Erneuter Steinschlag in Gurtnellen

Schrecksekunde für vier Arbeiter in Gurtnellen. Im Steinbruch Güetli löst sich Geröll. Ein Schutzdamm hält die Felsbrocken auf.

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Der Schutzdamm bremst die Felsbrocken. (Bild: Leserreporter)

Der Schutzdamm bremst die Felsbrocken. (Bild: Leserreporter)

Eine Staubwolke zeugt vom Felssturz. (Bild: Leserreporter)

Eine Staubwolke zeugt vom Felssturz. (Bild: Leserreporter)

Erst am vergangenen Montag waren am Gotthard als Folge des Felssturzes von Anfang Juni 2000 Kubikmeter Gestein weggesprengt worden. Am Donnerstagmorgen stürzten in Gurtnellen erneut Felsbrocken ins Tal, wie Damian Meier, Chef der Urner Bereitschafts- und Verkehrspolizei, bestätigt.

Schnell weg waren vier Arbeiter der Firma Baumann und Epp in Bürglen. Sie waren mit zwei Baggern in unmittelbarer Nähe der Abbruchstelle am Arbeiten. Der Schutzdamm konnte die herunterstürzenden Steine aber offenbar aufhalten. Verletzt wurde niemand.

Noch am Montag verfolgten die Medienschaffenden die Sprengung im Steinbruch, wo sich nun am Donnerstag früh erneut Steine lösten. (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)

Noch am Montag verfolgten die Medienschaffenden die Sprengung im Steinbruch, wo sich nun am Donnerstag früh erneut Steine lösten. (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)

Anders als bei der Gerölllawine, die den Bahnverkehr auf der Gotthardstrecke bis auf weiteres verunmöglicht, ereignete sich der neue Felssturz auf der anderen Talseite, auf der sich die Autobahn A2 befindet. Einen Einfluss auf den Verkehr hatte der Felssturz jedoch nicht. Im selben Steinbruch hielten sich am vergangenen Montag rund 60 Medienschaffende auf, um die Sprengungdes Felsens auf der anderen Talseite vor Ort zu verfolgen.

Kein Zusammenhang

Für Jann Marx, Leiter der Abteilung Naturgefahren im Urner Amt für Forst und Jagd, steht fest, dass es zwischen den Felsstürzen keinen Zusammenhang gibt. Die beiden Berghänge seien von unterschiedlicher geologischer Beschaffenheit. «Auf der einen Seite haben wir Erstfelder Gneis und auf der anderen massiven Aare-Granit», erklärt Marx.

Der Güetli-Steinbruch in Gurtnellen vor dem Blocksturz vom 21. Juni 2012. (Bild: PD)

Der Güetli-Steinbruch in Gurtnellen vor dem Blocksturz vom 21. Juni 2012. (Bild: PD)

Steinschläge sind in Gurtnellen auf der Ostseite der Reuss nichts Aussergewöhnliches. Davon zeugt auch die einzige «schwere Galerie» des Kantons Uri, also eine, die Stein- und Blockschlag widerstehen sollte. Errichtet wurde sie, weil sich hier der Güetli-Steinbruch befindet, auf dem bis in die 1960er Jahre wiederholt Felsbrocken aus dem Berg gesprengt wurden. «Im weitesten Sinn könnte man bei Felsstürzen also von Spätfolgen sprechen», sagt Marx.

Steinbruch wieder in Betrieb

Seit einiger Zeit ist der einstige Steinbruch als Schutthalde wieder in Betrieb. Mit grossen Maschinen werden daraus Steine gewonnen, an die man mit der Technik der 1960er Jahre noch nicht herankam. Gleichzeitig dient die Halde als Deponie. Dass an diesem Ort periodisch mit einem Steinschlag gerechnet wird, zeigt der Schutzdamm, der oberhalb der Abbaustelle errichtet worden ist. Am Donnerstag verhinderte er, dass Steine auf die Halde stürzen konnten. Dass der Steinschlag eine Folge der Arbeiten auf der Deponie war, gilt als sehr unwahrscheinlich.

