ENERGIEPOLITIK: Uri soll für Verzicht auf Alpbach gerüstet sein

Ist die Alpbachkonzession bis Ende 2017 nicht erteilt, sollen das Nutzungskonzept angepasst und der geltende Schutz in anderen Urner Tälern aufgehoben werden.

Bruno Arnold
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Ist Ende 2017 keine Konzession für die Nutzung des Alpbachs in Erstfeld erteilt, soll das Schutz- und Nutzungskonzept erneuerbare Energien (Snee) angepasst werden. (Bild: Eveline Beerkircher (Unterschächen, Juni 2014)

Ist Ende 2017 keine Konzession für die Nutzung des Alpbachs in Erstfeld erteilt, soll das Schutz- und Nutzungskonzept erneuerbare Energien (Snee) angepasst werden. (Bild: Eveline Beerkircher (Unterschächen, Juni 2014)

Der Seedorfer SVP-Landrat Christian Arnold will das Projekt Wasserkraftnutzung am Alpbach in Erstfeld aktiv vorantreiben. In einer gestern eingereichten Motion fordert er die Regierung auf, die Alpbach-Konzession dem Landrat bis Ende Jahr 2017 zum Beschluss vorzulegen. Eine Doppelnutzung (Trinkwasser und Wasserkraft) müsse dabei Priorität haben.

Der Alpbach sei eines der wichtigsten Projekte im Schutz- und Nutzungskonzept erneuerbare Energien (Snee; siehe Box). Der Regierungsrat sehe dieses Gewässer seit Jahren für die Stromproduktion vor. «Im Kanton Uri gibt es keinen Bach mit ähnlich grossem ungenutztem Potenzial für Wasserkraft», sagte der Motionär bei der Begründung seines Vorstosses.

Snee früher als geplant anpassen

«Sollte das Projekt Alpbach 2017 nicht umgesetzt werden können, würde damit eines der wesentlichen Ziele des Snee nicht erreicht», erklärte Arnold gestern. «Das Konzept müsste dann früher als geplant angepasst und dem Landrat erneut zur Kenntnis gebracht werden.» In diesem Fall wäre es für den Seedorfer SVP-Vertreter «nicht zielführend, weiterhin ganze Talschaften – wie zum Beispiel das gesamte hintere Schächental – auf die nächsten Jahre hinaus von der Wasserkraft- und Windnutzung auszuschliessen».

Grosser Widerstand in Erstfeld

Seit mehreren Jahren laufen Gespräche mit verschiedenen Partnern, um die Wasserkraft des Alpbachs gemeinsam zu nutzen. Das Projekt stiess jedoch in der Vergangenheit in Erstfeld auf heftigen Widerstand. Hauptgrund war die Befürchtung, dass die Trinkwasserquellen im Erstfeldertal nicht mehr im gleichen Ausmass wie heute genutzt werden könnten. Das vorgeschlagene Trinkwasser-Ersatzkonzept des Urner Regierungsrats wurde abgelehnt. Im Mai 2016 kündigte dann die Exekutive des Kantons Uri einen neuen Lösungsansatz für eine Doppelnutzung des Wassers an. «In der Zwischenzeit hat sich aber nicht nur im Kanton Uri in Sachen Nutzung erneuerbarer Energien einiges bewegt», hielt Arnold gestern fest. «Auch beim Bund hat sich einiges verändert, leider nicht zu Gunsten der Wasserkraft­nutzung.»

Damit sprach er die per 2017 beschlossene Senkung der Ansätze für die Kostendeckende Einspeisevergütung (KEV) und eine mögliche weitere Senkung ab 2018 an. «Mit den tieferen KEV-Ansätzen wird einerseits klar die Wirtschaftlichkeit – insbesondere beim Alpbach, aber auch bei anderen Projekten – in Frage gestellt», betonte Arnold bei der gestrigen Begründung seines Vorstosses. «Anderseits entgehen dem Kanton Uri dadurch wichtige Konzessionseinnahmen.» Es sei daher zwingend notwendig, dass für den Alpbach bis spätestens Ende 2017 eine Lösung auf dem Tisch liege respektive dass der Landrat bis zu diesem Zeitpunkt die Konzession erteilen könne.

Bruno Arnold

bruno.arnold@urnerzeitung.ch