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Er bringt ein Stück Balkan nach Uri

Tobi Zwyer kennt man im Kanton Uri vor allem als Dirigent und Komponist der Brass Band Gurtnellen. Jetzt kommt er als Musiker mit einem besonderen sechsköpfigen Orchester ins Theater Uri.
Markus Zwyssig
Tobi Zwyer spielt unter anderem auch Akkordeon. (Bild: PD)

Tobi Zwyer spielt unter anderem auch Akkordeon. (Bild: PD)

Über mangelnde Abwechslung kann er sich wahrlich nicht beklagen: Tobi Zwyer dirigiert vier Orchester und spielt in vier Bands mit. Zudem ist er als Komponist tätig. Zurzeit hat der 36-Jährige acht ganz unterschiedliche musikalische Projekte gleichzeitig am Laufen. «Ich muss schon Acht geben, damit ich überall am Ball bleibe», sagt er.

Zwyer ist im Kanton Uri vor allem durch seine abendfüllende Komposition «Mythos San Gottardo» bekannt geworden. Er erfreute damit im Theater Uri, in Gurtnellen sowie bei der Neat-Eröffnung ein grosses Publikum. Der Dirigent und Komponist hat der Brass Band Gurtnellen die Musik auf den Leib geschrieben. Zwyer begab sich dazu mit den Gurtnellern und den beiden Gastmusikern Mathias Landtwing (Klarinette) und Fränggi Gehrig (Akkordeon) auf eine Reise ganz weit zurück in die Vergangenheit des Gotthards. Als Erzähler stand Christof Bühler mit auf der Bühne.

Kompositionen für ein breites Publikum

«Die Geschichte beginnt beim Urknall und dauert bis zum Bau des Luxushotels Chedi und zum Neat-Tunnel», erklärt der Komponist, der seit je her fasziniert ist von den imposanten Bergen und der spannenden Geschichte rund um den Gotthard. «Es ist cool, wenn man die Gelegenheit erhält, das alles in Musik zu fassen und einem interessierten Publikum vor zu spielen».

Zwyer will abwechslungsreiche und eingängige Musik aufführen. «Meine Kompositionen schreibe ich für ein breites Publikum», erklärt er. Inspirieren lässt er sich ganz unterschiedlichen Stilen. «Da gibt es einem Marsch, es wird volkstümlich und dann wieder sinfonisch bis hin zu poppig bis hin zu rockig», erklärt der Komponist. Der Gotthard erscheint in immer wieder neuen Farben und Stimmungen.

Neben der Brass Band Gurtnellen und der Brass Band Ibach, die gemeinsam proben und konzertieren, leitet Zwyer den Musikverein Harmonie Schlieren und das Seniorenorchester in Zug. Bei allen Orchestern arbeitet er mit Laien. «Als Dirigent ist man Psychologe und Pädagoge», verrät Zwyer.

Für 2020 hat er ein Projekt mit Schlieren geplant, das ähnlich wird wie jenes mit Gurtnellen. Es wird aber grösser und musikalisch rund um Zürich spielen. «Im Orchester sind fast dreimal mehr Leute dabei», sagt Zwyer. Er findet es eine spannende Arbeit, sich mit einem neuen Thema näher auseinanderzusetzen. Christof Bühler wird wiederum als Erzähler dabei sein.

Anders ist es, wenn Zwyer selber Musik macht. Dann ist er ausschliesslich mit Profis unterwegs. Mit Tuba, Akkordeon und Stimme macht er bei der Schänner Blech-Füfermusig, bei der Folk-Band Dead Brothers aus Genf und in der Band des Luzerner Popmusikers und Bassisten Simon Kaufmann mit.

Musikalisch auch im Balkan zu Hause

Am 24. Oktober kommt er mit einer weiteren Formation, dem Molotow Brass Orkestar, ins Theater Uri. «Wir verbinden in unserer Musik Balkan-Brass mit Schweizer Volksmusik», sagt er. Oder wie es ihre Plattenfirma ausdrückt: Worldbeat mischt sich mit Zigeunermusik und Sinti Funk. Zwyer hat rund ein Drittel der Musik des neuen Albums «Villa Bunter Hund» komponiert. Zentral ist dabei das Suiten-artige «Oscht/Wescht». Die Komposition tönt wie eine Reise von Uri in den Balkan und zurück. «Es geht um Gegensätze und Gemeinsamkeiten der Musik der Schweiz und des Balkans», erklärt Zwyer. Die Musik dort habe viele Gemeinsamkeiten mit der hiesigen. «Im Balkan ist aber alles viel feuriger und temperamentvoller.»

Zwyer ist in Sisikon aufgewachsen. Das Gymnasium hat er in Altdorf absolviert. Damals am Kollegi hat er Theater gespielt und war in der Studentenverbindung. Zudem war er auch als Schwinger aktiv. Mit Uri fühlt er sich immer noch recht stark verwurzelt. Zwyers Eltern leben heute noch in Sisikon. Er selber wohnt mit seiner Frau und den gemeinsamen drei Kindern in Luzern. Während des Tages schaut der Vater zu den Kindern. Er arbeitet vor allem am Abend und am Wochenende. Seine Frau ist ebenfalls in einem 50-Prozent-Pensum tätig.

Zwyer ist Musiker und Geologe. Er hat an der ETH in Zürich Erdwissenschaften und an der Hochschule in Luzern Musik studiert. Heute arbeitet er ab und zu an der ETH im Museum und er bietet geologische Stadtführungen an. Zudem arbeitete er als Sicherheitsberater. Doch diesen Job hat er inzwischen aufgegeben. «Das war aber eine andere Welt», sagt Zwyer. «Ich bin halt eher der Künstler.»

Das Molotow Brass Orkestar spielt am Mittwoch, 24. Oktober, um 20.30 Uhr im Theater Uri.

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