vroni Herger hat sich auf die Liste der Friseure setzen lassen, die den Verein Haarfee unterstützen und die Haare für diesen Zweck kostenlos schneiden.

Ihr Zopf ist bereits in Wien angekommen

Die Naturhaare von Chiara wurden nach dem Haarschnitt zu einem Zopf geflochten und dem Verein Haarfee zur Verfügung gestellt. Inzwischen ist die Bestätigung eingegangen, dass die Haare angekommen sind. Schon bald wird ein Kind in Österreich, Deutschland, Italien oder der Schweiz von ihrer Spende profitieren.

Beim Gespräch mit Chiara Arnold letzte Woche im Coiffeursalon haarmonie, berichtete sie stolz davon. Sie habe sich bereits an den neuen Haarschnitt gewöhnt und viele Komplimente für ihren mutigen Schritt bekommen. «Das Wichtigste ist für mich aber, dass ich mein Vorhaben umgesetzt habe und mit meinen Haaren jemandem, der es braucht, eine Freude bereiten kann. Das ist ein sehr schönes Gefühl. Meine Haare sind ja schon wieder nachgewachsen», sagt Chiara und lacht.

Haare wachsen eineinhalb Zentimeter pro Monat

Jeder, der sich schon einmal die Haare wachsen lassen wollte, weiss, wie lange und mühsam dieser Weg ist und dass es sehr viel Pflege und Geduld braucht. Denn durchschnittlich wachsen die Haare pro Monat zirka eineinhalb Zentimeter. Wer also nicht mit Haaren, die länger als 40 Zentimeter sind, helfen kann, für den bietet sich auch die Möglichkeit, den österreichischen Verein mit einer Geldspende zu unterstützen.

Hinweis: Weitere Informationen zur Non-Profit-Organisation Haarfee sind unter www.vereinhaarfee.at zu finden.