EINTROMMELN: Narren haben das Sagen

Seit Mittwochabend hauen sie wieder auf Pauken und Trommeln, blasen in Trompeten und Posaunen. Die Fasnächtler geniessen die närrischen Tage und zeigen, was sie gebastelt haben.

Markus Zwyssig
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Mexikanische Gruselfiguren blasen Tell den Marsch. (Bild: Urs Hanhart (Altdorf, 22. Februar 2017))

Mexikanische Gruselfiguren blasen Tell den Marsch. (Bild: Urs Hanhart (Altdorf, 22. Februar 2017))

Markus Zwyssig

markus.zwyssig@urnerzeitung.ch

Hunderte von Katzenmusikern marschierten gestern durch Altdorf. Gruselige Gestalten, Hirsche und andere gehörnte Tiere, Küken pellten sich aus dem Ei. Kubanische Helden zogen an dicken Zigarren. Lustige Figuren aus der Sesamstrasse und ganz viele Fische und Quallen spielten den «Katzenmusikmarsch».

Es schien, als wolle der Zug der Musikanten durch den Urner Hauptort nicht enden. Auch standen noch kaum je mehr Menschen am Strassenrand. Die warmen Temperaturen hatten derart viele Besucher nach Altdorf gelockt. Musikalisch gab es ebenfalls eine Überraschung: Die Altdorfer spielten den «Katzenmusikmarsch» so schnell wie noch selten. Als der Zug kurz vor dem Telldenkmal angekommen war, klang es wunderbar. Den Höhepunkt erreichte die Musik kurze Zeit später. Derart viele Menschen versammeln sich nur einmal im Jahr spielend zu den Füssen Wilhelm Tells. Einen ganz besonderen Eindruck hinterliess das für einmal beleuchtete Rathaus.

Der Countdown in die fünfte Jahreszeit

Mit einem Countdown hatte das lang erwartete Eintrommeln auf der Altdorfer Bahnhofstrasse begonnen: «10, 9, 8, 7, 6, 5, 4, 3, 2, 1», zählten die Fasnächtler. Dann wurde Konfetti in die Luft geschossen. Los ging sie, die für viele schönste, aber nur kurze fünfte Jahreszeit. Auch in den meisten anderen Urner Gemeinden ist gestern Abend das Fasnachtsfieber ausgebrochen. In Schattdorf gab es eine besondere Premiere. Das Eintrommeln begann erstmals nicht beim Feuerwehrlokal, sondern beim Restaurant Brückli. Die Katzenmusiker trafen sich vorgängig beim ehemaligen Schützenstand. Das Motto hiess «Die sieben Kontinente». Da zogen Geishas, Zigeunerinnen, Eskimos, Hochseefischer und gleich mehrere Ronald McDonalds gemeinsam durch die Strassen. Weniger gut ging es einem anderen prominenten Amerikaner. Präsident Donald Trump wurde von Indianern an einen Marterpfahl gefesselt.