Korporationsrat Uri befindet über Geld für Seilbahn aufs Biel

Wegen der Coronakrise hat sich für die kommende Sitzung des Urner Korporationsrates einiges angesammelt. Neben der Rechnung stehen zwei Kreditvorlagen und zwei Beitragszahlungen auf der Traktandenliste.

Markus Zwyssig
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Die Seilbahn der Biel-Kinzig AG muss für rund 2,6 Millionen Franken saniert werden.

Die Seilbahn der Biel-Kinzig AG muss für rund 2,6 Millionen Franken saniert werden.

Bild: PD

Der Korporationsrat Uri trifft sich am 25. September nach coronabedingter Zwangspause erstmals wieder zu einer Sitzung. «Weil der Korporationsrat 32 Personen zählt, kann diese im Landratssaal im Altdorfer Rathaus stattfinden», sagt Rolf Infanger, Präsident der Korporation Uri, auf Anfrage. «Jeder zweite Sitzplatz wird frei bleiben.» Es handelt sich um die letzte Sitzung in der alten Zusammensetzung. Im Dezember trifft sich dann der neu gewählte Rat erstmals.

Und das steht in der kommenden Session im Zentrum: Die Biel-Kinzig-Seilbahn muss für rund 2,6 Millionen Franken saniert werden. Eine umfassende Sanierung der technischen Anlagen ist unumgänglich. Verantwortlich dafür ist die Biel-Kinzig AG, welche aufgrund des Konkurses der Biel-Kinzig Sportbahnen AG im Juni 2017 gegründet worden ist. Gemäss Verordnung über die Subventionspraxis der Korporation Uri soll an die beitragsberechtigten Kosten von 2,2 Millionen Franken ein Korporationsbeitrag von maximal 8 Prozent zugesichert werden. Das sind 177'400 Franken. Die Mitglieder des Korporationsrates Uri befinden an der Sitzung über den Beitrag. Zudem hat der Kanton ein zinsloses Darlehen für maximal 25 Jahre in der Höhe von einer Million Franken und einen A-fonds-perdu-Beitrag von 300'000 Franken bewilligt. Auch die Gemeinde Bürglen hat einem A-fonds-perdu-Beitrag von 750'000 Franken zugestimmt.

Der Korporationsrat entscheidet zudem über einen Beitrag an das Projekt «Güterweg Acherberg–Kessel» in der Gemeinde Bürglen. Der Wegbaugenossenschaft Acherberg-Kessel-Rämsenberg soll gemäss Subventionspraxis ein Beitrag von sieben Prozent an die Kosten von maximal 1,62 Millionen Franken zugesichert werden, das sind maximal 113'400 Franken.

Geschäft kommt erneut vor den Korporationsrat

Entscheiden wird der Korporationsrat auch über einen Kredit von 77'500 Franken für den Abbruch des Wohnhauses Hirschmatt in Erstfeld. Für 122'500 Franken soll eine neue Remise am Standort des alten Wohnhauses gebaut werden. Nachdem die Familie Imholz den Landwirtschaftsbetrieb aufgegeben hat, wurde die Fläche an einzelne Landwirte verpachtet. Bereits Ende September 2019 hat der Korporationsrat an Pius Püntener, Erstfeld, eine Baurechtsfläche von 500 Quadratmetern für den Neubau eines Wohnhauses auf der Hirschmatt bewilligt. Jedoch lehnte der Korporationsrat einen Kreditantrag von 198'000 Franken für den Abbruch des Wohnhauses, der Remise und des Holzschopfes sowie den Bau einer neuen Remise ab. Der Engere Rat wurde damals beauftragt, ein kostengünstigeres Projekt auszuarbeiten und in diesem Zusammenhang den Abbruch der bestehenden Remise mit den Amtsstellen noch einmal zu prüfen.

Der Korporationsrat berät über einen Nachtragskredit für die Alpkäserei Usseräbnet in der Gemeinde Attinghausen. Die Komplexität der Steuerung für Elektrizität und die Einrichtung der Käserei führten in Planung und Umsetzung zu Mehrkosten. Diese können dank Beiträgen Dritter und einem Darlehen der Gemeinde Attinghausen finanziert werden. Gemäss Verordnung über die Subventionspraxis zahlt die Korporation Uri der Genossenschaft Alpkäserei Surenen an die beitragsberechtigten Kosten von 1,039 Millionen Franken einen Beitrag von 14 Prozent, das sind 145'523 Franken. Abzüglich geleisteter Teilzahlungen von 100'800 Franken ergibt das eine Schlusszahlung von 44'723 Franken.

Der Korporationsrat befindet überdies über die Abgabe von Allmendboden im Baurecht. Die Korporationsbürgergemeinde Bürglen möchte 126 Quadratmeter für den Neubau eines Holzschopfs in Trudelingen erlangen.

Rechnungsprüfungskommission: Wechsel im Präsidium – Wahl eines neuen Mitglieds

In der Rechnungsprüfungskommission tritt der bisherige Präsident Robert Gisler, Altdorf, zurück. Als neuer Präsident ist das bisherige Mitglied Wendelin Loretz, Silenen, vorgeschlagen. Zudem stehen Peter Truttmann, Seelisberg, Walter Walker, Wassen, und Oliver Indergand, Schattdorf, als Mitglieder zur Wiederwahl bereit. Aus den Reihen des Korporationsrats Uri wird an der Sitzung ein neues Mitglied vorgeschlagen.

Der Korporationsrat befindet über die Jahresrechnung 2019 der Korporation Uri. Diese schliesst bei einem Ertrag von 7,747 Millionen Franken und einem Aufwand von 7,535 Millionen Franken mit Mehreinnahmen von 212'740 Franken ab. Dieser Gewinn soll dem Eigenkapital gutgeschrieben werden.

Neu braucht es einen rechtsverbindlichen Stichtag

Auch soll das Gesetz über den Viehauflag geändert werden. Für das auf dem Gebiet der Korporation Uri gesömmerte Vieh muss Geld, der sogenannte Viehauflag, bezahlt werden. So ist für eine Kuh 14 Franken zu zahlen, für ein Schaf sind es zwei Franken. Weiterhin erhoben werden soll der sogenannte Fremdauflag. Dabei handelt es sich um Geld für fremdes Vieh, das nicht einem Korporationsbürger gehört, oder aus dem Ausland, einem anderen Kanton oder aus dem Urserntal eingeführt wird. Insgesamt ergeben sich aus dem Viehauflag inklusive Fremdauflag für die Korporation Uri Einnahmen von zirka 115'000 Franken. Neu erhalten die Älpler von der Korporation Uri ein Zählformular. Darauf müssen sie die gesömmerten Tiere aufführen und das Fremdvieh deklarieren. Die Gesetzesänderung wird nötigt, weil es einen Stichtag zur Bestimmung des Fremdauflags braucht. Da früher die Frühlingsviehzählung Anfang Mai stattfand, soll der Stichtag auf den 1. Mai festgelegt werden.

Hinweis: Die Mitglieder des Korporationsrates Uri treffen sich am Freitag, 25. September, um 8.30 Uhr, im Rathaus in Altdorf.