nic/bep/rem

Ein Personenzug fährt am 3. Juli wieder über die Gotthard-Strecke. (Bild: Keystone)
89 Bilder
Einer der ersten Züge unterwegs Richtung Süden. (Bild: Keystone)
Zweimal 170 Meter Schienen wurden samt dem Schotterbett komplett ausgetauscht. Zudem mussten vier neue Mastfundamente betoniert und die Fahrleitungen erneuert werden. (Bild: Keystone)
Bis der Güterverkehr wieder normal unterwegs sein wird, dürfte es jedoch noch einige Tage dauern. (Bild: Keystone)
Die Bahnstrecke ist frei. (Bild: Keystone)
Die letzten Arbeiten am 170 Meter langen beschädigten Trassee konnten am Montagmorgen abgeschlossen werden. (Bild: Keystone)
Die Schienen sind repariert. (Bild: Keystone)
Im Bahnhof Erstfeld stehen die Züge bereit zur Fahrt in Richtung Süden. (Bild: Keystone)
Bis die letzten Arbeiten abgeschlossen sind - dazu gehört auch der Einbau von Sensoren -, dürfte es Ende August werden. (Bild: Keystone)
Neben Netzen und Matten wurde der Hang auch mit Sensoren ausgerüstet, welche Bewegungen und Steinschläge melden. (Bild: Keystone)
Der gesamte Streckenunterbruch dürfte mit 10 bis 20 Millionen Franken zu Buche schlagen. Welche Kosten durch Versicherungen gedeckt werden könnten und ob Schadenersatz bezahlt werden muss, ist nach Angaben der SBB noch offen. (Bild: Keystone)
Am 30. Juni laufen die letzten Arbeiten vor der Öffnung der SBB-Gotthardlinie. (Bild: Maria Schmid / Neue LZ)
Am 30. Juni laufen die letzten Arbeiten vor der Öffnung der SBB-Gotthardlinie. (Bild: Maria Schmid / Neue LZ)
Die Aufräumarbeiten laufen auf Hochtouren. (Bild: SBB)
Bild: SBB
Bild: SBB
Bild: SBB
Bild: SBB
Am 21. Juni montieren Felstechniker über dem gesprengten Felsen Steinschlagnetze. (Bild: Keystone)
2000 Kubikmeter donnern ins Tal. (Bild: Nadia Schärli/Neue LZ)
Gewaltige Gesteinsmasen donnerten zu Tal. (Bild: Nadia Schärli/Neue LZ)
Die Sprengung ist erfolgt. (Bild: Keystone/Urs Flüeler)
Der Chef der Firma Gasser, Thomas Gasser, betrachtet die gesprengten Felsmassen. (Bild: Keystone/Urs Flüeler)
Der Fels donnert ins Tal. (Bild: Keystone/Urs Flüeler)
Aufräumen am Fels. (Bild: Nadia Schärli/Neue LZ)
Nur wenig Geröll donnerte bis auf die mit Schutzmatten abgedeckten die SBB-Geleise. (Bild: René Meier / Luzernerzeitung.ch)
Vor der Sprengung am 16. Juni (links) und nach der Sprengung am 18. Juni. (Bild: René Meier / Luzernerzeitung.ch)
Nach der Sprengung wird der Fels überprüft. (Bild: Keystone/Urs Flüeler)
Thomas Gasser überwacht die Sprengung aus der Ferne. (Bild: Keystone/Urs Flüeler)
2000 Kubikmeter Feld werden weggesprengt. (Bild: Keystone/Urs Flüeler)
Letzte Vorbereitungen vor der Sprengung. (Bild: Keystone/Urs Flüeler)
Kurz nach der Sprengung begutachten Geologen den Hang. (Bild: René Meier / Luzernerzeitung.ch)
Das Medieninteresse ist gross. (Bild: Nadia Schärli/Neue LZ)
60 Personen verfolgen die Sprengung vor Ort. (Bild: Nadia Schärli/Neue LZ)
Das Medieninteresse ist gross. (Bild: Nadia Schärli/Neue LZ)
Medienschaffende positionieren ihre Kameras. (Bild: Nadia Schärli/Neue LZ)
Das Schweizer Fernsehen (hier Oliver Bono) überträgt live. (Bild: Keystone/Urs Flüeler)
