«Erfolgsmodell» Kulturförderung soll gesichert werden

Für die Kulturförderung der öffentlichen Hand fehlt in Uri heute eine rechtliche Grundlage auf Stufe Gesetz. Das soll sich nun ändern.

Markus Zwyssig
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Uri hat ein reichhaltiges Kulturangebot. Szene aus dem Musical Big Fish, das im Januar im Theater Uri zu sehen war.

Uri hat ein reichhaltiges Kulturangebot. Szene aus dem Musical Big Fish, das im Januar im Theater Uri zu sehen war.

Bild: Urs Hanhart (Altdorf, 8. Januar 2020)

Der Kanton Uri soll ein Kulturförderungsgesetz erhalten. Der entsprechende Entwurf der Regierung geht nun in die Vernehmlassung. Zusammen mit den Gemeinden und den Kulturinstitutionen hat die Bildungs- und Kulturdirektion im Auftrag des Regierungsrats den Entwurf für ein Kulturförderungsgesetz (KFG) ausgearbeitet.«In entsprechenden Hearing mit Kunst- und Kulturschaffenden sowie mit Veranstaltern und Gemeinden waren die Rückmeldungen durchwegs positiv», sagt Bildungs- und Kulturdirektor Beat Jörg auf Anfrage.

Das vielfältige Urner Kulturleben wird zu einem sehr grossen Teil von privaten Organisationen und Kulturschaffenden getragen. «Dabei wird mit mit viel Engagement einiges an ehrenamtlicher Arbeit geleistet», anerkennt Beat Jörg. «Sie alle leisten einen wesentlichen Beitrag dazu, dass Uri als Kulturkanton gilt.» Auf die Ehrenamtlichkeit sei der Kanton Uri angewiesen, denn nur so sei die Kulturarbeit finanziell bezahlbar. «Der Kanton sowie die Gemeinden unterstützen diese Organisationen und die Kulturschaffenden mit Beiträgen sowie mit dem Bereitstellen von Infrastrukturen.» Diese Aufgabenteilung habe sich in der Vergangenheit als «Erfolgsmodell» erwiesen. Uri verfüge über eine reiche, vielseitige und innovative Kulturszene mit überregionaler Ausstrahlung.

Bereitschaft ehrenamtlich zu arbeiten sinkt, Fundraising wird anspruchsvoller

Das bisherige Erfolgsmodell ist in den vergangenen Jahren jedoch unter Druck geraten. Die Bereitschaft zum ehrenamtlichen Engagement in der Gesellschaft sinkt, das Fundraising wird anspruchsvoller, die Anforderungen an Kulturorganisationen nehmen zu und fordern eine partielle Professionalisierung. Um das reiche Urner Kulturleben zu erhalten, hat die Regierung die Schaffung von rechtlichen Grundlagen zur Kulturförderung ins Regierungsprogramm 2016 bis 2020+ aufgenommen.

Uri ist einer der letzten Kantone, der über keine rechtliche Grundlage für die Kulturförderung auf Gesetzesstufe verfügt. Der Landrat hat am 18. April 2018 eine Motion von Michael Arnold teilweise erheblich erklärt, welche ebenfalls die Schaffung von rechtlichen Grundlagen zur Kulturförderung zum Ziel hat. Im nun in die Vernehmlassung gehenden Gesetzesentwurf wird im Grundsatz die bisherige Kulturförderpraxis übernommen. Weiterhin soll die öffentliche Hand vor allem unterstützend in der Kulturförderung tätig sein und sämtliche Kultursparten – sowohl im Laien- wie im professionellen Bereich – unterstützen können.

Gemeinden wird bei kommunaler Kulturförderung nichts vorgeschrieben

Klarer geregelt werden die Zusammenarbeit zwischen Kanton und Gemeinden sowie die Kriterien und Förderinstrumente, die der öffentlichen Hand zur Verfügung stehen. Die Zuständigkeiten in der kantonalen Kulturförderung werden gemäss geltender Praxis übernommen. «Den Gemeinden wollen wir insbesondere bezüglich Kunst am Bau nichts vorschreiben», sagt Beat Jörg. Das Gesetz überlässt die Organisation der kommunalen Kulturförderung sowie die kommunale Regelung der Zuständigkeiten den Gemeinden. Ein besonderes Augenmerk richtet die Vorlage auf die Kulturvermittlung, die als Förderbereich speziell hervorgehoben wird. Wie Beat Jörg betont, hat das Kulturförderungsgesetz keine unmittelbaren Mehrkosten zur Folge.