Energiestadt Erstfeld fördert die Elektromobilität

Die Lademöglichkeiten für Elektroautos und E-Bikes sind deutlich ausgebaut worden. Es gibt aber noch weitere Möglichkeiten.

Urs Hanhart
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Neue Ladestationen für Elektroautos. Von links: Walter Marty, Pia Tresch und Walter Tresch schliessen den Sponti-Car an die neue Ladestation an.

Neue Ladestationen für Elektroautos. Von links: Walter Marty, Pia Tresch und Walter Tresch schliessen den Sponti-Car an die neue Ladestation an.

Bild: Urs Hanhart (Erstfeld, 10. September 2020)

Auf dem Erstfelder Gemeindeparkplatz gibt es neuerdings vier grün eingefärbte Parkfelder. Diese verfügen über moderne Ladestationen für Elektroautos. Gemeindepräsidentin Pia Tresch und der Präsident der Energiestadtkommission, Walter Marty, hatten gestern die Ehre, erstmals ein Fahrzeug zum Aufladen anzuschliessen und damit die neuen Anlagen einzuweihen. Assistiert wurden sie von Walter Tresch, Geschäftsleitungsmitglied und Leiter Dienstleistungen bei den Erstfeldern Gemeindewerken.

Angeschlossen an die Stromzapfsäule wurde ein spezielles Fahrzeug. Es handelte sich um einen vollelektrischen Renault Zoe des Carsharing-Unternehmens Sponti-Car. Dieser Wagen, für den das Parkfeld 1 reserviert ist, wird den Erstfeldern ab sofort durch die Einwohnergemeinde gegen eine entsprechende Gebühr zur Verfügung gestellt. Nach der Registrierung kann das Fahrzeug, welches über eine maximale Reichweite von 330 (Winter) bis 400 Kilometer (Sommer) verfügen soll, über eine App gebucht werden. Das Angebot richtet sich in erster Linie an Erstfelder. Der weisse Elektroflitzer mit der Aufschrift «Sponti-Car – ein Auto für alle» kann aber von allen Personen gebucht und benutzt werden, die sich bei Sponti-Car registrieren. In den ersten sechs Stunden kostet die Miete fünf Franken pro Stunde. Ab der siebten Stunde sind es dann vier Franken pro Stunde.

«Falls unser Sponti-Car rege genutzt wird, überlegen wir uns, ob wir allenfalls noch ein zweites Elektrofahrzeug anschaffen sollen. Dann allerdings eines mit mehr Lademöglichkeiten», erklärte Pia Tresch.

Beim Gemeindehaus gibt es neuerdings Lademöglichkeiten für E-Bikes.

Beim Gemeindehaus gibt es neuerdings Lademöglichkeiten für E-Bikes.

Bild: Urs Hanhart (Erstfeld, 10. September 2020)

Erstfeld entrichtet dem Carsharing-Unternehmen eine Grundpauschale von 14000 Franken pro Jahr. Je mehr der Zoe genutzt wird, desto mehr fliesst zurück in die Gemeindekasse. Das Carsharing von ­Sponti-Car sei auf Einfachheit getrimmt, sagte Gründer und Geschäftsführer Mark Ritzmann. Für die Bürger bedeute das kostengünstige und klimafreundliche Mobilität ohne Fixkosten, analog den Generalabonnementstageskarten, welche die Gemeinde Erstfeld seit Jahren anbiete. Sponti-Car sei von Grund auf für die Anforderungen und Möglichkeiten des ländlichen Raums entwickelt worden. Das Konzept des Carsharing-Unternehmens mit Sitz in Hombrechtikon hat sich bereits in 20 Deutschschweizer Gemeinden sowie Liechtenstein etabliert.

Bei Bedarf kann Kapazität schnell verdoppelt werden

Als Energiestadt Gold haben Energieeffizienz und Elektromobilität in Erstfeld Tradition. Schon seit 2014 können auf dem Gemeindeparkplatz Elektroautos geladen werden. Mit den Gemeindewerken Erstfeld als Technologiepartner hat die Gemeinde nun die Infrastruktur für E-Mobilität ausgebaut. Die vier Parkfelder sind noch nicht das Ende der Möglichkeiten. Walter Tresch dazu: «Bei Bedarf könnten wir die Kapazität schnell verdoppeln. Vier weitere Parkfelder sind bereits dafür vorbereitet, ebenfalls mit Ladestationen ausgestattet zu werden.»

Der Strombezug ab der neuen Ladeinfrastruktur ist kostenpflichtig. Die Ladesäulen können dazu einfach durch alle bekannten Lade-Apps mit dem Mobiltelefon freigeschaltet werden und die Abrechnung erfolgt über die entsprechend hinterlegte Kreditkarte. Auch die Parkgebühr kann via Twint, Parkingpay oder an der zentralen Parkuhr entrichtet werden. «Dank der Unterstützung durch die Gemeindewerke konnten wir die Abläufe einfach und den zukünftigen Aufwand für die Einwohnergemeinde gering halten», betonte die Gemeindepräsidentin.

Freuen dürfen sich auch Besitzer von mit Strom angetriebenen Bikes. Am Gemeindehaus, unmittelbar gegenüber den Ladesäulen für Elektroautos, wurde gestern zudem eine Ladelinie des Projekts «E-Bike Land Uri» in Betrieb genommen. Diese wurde ebenfalls gemeinsam durch die Einwohnergemeinde und die Gemeindewerke finanziert. Mit Solarstrom direkt vom Dach des Veloständers können dort die Akkus von fünf E-Bikes gleichzeitig geladen werden. Die Benutzung der Bikelade­station ist kostenlos.