Den Unterhalt lässt sich die Dampfbahn Furka-Bergstrecke jährlich 700'000 Franken kosten

Heuer werden etwa der Furka-Scheiteltunnel sowie drei Viadukte auf der Walliser Seite saniert. Die dafür notwendigen Beträge müssen innert drei Monaten erwirtschaftet werden.

Drucken
Teilen

(ml) Auf der Strecke der Dampfbahn-Furka-Bergstrecke (DFB) finden derzeit diverse Unterhaltsarbeiten statt, etwa im Furka-Scheiteltunnel. Die Kosten für die Sanierungsetappe 2020 belaufen sich auf 90'000 Franken, wie die DFB in einer Medienmitteilung schreibt. Die Sanierung ist aber noch nicht abgeschlossen. 2023 sind die drei kurzen Tunnel zwischen Realp und dem Steffenbachviadukt an der Reihe. Noch vor Saisonbeginn wurde die Stützmauer beim Tunnel II kurz nach Realp langfristig saniert. Die Kosten dort betragen 110'000 Franken.

Weiter werden derzeit drei Viadukte auf der Walliser Seite zwischen Gletsch und Oberwald saniert. Für das Viadukt Eischflüh (36,5 Meter) werden 20'000 Franken aufgewendet und für das Viadukt Mässweid (47,2 Meter) 40'000 Franken. Beide sind in Naturstein gebaut. Die Kosten für die Arbeiten an der 94,5 Meter langen Naturstein-Gewölbekonstruktion des Viadukts Biel belaufen sich auf 80'000 Franken. 2022 sollen die Arbeiten an der Rhonebrücke und am Eingangsbereich des Kehrtunnels kurz nach Gletsch sowie an zwei Bachdurchlässen folgen.

Über 100 Jahre alte Tunnel und Brücken

Der Unterhalt der Strecke ist allerdings eine Daueraufgabe der DFB. Vor, während und nach der Saison sind auf dem Streckennetz der Dampfbahn-Furka-Bergstrecke immer wieder Bauequipen im Einsatz. Um die Gleise, Brücken, Stützmauern und Tunnels auf dem notwendigen Sicherheitsstandard zu halten, wendet die DFB gemäss Mitteilung jährlich 700'000 Franken auf. Der Bahnbetrieb generiere nur während dreier Monate Einnahmen, die Infrastruktur koste aber das ganze Jahr, sagt Geschäftsleiter Josef Hamburger. «Kommt hinzu, dass die DFB keine Bundesgelder erhält, weil sie keinen Transportauftrag besitzt. Auf der anderen Seite muss die Dampfbahn aber die Vorgaben des Bundesamtes für Verkehr einhalten», so die Medienmitteilung.

Die Geleise auf der Bergstrecke liegen exponiert in einer wilden Alpenlandschaft. Die Tunnel, Brücken und Stützmauern wurden grösstenteils vor rund 100 Jahren gebaut. Nach der Einstellung des Betriebes im Herbst 1981 wurde die Bergstrecke während einiger Jahre nicht gepflegt. All dies macht den Unterhalt schwierig.

Ohne Massnahmen könnte Bahnstrecke abrutschen

Zu den regelmässigen Aufgaben gehören die Instandsetzungen von Stützmauern an abrutschgefährdeten Hängen, die Ausbesserung der Tunnel und die Sanierung von Brücken. Auch die Stützwerke und Mauern entlang der Furkareuss erfordern einen ständigen Unterhalt. Die gelegentlich hochwasserführende Furkareuss beschädigt in der engen Schlucht zwischen Realp und Tiefenbach die Uferpartien. Seit dem Bahnbau 1913/14 hat sich dort das Flussbett um bis zu fünf Meter abgesenkt. Ohne bauliche Massnahmen drohen hier Unterspülungen, die zum Abrutschen der Bahnstrecke führen könnten.

Ein anderes Dauerthema ist die Gleiserneuerung. Bisher wurden jährlich 300 Meter erneuert. Die Arbeiten auf der Urner Seite konnten letztes Jahr abgeschlossen werden. Ab 2021 wird das Trassee auf der Walliser Seite von Gletsch her Richtung Muttbach bearbeitet. Neu werden die Arbeiten alle zwei Jahre ausgeführt, dabei aber jeweils 600 Meter saniert. Der Aufwand für 600 Meter beträgt 200'000 Franken. Sollte alles normal laufen, kann dieser Streckenabschnitt im Jahr 2031 fertiggestellt werden.

In nostalgischen Zügen ans Dampfbahn-Fest reisen

(ml) Bei der Dampfbahn-Furka-Bergstrecke rüstet man sich derzeit für das Dampfbahn-Fest vom 22. und 23. August in Gletsch. Schon bei der Anreise nach Gletsch kann man sich fühlen wie in vergangenen Zeiten. Auf den Strecken Interlaken–Meiringen–Gletsch sowie Luzern–Brünig–Meiringen–Gletsch verkehren hin und zurück historische Postautokurse. Plätze können unter www.dfb.ch gebucht werden. Am Samstag, 22. August, bietet SBB Historic auf der Strecke Zürich–Aarau–Bern–Brig und zurück eine Fahrt mit einem historischen TEE-Triebzug an. Informationen und Buchungsmöglichkeiten finden sich unter www.sbbhistoric.ch/dampfbahnfest. Am Sonntag, 23. August, ist eine Sonderfahrt des Vereins MGBahn-Historic mit der ehemaligen FO-Elektrolok HGe 4/4 I Nr. 36 von Brig nach Oberwald vorgesehen.

Beim Dampfbahn-Fest werden drei Jubiläen gefeiert: 10 Jahre Betrieb des Streckenabschnitts Gletsch–Oberwald, 20 Jahre durchgehend befahrbare Strecke Realp–Gletsch und 30 Jahre, seit mehrere verrostete Zahnrad-Dampfloks aus dem vietnamesischen Hochland in die Schweiz zurückgeholt wurden.

Spenden für die Finanzierung des Unterhalts nimmt die Stiftung Furka-Bergstrecke, 3999 Oberwald, entgegen: IBAN CH11 0900 0000 6029 3080 2 – Vermerk: Unterhalt Strecke.