Einsprachen gegen geplantes Mega-Skigebiet

Die Umweltverbände legen Einsprache gegen die geplante Verbindung der Skigebiete Nätschen-Andermatt und Sedrun ein. Die Kritik richtet sich gegen das Ausmass und die Planungsunterlagen des Gross-Skigebiets.

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Skiregion Andermatt-Sedrun. (Bild: Janina Noser)

Skiregion Andermatt-Sedrun. (Bild: Janina Noser)

Im Rahmen des neuen Tourismusressorts in Andermatt sollen auch die Ski-Infrastrukturanlagen ausgebaut werden. Geplant ist, die Skigebiete Nätschen-Andermatt und Sedrun miteinander zu verbinden. Vorgesehen sind unter anderem 18 Liftanlagen und Bahnen. Die Gesamtkosten werden auf über 200 Mio. Franken veranschlagt. Von der Grössenordnung her würde das Gebiet vergleichbar mit St. Moritz, Verbier und Zermatt.

Gegen das Projekt reichen nun aber die Umweltverbände Pro Natura Uri und Graubünden, Mountain Wilderness, der Verkehrs-Club der Schweiz, die Stiftung Landschaftsschutz Schweiz und der WWF Einsprache beim Bundesamt für Verkehr (BAV) ein.

Skiregion Andermatt-Sedrun. (Bild: Janina Noser)

Skiregion Andermatt-Sedrun. (Bild: Janina Noser)

Planungsunterlagen kritisiert

Wie die Verbände in einer Mitteilung schreiben, solle das Projekt aus ihrer Sicht verkleinert werden. Besonders die Planungsunterlagen werden beanstandet: «Die eingereichten Unterlagen der Investoren sind lückenhaft und enthalten Fehler. Und trotzdem will man das Projekt möglichst rasch zum Baustart bringen», kritisiert Pia Tresch, Geschäftsstellenleiterin von Pro Natura Uri. Insbesondere der Umweltverträglichkeitsbericht und die Wirtschaftlichkeitsbeurteilung würden als ungenügend beurteilt. Zudem werden die Erschliessung unberührter Geländekammern und der Energiebedarf für die Beschneiung beanstandet.

Gegen eine massvolle, der Landschaft angepasste Verbindung der heutigen Skigebiete von Andermatt und Sedrun habe man nichts einzuwenden, schreiben die Umweltverbände. Das vorliegende Projekt sprenge jedoch die sinnvollen Ausmasse und weise massive Mängel auf.

Maximalausbau derzeit unrealistisch

Ein totaler Ausbau des Skigebietes ist allerdings aus heutiger Sicht unwahrscheinlich. Bereits im September wurde von seiten der Initianten signalisiert, man werde noch einmal über die Bücher gehen. Neben der Sawiris-Firma Andermatt Swiss Alps ist auch die schwedische Skistar AB an dem Projekt interessiert.

Der Urner Volkswirtschaftsdirektor Isidor Baumann bezeichnete das vorliegende Projekt als ein Maximal-Szenario. Nun gehe es darum, es auf Bedürfnisse, Wirtschaftlichkeit und Tragfähigkeit zu überprüfen. Möglicherweise resultiere dann ein Projekt mit Investitionen von lediglich 120 oder 150 Mio. Franken.

Ausschlaggebend für die Realisierung wird unter anderem sein, mit wie viel Geld sich die öffentliche Hand über die Neue Regionalpolitik (NRP) an dem Projekt beteiligt. Die für die Maximalvariante verlangten 88 Mio. Franken sind auch nach Ansichten von Sympathisanten des Projektes unrealistisch und politisch kaum durchzusetzen.

pd/bep/sda

Auch SAC erhebt Einsprache

Der Schweiter Alpen-Club SAC steht der geplanten Modernisierung und Ergänzung der bestehenden Skigebiete um Andermatt grundsätzlich positiv gegenüber, er hat jedoch gegen Teile der geplanten Skigebietserweiterung und -verbindung Einsprache erhoben. Er lehnt die Neuerschliessung Gurschengrat-St. Annalücke ab und fordert eine massvolle, der Landschaft angepasste Redimensionierung im Gebiet Nätschen-Oberalppass.

pd