«Hindernis» beim Kollegi-Kreisel: Regierung nimmt Stellung

Landrätin Karin Gaiser erhält Antworten auf Fragen zum inzwischen abgeschrägten «Absatz». Gekostet haben die erfolgten zusätzlichen Arbeiten knapp 4000 Franken.

Markus Zwyssig
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Der Kreisel beim Kollegi in Altdorf mit der optischen Verengung unmittelbar vor dem Fussgängerstreifen.

Der Kreisel beim Kollegi in Altdorf mit der optischen Verengung unmittelbar vor dem Fussgängerstreifen.

Bild: Florian Arnold (30. September 2020)

Der Kreisel Kollegi sorgte für Schlagzeilen, insbesondere auch wegen einer optischen Verengung bei der Kreiselausfahrt in die Klausenstrasse. Die Erstfelder CVP-Landrätin Karin Gaiser spricht in diesem Zusammenhang von einem «Absatz» respektive von «einem eingebauten Hindernis». Sie hatte daher eine Interpellation eingereicht, welche die Regierung nun beantwortet hat. Eine Velofahrerin habe sich bei der Baudirektion gemeldet, weil sie wegen des «Absatzes» gestürzt sei, jedoch ohne sich zu verletzen. «Durch die Polizei wurden keine Unfälle erfasst», schreibt die Regierung.

Inzwischen wurden die Granitsteine beim Kreisel abgeschrägt, die Kosten dafür belaufen sich auf 3945 Franken. Zum zusätzlichen Bearbeitungsschritt meint die Regierung: «Es kann davon ausgegangen werden, dass auch bei einer Bestellung der Granitsteine mit Abschrägung bereits höhere Kosten entstanden wären.»

«Entspricht dem Stand der Technik»

Der Kanton könne grundsätzlich nicht belangt werden, denn die gültigen Normen seien eingehalten worden, hält die Regierung fest. Die Pläne für den Bau der optischen Fahrbahnverengung wurden von einem externen Auditor begutachtet. Dabei ging es auch um die Frage der Sicherheit für die Verkehrsteilnehmer. «Die optische Fahrbahnverengung entspricht dem Stand der Technik und ist gemäss den Schweizer Normen ausgeführt worden», so die Regierung. «Ausgehend vom Beizug des externen Auditors kann dem Kanton Uri keine Nachlässigkeit hinsichtlich der gebauten optischen Verengung mit der überfahrbaren Fläche unterstellt werden.»

Bei der Kreiselausfahrt in die Klausenstrasse befinden sich ein Fussgängerstreifen und gleich anschliessend eine Bushaltestelle. «Für Fahrzeuglenker, die auf der Gotthardstrasse von Schattdorf her kommen, sind diese Gefahrenstellen nicht beziehungsweise zu spät einsehbar.» Die optische Fahrbahnverengung bewirke, dass Fahrzeuglenker die Geschwindigkeit anpassen würden. Für Fahrzeuglenker, die von Altdorf kommen, sind der Fussgängerstreifen und die Bushaltestellen gut ersichtlich. Die optische Fahrbahnverengung sorge dafür, dass nicht beschleunigt, sondern vielmehr die Geschwindigkeit angepasst werde.

Optische Verengung aus Sicherheitsgründen als sinnvoll bezeichnet

Die Fahrbahnverengung werde als optisch bezeichnet, weil sie überfahrbar sei. «Die Überfahrbarkeit ist wichtig, wenn der Kreisel zum Beispiel von einem Sattelschlepper befahren wird», so die Regierung. «Mit dem Zugfahrzeug kann der engere Ausfahrtradius problemlos befahren werden, das Anhängerfahrzeug überfährt jedoch aufgrund der Schleppkurve diese Fläche.» Die optische Fahrbahnverengung sei also aus Sicherheitsgründen sinnvoll, müsse aber im Interesse der Befahrbarkeit des Kreisels durch schwere Motorfahrzeuge überfahrbar sein.

Das Bundesamt für Strassen (Astra) plant beim A2-Halbanschluss Altdorf Süd, optische Fahrbahnverengungen mit überfahrbaren Flächen zu bauen, und zwar bei den dort zu erstellenden Kreiseln, sowohl bei der Ein- als auch bei der Ausfahrt. Die zusätzlich überfahrbare Fläche im Kreisel sollte grundsätzlich dem Schwerverkehr vorbehalten sein.

Froh über die Änderungen

«Anscheinend war ich nicht die Einzige, welcher der Absatz aufgefallen ist. Zu vernehmen waren auch Leserbriefe zu diesem Thema», sagt die Erstfelder CVP-Landrätin Karin Gaiser auf Anfrage. Ihr seien mehrere Meldungen von Unfällen bekannt, vielleicht seien diese aber nicht bis zur Baudirektion vorgedrungen. Jedenfalls findet sie es gut, dass die Änderung schnell an die Hand genommen worden ist. Zu den Antworten der Regierung meint sie: «Ich habe nichts anderes erwartet, als das alles den Vorschriften entsprochen hat.»

Hinweis: Die Interpellation von Karin Gaiser zur Anpassung des Kreisels Kollegi in Altdorf wird am 16. Dezember im Landrat behandelt.