Urner Sänger entdeckt die Mundart

Mario Moe Schelbert singt nun in seiner Muttersprache. Nach 25 Jahren in Englisch ist das für ihn sehr ungewohnt.

Markus Zwyssig
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Immer für eine Überraschung gut: Der Urner Sänger und Musiker Mario Moe Schelbert.

Immer für eine Überraschung gut: Der Urner Sänger und Musiker Mario Moe Schelbert.

Bild: PD

Am Mittwoch, 18. März, kommt es im Theater Uri in Altdorf zu einem speziellen Auftritt. Der Urner Sänger und Musiker Mario Moe Schelbert singt erstmals auf Mundart. Das Konzert bestreitet er zusammen mit der bayrischen Band Dreiviertelblut. Die Band mit Sänger Sebastian Horn und Songschreiber Gerd Baumann finde er megatoll. «Ich wollte sie schon immer einmal in die Schweiz bringen», sagt Schelbert im Gespräch.

Und genau dieses Feuer, dass die Band bei ihm auslöste, das brachte ihn auf die Idee, es doch einmal in seiner Muttersprache zu versuchen. Dazu habe er sich weit aus dem Fenster gelehnt, sagt Schelbert. «Ich singe seit 25 Jahren englisch.» Früher hatte er sich sogar geschworen, nie Mundart zu singen. Dies, weil er nicht einfach einem Trend nachlaufen wollte.

Sie sind die Köpfe der bayrischen Band Dreiviertelblut: Sebastian Horn und Gerd Baumann

Sie sind die Köpfe der bayrischen Band Dreiviertelblut: Sebastian Horn und Gerd Baumann

Bild: Bert Heinzlmeier/PD

Neues Album mit Moes Anthill geplant

Nun aber sieht es Mario Schelbert als Experiment. Er plant zusammen mit seiner Band Moes Anthill ein neues Album. Bereits sei man sehr intensiv am Arbeiten. Songs und die Vision dafür sind bereits vorhanden. «Ich geniesse die Narrenfreiheit, die ich dabei habe», sagt Schelbert. «Neues ausprobieren macht mir Spass. Wichtig ist mir dabei aber immer, dass es Musik ist, die natürlich entsteht». Auf viel Technik und Schnickschnack verzichtet Schelbert dieses Mal. Er verrät, dass die E-Gitarre, welche er selber spielt, verstärkt ins Zentrum rückt. Zudem sei die Band inzwischen zum Trio geschrumpft. «Das war ein rein freiheitsliebender Kreativentscheid.» Gut möglich, dass der eine oder andere Mundart-Song auch den Weg auf das Album findet. «Wie das ganze aber zum Schluss klingen wird, steht noch in den Sternen.» Was er aber jetzt schon weiss: «Es wird total 90er und Grunge angelehnt. Roh und kreativ.»

Für Schelbert ist es eine grosse Umstellung, nun in seiner Muttersprache zu singen. «Das ist viel intimer als auf Englisch», sagt er. «Nun verstehen alle Zuhörer jedes Wort.» Seine Songs will er musikalisch weiterhin mit seinen eigenen Melodiebögen schreiben. Das sei aber gar nicht so einfach. «Die Mundart hat eine andere Rhythmik. Da muss ich mich sehr anpassen.» Ein langes «ü», welches im Urnerdeutsch typisch ist, sei gar nicht einfach, zu singen, ohne dass es Obertöne erzeugt. Das sei eben anders als auf Englisch. Da sei es einfacher, die Sprache leite den Fluss. Gespannt ist er nun darauf, wie die neuen Songs beim Publikum ankommen. «Auf der Bühne will ich nun herausfinden, wo es mich wirklich hinzieht.»

Gegenpol ermöglichte das Zusammentreffen

Beim Konzert am 18. März soll aber vor allem Dreiviertelblut im Mittelpunkt stehen. «Es ist eine grossartige Band, die das verdient. Sie tönt mit insgesamt sieben Musikern und Sängern fast wie ein Orchester», so Schelbert, der auch seinen Auftritt hat. So wird er seine neuen Mundartsongs zusammen mit der Band von Dreiviertelblut zum Besten geben.

Das Konzert im Theater Uri findet in der Reihe Gegenpol statt. Das von Michel Truniger, Leiter im Theater Uri, ins Leben gerufene Format soll «umorientieren und herausfordern». Daher entstand die Idee mit dem Zusammentreffen von Urner und bayrischer Mundart. Truniger war es denn auch, der das Zusammentreffen ermöglicht. Neben dem Auftritt im Theater Uri spielen Moe und Dreiviertelblut auch in Luzern.

Das Konzert mit Mario Moe Schelbert und Dreiviertelblut im Theater Uri findet am Mittwoch, 18. März, um 20 Uhr statt. Der Auftritt in der Bar 59 in Luzern steht am Donnerstag, 19. März, um 20.30 Uhr auf der Agenda.