ERÖFFNUNG: Uri feiert Riesenfest auf zwei Geländen

Die Eröffnung des Gotthard-Basistunnels wird zu einem einzigartigen Volksfest. Eine Party mit so vielen Leuten, wie sie Uri noch nie erlebt hat.

Florian Arnold
Drucken
Teilen
Ein Zug beim Eingang zum Gotthard-Basistunnel in Erstfeld. Erstfeld ist eines der Festgelände vom Mittwoch. (Bild: EPA (Symbolbild))

Ein Zug beim Eingang zum Gotthard-Basistunnel in Erstfeld. Erstfeld ist eines der Festgelände vom Mittwoch. (Bild: EPA (Symbolbild))

Florian Arnold

Heute ist es so weit: Der erste Zug wird durch den Gotthard-Basistunnel geschickt. Während die Zugfahrt heute nur Wettbewerbsgewinnern und geladenen Gästen aus Wirschaft, Politik und Gesellschaft vorbehalten ist, wird der Tunnel am Wochenende für die breite Masse geöffnet. Neben den Fahrten (siehe Box) wird es an den Tunnelportalen zu einem Volksfest kommen, wie es die Gotthardregion wohl noch nie erlebt hat. Jede Menge Attraktionen und Stände sollen den Besuchern – es werden bis zu 100 000 erwartet – ein unvergessliches Erlebnis bieten. Im Kanton Uri steigt die Party sowohl im Rynächt wie auch im Dorfkern von Erstfeld: Musik und Show, Spektakel und Erlebnis, Künstler, Kulinarisches und Technisches. Das Fest dauert am Samstag von 9 bis 19 Uhr und am Sonntag von 9 bis 18 Uhr. Die Zelte der Gemeinde Erstfeld sind bis in die späte Samstagnacht offen.

Spektakel wird uraufgeführt

Der Festplatz Rynächt, wenige Meter vor dem Nordportal, lädt zur Entdeckungstour ein. Eines der Highlights wird mit Sicherheit die Aufführung des Stücks «Sacre del Gottardo», eine Inszenierung von Erfolgsregisseur Volker Hesse. 350 Darstellerinnen und Darsteller, Profis und Laien auch aus der Region, zeigen das Spektakel nochmals, das heute uraufgeführt wird. Zu sehen ist die Inszenierung jeweils um 11, 15 und 17 Uhr in der Betonhalle Rynächt.

Der Kanton Uri präsentiert sich im halbkugelförmigen Zelt mit dem Namen «Uriversum». Eine massstabgetreue Nachbildung des Teufelssteins wird darin mutlimedial angeleuchtet und gibt Informationen über Wirtschaft, Kultur und Tourismus preis. Auf der Urner Bühne finden im stündlichen Wechsel Auftritte von lokalen Künstlern statt. Zu hören sind am Samstag die Örgeli-Grossformation Alpäblüemli, Bye Felicia, die Musikgesellschaft Erstfeld, Zunderobsi, Wondersen, die Brassband Gurtnellen, The Krabbers, die Kapelle Imholz, die Tälläbuebä sowie Stella&Hampi&Mike featuring Fightin’Soul/Nexus Crew. Am Sonntag treten auf: Urknall, der Tambourenverein Uri, Felix Gisler/Marin Birnstiel, die Kantonale Trachtenvereinigung Uri, Schiibähunt, Trapped Bull, der Gospelchor Uri und die Firstfield Jazz Band. Dieselben Bands spielen auch auf der Bühne im EIZ-Areal.

Neben der Bühne ist der Kanton Uri mit Marktständen vertreten, an denen Urner Spezialitäten angeboten werden. Und man kann Kunsthandwerkern über die Schulter schauen. Im grossen Areal zeigt sich aber nicht nur der Kanton Uri den Gästen. SBB Cargo stellt den Güterverkehr auf der Schiene vor. Die SRG gewährt Einblicke hinter die Kulissen.

Simulator bietet Fahrgefühl

Das zweite Festgelände befindet sich rund ums Erhaltungs- und Interventionszentrum (EIZ) der SBB im Dorfkern von Erstfeld. Im Fahrsimulator kann eine Fahrt im neuen Gotthardzug «Giruno» erlebt werden. Im Zentrum steht der Lösch- und Rettungszug zur Besichtigung bereit. Daneben gibt es historisches Rollmaterial zu sehen – unter anderem den legendären roten Churchill-Pfeil. Zudem ist die Ausstellung «Erstfeld. Mit der Bahn verkuppelt» offen (siehe Artikel unten). Neben den Attraktionen auf dem EIZ-Gelände organisiert Erstfeld ein eigenes Dorffest mit viel Musik. Am Samstag spielen ab 13 Uhr das Ländlertrio Imholz, die Örgeli-Grossformation Alpäblüemli, das Echo vom Poschtsack, 20 Uhr Tagesschau und ab 20.30 Uhr die Partyband Dolomiten Banditen. Im Barzelt legt DJ Fridli ab 17 Uhr, und ab 21 Uhr spielt die Rockband Dryhouse.

Am Sonntag sind ab 10 Uhr die Musikgesellschaft Erstfeld, das Hobbychörli Bürglen, Alphornbläser und das Echo vom Giebel zu hören. Um 9.30 Uhr gibt es eine Ansprache des Gemeindepräsidenten, und um 10.45 Uhr kommt es zu einer Darbietung unter dem Titel «mysteriöse Begegnung im neuen Tunnel». Für Kinder steht die Turnhalle offen, samstags von 13 bis 18 Uhr, sonntags von 10 bis 16 Uhr.
 

ÖV empfohlen

Anreise zf. Für Besucher stehen einzig und allein beim Schwerverkehrszentrum Ripshausen Parkplätze zur Verfügung, von wo aus Shuttle-Busse verkehren. Der Bevölkerung von Uri wird deshalb empfohlen, mit den öffentlichen Verkehrsmitteln oder Velos anzureisen. Die Kantonsstrassen sind grundsätzlich offen, der öffentliche Verkehr wird auf den Hauptachsen prioritär geführt.

Tickets gibt es im Vorverkauf

Tunnelfahrtzf.Wer am 4. und 5. Juni durch den Gotthard-Basistunnel fahren will, braucht ein Zugbillett für den Gottardo-Shuttle, der von Rynächt bis Pollegio verkehrt. Tickets gibts unter www.sbb.ch/ticketshop oder an den offiziellen Verkaufsstellen.

Die SBB bieten Rundreisen in zwei Varianten an: Bei Variante 1 Süd–Nord wird vom Wohnort aus via Gotthard-Bergstrecke in den Süden nach Biasca gefahren, von wo aus es mit dem Shuttle-Bus nach Pollegio und durch den Gotthard-Basistunnel zurück in den Norden geht. Variante 2 Nord–Süd führt vom Festgelände Erstfeld via Bus nach Rynächt und mit dem Gottardo-Shuttle durch den Tunnel. Retour geht es auf der Gotthard-Bergstrecke.

Wie die SBB mitteilten, sind ihr bei der Berechnung von Kombi-Angeboten Fehler unterlaufen, so dass die Kunden mehr bezahlt haben. Diese erhalten die Differenz zurück, auch nach dem Eröffnungsfest.

Die beiden Festgelände im Überblick.

Die beiden Festgelände im Überblick.