ENGELBERG: Urner bauen neues Heizwerk

Die Realisierung eines Wärmeverbundes in Engelberg ist auf guten Wegen. Zum Zuge kommt dabei das Know-how der Oeko Energie AG aus Uri.

Beat Christen
Drucken
Teilen
Von links: Daniel Amstutz, Othmar Zgraggen, Bendicht Oggier, Christian Gisler sowie Michelle Liou und Thomas Dittrich bei der Vertragsunterzeichnung. (Bild: Beat Christen (Engelberg, Juli 2017))

Von links: Daniel Amstutz, Othmar Zgraggen, Bendicht Oggier, Christian Gisler sowie Michelle Liou und Thomas Dittrich bei der Vertragsunterzeichnung. (Bild: Beat Christen (Engelberg, Juli 2017))

Beat Christen

redaktion@urnerzeitung.ch

Während die Bauarbeiten beim Hotel Titlis Palace in Engelberg auf Kurs sind, hat ein weiteres Projekt an Fahrt aufgenommen: Im Zuge der Sanierungsarbeiten verschiedener in der Klosterstrasse verlegter Leitungen werden jetzt zusätzlich Fernwärmeleitungen in die offenen Baugruben des Werkleitungstrassees verlegt. Dies ist der erste Schritt in Engelberg zur Realisierung eines Wärmeverbundes durch die Heizwerk Engelberg AG.

Mit dem Entscheid der Han’s Europe AG als Bauherrin des Hotels Titlis Palace zur Abnahme dieser ökologisch produzierten Energie wurde die wichtige Grundlage für eine zeitnahe Umsetzung des Fernwärmeprojekts geschaffen. Die Han’s Europe AG ist somit die erste Hauptabnehmerin der Fernwärme, die bereits in der Phase der Bauaustrocknung eingesetzt wird.

Ein Gemeinschaftswerk mit Urner Beteiligung

Die in Engelberg vorhandenen ökologischen Energieressourcen sinnvoll zu nutzen, das ist das Ziel der Heizwerk Engelberg AG. Das Unternehmen arbeitet dabei für die Planung, den Bau und den Betrieb mit der Oeko Energie AG zusammen, die im Kanton Uri bereits verschiedene Projekte im Bereich erneuerbare Energie erfolgreich umgesetzt hat. Ein wichtiger Partner für die Heizwerk Engelberg AG ist das Benediktinerkloster Engelberg. In einer ersten Phase wird die für die Temperierung und Bauaustrocknung beim Hotel Titlis Palace benötigte Wärme vom Kloster geliefert, das auch in Zukunft sein Heizwerk eigenständig betreiben und der Heizwerk Engelberg AG Wärme verkaufen wird. Mit Fortschreiten der Bauarbeiten wird dann das Hotel Titlis Palace die für den Hotelbetrieb benötigte Wärme vollständig von der Heizwerk Engelberg AG beziehen. Die entsprechenden Verträge wurden kürzlich unterzeichnet. Mit dabei waren Daniel Amstutz, Benediktinerkloster Engelberg, Othmar Zgraggen, Heizwerk Engelberg AG, Bendicht Oggier, Einwohnergemeinde Engelberg, Christian Gisler, Heizwerk Engelberg AG, sowie Michelle Liou und Thomas Ditt­rich von der Han’s Europe AG. Für die Bauherrschaft des ersten Fünf-Sterne-Hotels in Engelberg war es ein zentrales Anliegen, den zukünftigen Energiebedarf zu einem Grossteil mit den im Engelbergertal vorhandenen Ressourcen abzudecken.

Mehrere Partner sitzen im Boot

Eine Absichtserklärung unterzeichnet haben Vertreter der Einwohnergemeinde Engelberg. Sagt das Stimmvolk an der Frühjahrstalgemeinde 2018 Ja zum Anschluss an den Wärmeverbund, soll das Gemeindehaus im kommenden Jahr ebenfalls angeschlossen werden. Ebenfalls mit einer Absichtserklärung hat die Kursaal Engelberg AG ihr Interesse am Anschluss des Kursaals an den Wärmeverbund bekundet. Parallel zur ersten Phase mit der Energielieferung aus dem klostereigenen Heizwerk geht die Planung für den Bau der Heizzentrale im «Ghärstli» weiter.

Ziel ist es, im Verlauf des Jahres 2018 die Baubewilligung zu erhalten, um anschliessend mit der Realisierung starten zu können.

Auf bewährter Technik basierend

Einer Abgabe der Parzelle Ghärstli im Baurecht an die Heizwerk Engelberg AG hat die Bürgergemeinde Engelberg bereits im Frühjahr 2016 zugestimmt. Die Anlage Ghärstli wird gemäss Planung auf bewährter Technik basieren und dabei auch den neusten Umweltanforderungen entsprechen. Der sich jetzt im Bau befindliche Nahwärmeverbund ab der Heizzentrale des Benediktinerklosters wird dann einbezogen.