Er reiste mit dem Einachser ans Nordkap

Andreas Zimmermann hielt am vergangenen Freitag, 22. November, in Altdorf einen Vortrag über seine 113-tägige Reise.

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Auf den Einachser hat er einen Wohnanhänger gebaut, wohlgemerkt aber ohne Dusche. (Bild: PD)

Auf den Einachser hat er einen Wohnanhänger gebaut, wohlgemerkt aber ohne Dusche. (Bild: PD)

(jb)

An seiner Live-Reportage des vergangenen Freitags, 22. November, erzählte der Solothurner Andreas Zimmermann von seinem Abenteuer: der Fahrt mit einem Einachser-Traktor ans Nordkap und zurück.

«Guten Abend. Ich bin der Spinner, der mit einem Einachser ans Nordkap und zurück gefahren ist.» So hat sich Andreas Zimmermann am vergangenen Freitagabend dem Publikum im Winkel in Altdorf vorgestellt. Mit seinem Bruder Christian tourt Zimmermann im Moment unter dem Titel «Total abgefahren» durch die Schweiz. Christian Zimmermann hat dieses Jahr den Weg von der Schweiz nach Moskau zu Fuss und mit einem Einkaufswagen zurückgelegt. Bereits seit 25 Jahren machen die Brüder Reisevorträge. Nachdem meistens der Flieger das bevorzugte Verkehrsmittel war, wollte Andreas Zimmermann einmal «einen Weg ohne Hektik zurücklegen», wie er sagt. So kam ihm die Idee, einen alten Rapid-Traktor zu kaufen, einen Wohnanhänger dazu zu bauen und ans Nordkap und zurückzufahren.

Improvisierte Reparaturen waren an der Tagesordnung

In seiner Heimatgemeinde Flumenthal im Kanton Solothurn startete Andreas Zimmermann am 10. Juni 2018. Sein rund 9000 Kilometer langer Weg führte ihn in 113 Tagen durch elf Länder. Mit einem Maximaltempo von 17 Kilometern pro Stunde musste Zimmermann rund 560 Fahrstunden leisten. Das forderte natürlich seinen Tribut. Er verlor währen seiner Reise 10 Kilogramm Körpergewicht und musste feststellen, dass sich seine Muskulatur durch den monotonen Fahralltag enorm zurückgebildet hatte. Auch Zimmermanns Weggefährten «Herrn Slanzi», wie der Solothurner seinen Rapid aufgrund des italienischen Motors nennt, wurde alles abverlangt. Pannen und improvisierte Reparaturen waren an der Tagesordnung. Schuld daran waren vor allem die oft sehr schlechten Strassen.

In den vier Monaten, die er unterwegs war, hat Zimmermann so manches erlebt. Beispielsweise versuchte er die schwedische Spezialität «Surströmming». Dabei handelt es sich um einen vergorenen Hering aus der Dose. «Noch einen Tag danach war ich nicht sicher, ob ich diesen Geschmack je wieder aus dem Mund kriege», erinnert sich der Solothurner. Untermalt wurden seine Ausführungen von Bildern und kurzen Videos, welche etwa die malerischen Klöster in Polen, die grünen Landschaften Südfinnlands oder die mediterran anmutende Küste Lettlands zeigten.

Autofahren ist jetzt unglaublich langweilig

Etwas vom prägendsten auf seiner Reise waren aber die Begegnungen, seien es Besuche bei ausgewanderten Schweizern oder Zusammentreffen mit anderen «Spinnern». Wo der Reisende mit seinem Gefährt auftauchte, sorgte er für grosses Interesse. Oftmals wurde er zum Essen und Übernachten eingeladen. Solche Gelegenheiten waren dem «Rapid-Man» sehr willkommen, zumal er so auch ab und an in den Genuss einer Dusche kam.

Für Andreas Zimmermann war wortwörtlich der Weg das Ziel. «Mein Rapid hat klare Vorteile gegenüber dem Auto: Man sieht mehr Details, nimmt die Wärme, die Kälte, die Nässe und Gerüche war.» Die erste Autofahrt nach Monaten kam Zimmermann daher unglaublich lange und langweilig vor. «Es war fast unerträglich», sagt er.