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Eine nicht alltägliche Alpfahrt: Rinder mit Seilbahn auf Urner Alp transportiert

72 Rinder sind auf den Oberstafel Alplen in der Gemeinde Unterschächen befördert worden. Als Transportmittel diente eine Seilbahn, die erst vor kurzem erstellt worden ist.
Bruno Arnold
Mit einer Viehseilbahn wurden 72 Rinder auf den Oberstafel der Alp Alplen transportiert. (Bild: Urs Flüeler/Keystone (30. Juni 2018))

Mit einer Viehseilbahn wurden 72 Rinder auf den Oberstafel der Alp Alplen transportiert. (Bild: Urs Flüeler/Keystone (30. Juni 2018))

Die Ruosalp und Alplen liegen «ennet» dem Chinzig auf ­Gemeindegebiet von Unterschächen UR. Die beiden Alpen grenzen zum Teil direkt an Schwyzer Kantonsgebiet. Der Alpler Oberstafel ist vom Klausenpass her zu Fuss über das Balmer Grätli oder die Ruosalper Chulm erreichbar. Vom Muotatal her konnte man bis im vergangenen Herbst auch mit geländegängigen Fahrzeugen über die Ruosalp und den Felsenweg zum Alpler Oberstafel gelangen. In der Vergangenheit hat man die meisten auf Alplen gesömmerten Tiere jeweils über den Felsenweg zum Oberstafel getrieben. Am 10. Oktober 2017 wurde diese Verbindungsstrasse durch einen Felssturz verschüttet. Dabei kamen zwei Urner, die mit Bauarbeiten beschäftigt waren, ums Leben.

Um den Oberstafel im Sommer 2018 trotzdem bewirtschaften zu können, wurde Anfang Juni als temporäre Notlösung eine 1100 Meter lange Seilbahn mit einem einzigen Mast und einer maximalen Nutzlast von 1500 Kilogramm installiert. Sie überwindet eine Höhendifferenz von gut 300 Metern und verläuft an der höchsten Stelle rund 140 Meter über dem Boden. Projektiert und koordiniert wurde das Bauvorhaben von Revierförster Beat Herger aus Unterschächen. Die Kosten dürften sich auf rund 80000 Franken belaufen.

Präsident entwickelt und baut Container

Am Samstag herrschte sowohl an der Tal- als auch an der Berg­station der Materialtransport­seilbahn Hochbetrieb.

Ab 8 Uhr ­wurden 70 der insgesamt 150 auf ­Alplen gesömmerten Rinder vom Unter- auf den Oberstafel befördert. Pro Fahrt wurde der 4,30 Meter lange, 1,40 Meter breite und 1,80 Meter hohe Container jeweils mit zwei oder drei zwischen 250 und 600 Kilogramm schweren Rindern beladen. Entwickelt und hergestellt worden war der praktische Container von Landwirt Beat Arnold, Präsident des Bürgerrats Unterschächen. Er war gestern zusammen mit Beat Herger auch für die Transportaktion verantwortlich. Die Bergfahrt dauerte jeweils rund 6 Minuten, die Talfahrt gut 3 Minuten.

«Es klappt alles bestens», freute sich Arnold am Vormittag – um gleich auch die Gründe für die problemlosen Transporte zu nennen: «Wir haben die Aktion gut vorbereitet, es sind genügend Helfer erschienen, und wir haben handzahme Rinder ausgewählt.»

Im Gebiet Alplen werden ­aktuell auch knapp 900 Schafe gesömmert. Zudem verbringen 15 Kühe, rund 70 Milchziegen und einige Schweine den ganzen Sommer auf dem Oberstafel. Ein Teil der Kühe wurde mit der Seilbahn dorthin transportiert, der Rest mit dem Helikopter.

Tunnel beim Felsenweg oder fixe Seilbahn als Lösung

Für die Bewirtschaftung des Unter- und Oberstafels Alplen ist die Hirteverwaltung Fiseten-­Alplen zuständig. Diese wird gemeinsam von den Bürgerräten Unterschächen und Spiringen gebildet. «Um den Oberstafel weiterhin optimal nutzen zu können, sind wir auf eine befahrbare Verbindung angewiesen», betont Arnold. «Ich glaube allerdings nicht, dass der verschüttete Abschnitt des Felsenwegs je wieder benützt werden kann.» Die Hirteverwaltung prüft deshalb zusammen mit dem Kanton und der Korporation Uri, auf deren Grund und Boden die Alpen Ruosalp und Alplen liegen, zwei Varianten: einen rund 270 bis 300 Meter langen Tunnel im Bereich des verschütteten Felsenwegs oder eine fixe Seilbahn. Die geschätzten Kosten belaufen sich auf rund 3 respektive 1,5 Millionen Franken.

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