Abdeckmatten werden mit einem Helikopter auf die Bahngeleise gelegt. (Bild: René Meier / Luzernerzeitung.ch)
Ein Arbeiter hängt die Abdeckmatten ans Seil des Helikopters. (Bild: René Meier / Luzernerzeitung.ch)
Am 16. Juni bringt der Helikopter im Minutentakt die Abdeckmatten. (Bild: René Meier / Luzernerzeitung.ch)
Warnung beim Felssturzgebiet. (Bild: René Meier / Luzernerzeitung.ch)
Der Helikopter bringt die Abdeckmatten. (Bild: René Meier / Luzernerzeitung.ch)
Arbeiter bohren eines von 25 Löcher in den Fels, der weggesprengt werden soll. Die Löcher sind rund 10cm dick. (Bild: René Meier / Luzernerzeitung.ch)
Der Fels oben rechts wird am 18. Juni weggesprengt. (Bild: René Meier / Luzernerzeitung.ch)
Am Schluss liegen rund 2000 Pneus auf den SBB-Geleisen. (Bild: René Meier / Luzernerzeitung.ch)
Ein Arbeiter trifft Vorbereitungen für die Sprengung. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)
Diese Felspartie muss weggesprengt werden. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)
In Flüelen müssen Passagiere in Richtung Süden auf die Extrabusse umsteigen. (Bild: Sven Aregger / Neue UZ)
In Flüelen müssen Passagiere in Richtung Süden auf die Extrabusse umsteigen. (Bild: Sven Aregger / Neue UZ)
Ein ferngesteuerter Bagger im Einsatz. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)
Ein ferngesteuerter Bagger im Einsatz. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)
Bild: Keystone
Bild: Keystone
Bild: Keystone
Bild: Keystone
Bild: Keystone
Bild: Keystone
Bild: Keystone
Bild: Jakob Ineichen / Neue LZ
Bild: Jakob Ineichen / Neue LZ
Bild: Jakob Ineichen / Neue LZ
Bild: Jakob Ineichen / Neue LZ
Bild: Jakob Ineichen / Neue LZ
Bild: Jakob Ineichen / Neue LZ
Bild: Urs Hanhart / Neue UZ
Bild: Urs Hanhart / Neue UZ
Bild: Urs Hanhart / Neue UZ
Bild: Urs Hanhart / Neue UZ
Bild: Urs Hanhart / Neue UZ
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Laut Angaben der SBB ist die Gotthard-Bahnlinie mindestens drei Tage unterbrochen, weil mehrere Tausend Kubikmeter Geröll die Gleise, mehrere Fahrleitungsmasten sowie eine Stützmauer beschädigten (Bild: Leser Peter Lienert)
Zwei Bauarbeiter wurden verletzt, einer wird noch vermisst. (Bild: Leser Peter Lienert)
Die Feuerwehr Meien bei Ihrem Einsatz. (Bild: Leser Peter Lienert)
Felsturz bei Gurtnellen (Bild: Leser André Niederberger)
Mehrere Tausend Kubimeter Geröll stürzten auf die Bahnlinie. (Bild: Leser Peter Lienert)
Das Gleis der Gotthardstrecke wurde verschüttet. Die Linie bleibt mehrere Tage gesperrt. (Bild: SBB)
Auch die Rega stand im Einsatz. (Bild: Leser Peter Lienert)
Felsmassen stürtzen am Dienstagmorgen um 9 Uhr auf das Bahntrassee bei Gurtnellen (Bild: Kapo Uri)
Bild: Keystone
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Auf der Nord-Süd-Achse fahren bis auf weiteres nur Busse. (Bild: Ronny Nicolussi / NZZ)
12. März 2012: Ein Teil des Felssturzes landet auf den Gleisen. (Bild: SBB)
Der Felssturz weckt Erinnerungen an die tödliche Verschüttung der Autobahn 2006. (Bild: Christian Beutler / NZZ)
Bild: Urs Hanhart / Neue UZ
Bild: Urs Hanhart / Neue UZ

Ein Personenzug fährt am 3. Juli wieder über die Gotthard-Strecke. (Bild: Keystone)