Gurtnellen: Neuer Güterweg passt sich gut in die Natur ein

Der 3,5 Kilometer lange Güterweg Holzrieri-Diessenbrunnen wurde für 1,9 Millionen Franken saniert. An der Eröffnungsfeier blicken die Verantwortlichen auf eine komplikationsreiche, aber schliesslich gelungene Bauphase zurück.

Remo Infanger
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Von links: Projektleiter Urs Thali, der Gurtneller Bürgerratspräsident Hans Peter Baumann und Regierungsrat Urban Camenzind eröffnen den sanierten Güterweg Holzrieri-Diessenbrunnen. (Bild: Remo Infanger, 18. Mai 2019)

Von links: Projektleiter Urs Thali, der Gurtneller Bürgerratspräsident Hans Peter Baumann und Regierungsrat Urban Camenzind eröffnen den sanierten Güterweg Holzrieri-Diessenbrunnen. (Bild: Remo Infanger, 18. Mai 2019)

Auf der «Heissigegg» beim Arni hatte man am vergangenen Samstag Grund zum Feiern. Nach 6-jähriger Planungs- und 3-jähriger Bauzeit wurde der neu sanierte Güterweg Holzrieri-Diessenbrunnen in einer Eröffnungsfeier eingeweiht. Der Korporationsbürgerrat Gurtnellen, die Bauleitung und Begleiter des Projekts sowie Dutzende Anwohner kamen zusammen, um auf die gelungene Bauphase anzustossen.

Diese hatte es in sich, wie Projekt- und Bauleiter Urs Thali verlauten liess. «Vor 70 Jahren hatte man die Verbindung zwischen dem Arni und Gurtnellen als Reist- und Schlittelweg gebaut», erklärte er. Der Fahrweg dient bis heute dem Forstbetrieb, wird als Wanderweg genutzt und ist eine Erschliessungsstrasse für einige Ferienhäuser und landwirtschaftliche Liegenschaften. Mit der Zeit sei die Strasse jedoch sanierungsbedürftig geworden.

Bau dauerte länger als ursprünglich geplant

«Auch die Landwirtschaftsfahrzeuge sind breiter geworden», so Thali. «Man hat festgestellt, dass bei manchen die Räder aus der Strasse hinausragten.» Der zu schmale Weg habe immer wieder zu Konflikten zwischen Landwirtschaft und Wandertourismus geführt und auch ein Kreuzen zweier Fahrzeuge war nicht mehr sicher möglich. So wurde 2016 mit den baulichen Massnahmen begonnen. Die 3,5 Kilometer lange Strasse wurde für rund 1,9 Millionen Franken ausgebaut, verstärkt und stabilisiert. «Wir hatten grosse Probleme mit Vernässungen», erzählt Thali.

Auch Bernhard Epp, Geschäftsführer Baumann Epp Bau AG, führte aus: «Geplant waren zwei Jahre für den Bau.» Doch mehrere Unterbrüche im Sommer hätten das Projekt in die Länge gezogen. Auch eine Wasserleitung, die quer unter der Strasse verläuft, habe die Sanierung erschwert. Ein Murgang durchs Intschitobel riss zudem ein Mauerstück mit. Epp lobte das Entgegenkommen der Anwohner und Bauern. «Auch wenn teilweise Wege umgeleitet werden mussten, war das Verständnis immer gross», so Epp.

Das freut auch Rosmarie Zgraggen, Vizepräsidentin des Gemeinderats Gurtnellen: «In der Gemeinde weiss man das Projekt sehr zu schätzen. Wir sind froh, ist der Güterweg trotz diverser Komplikationen dermassen gelungen.»

«Das kann man als Kunst bezeichnen»

Gelungen sei das Projekt auch was die Optik betreffe, so Urs Thali: «Dass bei einem Neubau ein derart minimaler Eingriff in die Umwelt zu erkennen ist, kann man als Kunst bezeichnen.» Es sei immer ein grosses Anliegen gewesen, dass man die Natur möglichst so belasse, wie sie sei – ohne dass zum Beispiel unnötig Bäume gefällt werden müssen.

In dieser Kulturlandschaft mit empfindlichen Biotopen und vielen Trockensteinmauern habe eine umwelt- und landschaftsgerechte Bauweisen die grösste Bedeutung. «Der sanierte Güterweg ‹Holzrieri-Diessenbrunnen› gilt deshalb als absolutes Vorzeigeobjekt», sagte Urs Thali. Im Anschluss an die Segnung des Weges durch Pfarradministrator Bruno Werder liess René Briker die Feier mit seinem Alphorn ausklingen.