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ENERGIE: Göschener Kraftwerk produziert erneut weniger Strom

Das Kraftwerk Göschenen hat im Geschäftsjahr 2016/17 rund 391 Millionen Kilowattstunden und damit 1,7 Prozent weniger Strom produziert als im Vorjahr. Schuld waren weniger Regen und weniger Schnee.
Das Kraftwerk Göschenen nutzt das im Göscheneralpsee gespeicherte Wasser zur Stromproduktion. (Archivbild: Eveline Beerkircher (22. August 2012))

Das Kraftwerk Göschenen nutzt das im Göscheneralpsee gespeicherte Wasser zur Stromproduktion. (Archivbild: Eveline Beerkircher (22. August 2012))

Bruno Arnold

bruno.arnold@urnerzeitung.ch

Im KW Göschenen (KWG) werden die Wasser der Reuss aus dem Göscheneralp-, dem Voralp- sowie aus dem Urserntal genutzt. Die jährliche Stromproduktion des KWG liegt bei 430 Millionen kWh, was dem Strombedarf von rund 90000 Haushalten entspricht. An der KW Göschenen AG sind die Centralschweizerischen Kraftwerke AG (CKW) mit 50 Prozent, die SBB AG mit 40 und der Kanton Uri mit 10 Prozent beteiligt. Die SBB übernehmen 55 Prozent, die CKW 45 Prozent der erzeugbaren Energie.

In den vergangenen beiden Geschäftsjahren konnte der Durchschnittswert allerdings nicht erreicht werden. 2016/17 wurden nur 391 Millionen kWh Strom produziert. Hauptgründe dafür waren die geringen Niederschläge im Herbst 2016 und die dünne Schneedecke im Win­- ter 2016/17. Im Geschäftsjahr 2015/16 waren es 397,8 Millionen kWh gewesen. Damals hatten die Entleerung des Göscheneralp-Stausees, Erneuerungsarbeiten in der Kraftwerkszentrale sowie die anhaltende Trockenheit für einen Rückgang um 18 Prozent gegenüber 2014/15 gesorgt.

Rückgang war schon früh absehbar

«Bereits im Herbst 2016 war absehbar, dass die Produktion hinter dem Vorjahr zurückliegen würde», so die CKW. «Augenfällig wurde das, weil die gesamte Menge Strom, die mit der Laufstufe Urnerloch produziert wird, bereits zum Jahreswechsel weit hinter den üblichen Werten lag. «Die mageren und vor allem sehr späten Schneefälle im Winter 2016/17 vermochten die Lücken auch nicht zu füllen. Trotzdem könne von einem positiven Jahr gesprochen werden. «Einerseits gab es keine grossen Störungen, andererseits konnten die laufenden Kosten gesenkt werden.» Bei zwei Felsstürzen entlang der Göscheneralpstrasse kam es allerdings zu Sachschäden. Die Verhältnisse im Abbruchgebiet wurden jeweils durch einen Geologen beurteilt.

Im Geschäftsjahr 2016/17 bezahlte die KWG AG rund 6,3 (Vorjahr: 6,2) Millionen Franken Wasserzinsen und Abgaben sowie 0,9 (0,9) Millionen Franken Steuern an die öffentliche Hand. 9,9 (9,5) Millionen Franken respektive 70 Prozent der Wertschöpfung verblieben in Uri. Im Weiteren stellte das KWG dem Kantonsspital Uri vergünstigten Strom im Gegenwert von 0,4 (0,41) Millionen Franken zur Verfügung.

Aktionäre setzen auf Schweizer Wasserkraft

Der Marktpreis für Strom liegt in der Schweiz bei durchschnittlich unter 5 Rappen pro kWh. 2008 waren es noch 11,9 Rappen gewesen. Gleichzeitig steigen die Produktionskosten, weil viele Wasserkraftwerke erneuert werden müssen, die Wasserzinsen ge­stiegen sind und verschärfte Gewässerschutzvorschriften die Produktionsmöglichkeiten einschränken. Trotzdem setzt die KWG AG auf die Schweizer Wasserkraft. Seit 2013 und noch bis 2021 wird in Grosskomponenten wie Turbinenräder, Generatoren und Transformatoren investiert. «Dank verbesserter Verfügbarkeit und höheren Wirkungsgraden kann das KWG die Ressource Wasser dadurch in Zukunft besser ausnützen», sagt KWG-Betriebsleiter Peter Tresch. «Wir glauben an die Schweizer Wasserkraft und sind überzeugt, dass sich die Investitionen lohnen werden. Die wieder leicht gestiegenen Marktpreise für Strom im vergangenen Jahr bestätigen uns darin», sagt Betriebsleiter Peter Tresch.

Ein weiterer Beweis für das Wasserkraftengagement der KWG AG sei der geplante Bau des rund 1,2 Millionen teuren Dotierwasserkraftwerks bei der Wasserfassung im Urnerloch, so Tresch weiter. Direkt unterhalb des Wehrs soll eine kleine, teilweise in den Fels eingelassene Zentrale entstehen. Damit kann die vorgeschriebene Restwassermenge nochmals zur Stromproduktion genutzt und dereinst ökologischer Strom für rund 110 Haushalte produziert werden. Aufgrund der erschwerten Logistik und Baustellenzufahrt wegen der Sanierung der Schöllenen­strasse wurde der Baubeginn um rund ein Jahr auf Herbst 2018 verschoben.

Die Kraftwerk Göschenen AG durchläuft ein millionenschweres Erneuerungsprogramm. (Bild Roger Grütter/Neue LZ)

Die Kraftwerk Göschenen AG durchläuft ein millionenschweres Erneuerungsprogramm. (Bild Roger Grütter/Neue LZ)

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