Ermittlungen

Wegen Verdacht auf Diebstahl: Pfarrei Bürglen entlässt Religionslehrer fristlos

Gegen einen Religionslehrer der Pfarrei Bürglen laufen polizeiliche Ermittlungen. Er soll bei der Seelsorge einer Privatperson Geld gestohlen haben – es gilt die Unschuldsvermutung.

Florian Arnold
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Die Kirche in Bürglen.

Die Kirche in Bürglen.

Bild: Paul Gwerder

Gegen einen Religionspädagogen der Pfarrei St.Peter und Paul in Bürglen hat die Polizei Ermittlungen aufgenommen. Dies teilt der Kirchenrat am Montag mit: «Die Pfarrei St.Peter und Paul in Bürglen ist aktuell mit einem Vorfall konfrontiert, der den Kirchenrat dazu veranlasst, die Zusammenarbeit mit einem Mitarbeiter unverzüglich zu beenden.» Im polizeilichen Verfahren gelte die Unschuldsvermutung.

Mann wurde offenbar rückfällig

Pfarrer Wendelin Bucheli hat die Pfarrei am Sonntag im Rahmen des Gottesdienstes über den Vorfall orientiert. Der Religionspädagoge soll einer Person mehrere tausend Franken gestohlen haben. Nach dem mutmasslichen Diebstahl wurde der Religionslehrer in eine Klinik eingewiesen. Offenbar war der Mann rückfällig geworden. So soll er vor zwei Jahren bereits einmal Geld aus der Pfarreikasse entnommen und so seine Medikamentensucht finanziert haben. «Im Wissen um seine Suchtkrankheit hat der Kirchenrat damals mit den Ärzten und Therapeuten Kontakt aufgenommen, um Massnahmen zu treffen, die ihn in seinem Heilungsprozess optimal unterstützen.» Die Massnahmen hätten aber nicht greifen können, da der Mann nicht wahrheitsgetreu orientierte.

Dass er nun im «sensiblen Gebiet» der Seelsorge straffällig geworden sei, könne man nicht zulassen. Dem Kirchenrat wie auch Pfarrer Bucheli ist der Persönlichkeitsschutz der Person wichtig. «Meine Aufgabe ist es aber auch, die Gemeinde zu schützen», sagt Bucheli. Auch wenn die Ermittlungen noch nicht abgeschlossen sind, ist für den Kirchenrat klar: «Das Vertrauen, das für die seelsorgerische Tätigkeit unabdingbar ist, ist so stark angeschlagen, dass eine weitere Zusammenarbeit mit dem Arbeitnehmer nicht mehr möglich ist.» In der Mitteilung heisst es weiter: «Der Kirchenrat bedauert diese Entwicklung sehr. Er wünscht dem entlassenen Arbeitnehmer alles Gute und Gottes Beistand.» Der Mann befindet sich nach wie vor in klinischer Behandlung.

Bis Ende Schuljahr kein Ersatz

Die Kirchgemeinde Bürglen steht nun vorderhand vor einem Personalproblem. «Wir werden vorerst die Aufgaben des Mitarbeiters intern im Team verteilen», sagt Wendelin Bucheli. «Bis zum Ende des Schuljahres werden wir vom Dekanat keinen Ersatz erhalten.» Eine Katechetin hat ihr Pensum aufgestockt. «Im Herbst hoffen wir auf eine nachhaltige Lösung.»