ELEKTRIZITÄTSWERK ALTDORF: Jörg Wild geht mit einem guten Gefühl

Nach einem Jahrzehnt mit Jörg Wild an der Spitze beginnt beim EWA eine neue Ära. Trotz schwierigem Marktumfeld kann sich das Unternehmen behaupten. Strategisch setzt der Verwaltungsrat auf Kontinuität.

Urs Hanhart
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Jörg Wild, seit 2007 Vorsitzender der Geschäftsleitung des EWA, verlässt das Unternehmen. (Bild: Urs Hanhart (Altdorf, 25. Januar 2017))

Jörg Wild, seit 2007 Vorsitzender der Geschäftsleitung des EWA, verlässt das Unternehmen. (Bild: Urs Hanhart (Altdorf, 25. Januar 2017))

Urs Hanhart

urs.hanhart@urnerzeitung.ch

Die 122. Generalversammlung der Elektrizitätswerk Altdorf (EWA) AG, die am Mittwoch im Theater Uri in Altdorf abgehalten wurde und an der 323 Aktionäre teilnahmen, stand ganz im Zeichen von zwei gewichtigen Verabschiedungen. Einerseits handelte es sich um Jörg Wild, seit 2007 Vorsitzender der Geschäftsleitung, und andererseits um alt Regierungsrat Markus Züst, der zwölf Jahre dem Verwaltungsrat angehört hatte.

Züst fiel die Ehre zu, vor Inangriffnahme der Traktanden ein Referat zu halten. Er betonte: «Uri hat sich einen Ruck gegeben. In den letzten Jahren hat in verschiedenen Bereichen ein markantes Umdenken stattgefunden. Wichtig ist, dass wir alle wieder an uns und unseren Kanton glauben. Wir spüren, dass wir als kleiner Kanton wieder jemand sind und man uns teilweise sogar beneidet.» Jetzt müsse man dazu schauen, dass dieses zarte Pflänzchen Uri weiter gedeihe. Dies sei gerade jetzt ganz wichtig. «Wir leben in einer unglaublich unsicheren Zeit», so Züst, «vielerorts streben egomane und narzisstische Politiker sowie politische Strömungen an die Macht, die ohne Rücksicht auf andere und ohne Anstand sowie Respekt vor allem Angst und Hass schüren.» Es brauche Zivilcourage und Standfestigkeit, um diesen Tendenzen entgegenzutreten.

Idealer Zeitpunkt, um abzutreten

Wild orientierte die Aktionäre letztmals über den Geschäftsgang. Dabei konnte er erfreuliche Zahlen präsentieren (siehe «Urner Zeitung» vom 17. Dezember). Ende Januar wird er als Vorsitzender der Geschäftsleitung abtreten. Dazu sagte er: «Jetzt ist ein guter Zeitpunkt, um das Unternehmen zu verlassen und eine neue Herausforderung in Angriff zu nehmen. Das EWA befindet sich in grossartiger Verfassung. Es hat sich in den letzten Jahren erfreulich entwickelt und ist in allen Bereichen in einem tollen Zustand. Zudem hat es eine hervorragende Basis, um sich auch in Zukunft bestens entwickeln zu können.»

Das Unternehmen sei finanziell durch und durch gesund. Und nicht zuletzt verfüge das EWA über eine hervorragende Mannschaft. Die Mitarbeiter seien hoch motiviert, sehr kompetent und äusserst innovativ. Das sei die beste Basis, die eine Firma mit Blick in die Zukunft haben könne.

Verwaltungsrat setzt auf Kontinuität

Verwaltungsratspräsident Felix Graf würdigte die grossen Verdienste von Wild. Unter anderem sagte er: «Jörg Wild hat das EWA in den letzten zehn Jahren sehr ruhig, strategisch und umfassend geführt. Er hat massgeblich dazu beigetragen, dass das Unternehmen heute trotz schwierigem Markumfeld so gut dasteht.» Als Abschiedsgeschenk überreichte Graf dem abtretenden Geschäftsleitungsvorsitzenden ein Gemälde der Urner Künstlerin Anita Regli, die kürzlich in der EWA-Galerie Niedervolta einen Teil ihres Schaffens ausgestellt hatte.

Zum Nachfolger von Wild wählte der Verwaltungsrat kürzlich einstimmig Werner Jauch, der seit 2008 der EWA-Geschäftsleitung angehört. Er behielt gegen 180 Mitbewerber die Oberhand. Mit der Wahl von Jauch setzt der Verwaltungsrat auf Kontinuität. Die Versammelten stimmten sämtlichen Anträgen des Verwaltungsrates einstimmig zu, so auch der Verwendung des Bilanzgewinns von 3,91 Millionen Franken. Je Aktie wird unverändert eine Dividende von 8 Franken ausgeschüttet (insgesamt 1,6 Millionen Franken). 2,15 Millionen Franken gehen als Einlage in die freien Reserven und 60 000 Franken in die allgemeine Reserve. Die restlichen rund 104 000 Franken werden auf die neue Rechnung vorgetragen. Neu in den Verwaltungsrat gewählt wurden der Altdorfer Gemeindevizepräsident Peter von Rotz und Ständerat Isidor Baumann. Die bisherigen Mitglieder Felix Graf, Rolf Infanger (Vertreter der Korporation Uri), Urs Kälin, Urs Meyer, Andreas Ruch und Etienne Schön wurden alle für eine weitere dreijährige Amtszeit bestätigt. Der Regierungsrat ist in diesem Gremium mit Urban Camenzind und Urs Janett vertreten. Beide wurden vom Landrat gewählt.

Kritische Wortmeldung am Ende

Zum Schluss der ansonsten harmonisch verlaufenen Versammlung gab es auch noch kritische Töne. Der Aktionär Urs Thali meldete sich zu Wort und sagte: «Ich habe festgestellt, dass das EWA in letzter Zeit in der Bevölkerung an Rückhalt verloren hat. An Sitzungen, Besprechungen und auch bei Bürgergemeinden kommt immer mehr das Gefühl auf, dass man nicht ernst genommen wird. Das ist ein Thema, das die Leute vom Kader angeht. Ich hoffe, dass der Ton wieder menschlicher, freundlicher und zuversichtlicher wird.» Verwaltungsratspräsident Felix Graf nahm das Votum entgegen und versprach, dass man dieses Anliegen ernst nehme und sich um einen Dialog bemühen werde.