Eröffnung des Kraftwerks Schächen wird Ende Juni gefeiert

Das Kraftwerk (KW) Schächen produziert seit dem 20. November 2019 Strom. Am 27. Juni findet ein Tag der offenen Tür statt.

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Das KW Schächen soll künftig 3600 Haushalte mit «Urstrom» versorgen.

Das KW Schächen soll künftig 3600 Haushalte mit «Urstrom» versorgen. 

Bild: PD

(ml) Die Abschlussarbeiten am Kraftwerks (KW) Schächen sind weiterhin auf Kurs, wie es in einer Mitteilung des Elektrizitätswerks Altdorf (EWA) heisst. Somit soll am 27. Juni die Eröffnung mit einem Tag der offenen Tür für die Bevölkerung gefeiert werden können. Dies unter der Voraussetzung, dass die Lage um das Coronavirus bis dahin unter Kontrolle ist.

Die Jahresproduktion des KW Schächen von 16,4 Gigawattstunden wird laut dem EWA für die Versorgung von rund 3600 Haushalten reichen. Darüber hinaus bringe das Kraftwerk einen wiederkehrenden volkswirtschaftlichen Nutzen. Von der Gesamtinvestition von 21,4 Millionen Franken fliessen über 75 Prozent beziehungsweise 16 Millionen Franken in Form von Aufträgen an Unternehmen in Uri. Die Wasserzinsen aus dem Kraftwerk belaufen sich gemäss der Mitteilung künftig auf 240000 Franken pro Jahr. Weiter soll der Betrieb zusätzliche Steuereinnahmen für die Gemeinden Bürglen und Schattdorf sowie den Kanton Uri plus neue Wertschöpfung für die Urner Volkswirtschaft generieren. Schliesslich sichere das Projekt auch bestehende Arbeitsplätze.

Lieferketten funktionieren derzeit nicht einwandfrei

Das KW Schächen absolvierte bisher einen Marathon in der Planung und einen Sprint im Bau. Rund acht Jahre nahm das aufwendige Planungs- und Bewilligungsverfahren in Anspruch. Dagegen dauerte es nur gerade etwas mehr als ein Jahr vom Spatenstich bis zur Inbetriebnahme der ersten Maschinengruppe. Diese Inbetriebnahme am 20. November 2019 war ein Freudentag und wichtiger Meilenstein für das KW Schächen. Seit diesem Tag produziert das Kraftwerk sogenannten «Urstrom», der ins EWA-Verteilnetz eingespeist wird.

«Sieht man die Herausforderungen bei diesem Projekt, ist die kurze Bauzeit umso bemerkenswerter» erklärt Werner Jauch, Verwaltungsratspräsident der KW Schächen AG. «Nur schon der Bau im dichtbesiedelten Wohn- und Wirtschaftsraum war sehr anspruchsvoll.» Die Verlegung der Druckleitung in der EWA-Kurve, entlang der Klausenstrasse im Dorf Bürglen und im Bereich Kirchenrütti stellte die Planungs- und Baukunst nochmals vor zusätzliche schwierige Aufgaben. «Die Herausforderungen konnten dank der Leistung aller am Bau beteiligten Arbeiterinnen und Arbeiter erfolgreich gemeistert werden», führt Werner Jauch aus. «Aus heutiger Sicht können sowohl der Terminplan als auch das Budget eingehalten werden. Die ausserordentliche Lage aufgrund des Coronavirus stellt uns allerdings vor neue zusätzliche Herausforderungen, da die Lieferketten nicht mehr einwandfrei funktionieren.»

Der Eröffnungsanlass ist nicht die erste Gelegenheit für die Bevölkerung, Einblick in das Projekt zu erhalten. Der «Tag der offenen Baustelle» am 28. September 2019 stiess auf grosses Interesse in der Urner Bevölkerung. Rund 800 Besucherinnen und Besucher nutzten die Gelegenheit für einen Blick hinter die Kulissen des neuen Kraftwerks. «Dieses Interesse ist sehr erfreulich und zeigt, dass die Bevölkerung sich für Energie-Themen interessiert und für den Bau neuer Kraftwerke begeistert werden kann.»

Präsidium des Verwaltungsrates bleibt unverändert

Bei den Gesamterneuerungswahlen für den Verwaltungsrat der KW Schächen AG wurden Werner Jauch als Präsident und Rolf Müller als Vizepräsident bestätigt. Als Vertreter der Korporation ersetzt Lukas Wyrsch den abtretenden Kurt Schuler, Christian Gisler den abtretenden Andreas Bissig.