Erste Sprengung für Kraftwerk Erstfeldertal ist erfolgt

Nun wird der Stollen erstellt. Kurz vor der Sprengung kam es neben der Baustelle zu einem Felssturz – der Fragen aufwirft.

Florian Arnold
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So sah es bei der Sprengung aus. (Bild: PD)

So sah es bei der Sprengung aus. (Bild: PD)

Im Erstfeldertal knallte es am Montag kurz nach 11 Uhr laut. Mit dieser ersten Sprengung, dem sogenannten Anschuss, wurde der Stollen für die Druckleitung in Angriff genommen, wie das Kraftwerk Erstfeldertal in einer Mitteilung schreibt. Dabei wurden erste Felsbrocken gesprengt.

Wenige Tage zuvor hatte es neben der Baustelle bereits einmal gekracht – und dies ungewollt. Denn am frühen Morgen des 12. Juni lösten sich oberhalb Spätach – Hängiberg – Birchi Felsbrocken und Steine. «Die Baustelle des KW Erstfeldertal wurde durch dieses Ereignis nicht betroffen», schreiben die Verantwortlichen. Sie stellen ausserdem klar: «Das Ereignis steht auch in keinem Zusammenhang mit der Bautätigkeit, weder im Bereich der Kraftwerkszentrale noch der Wasserfassung. Es war die Folge der äusserst starken Regenfälle, die in verschiedenen Teilen des Kantons Uri zu Erdrutschen und Felsabbrüchen geführt haben.»

Abklärungen mehrerer Projekte eingeflossen

Obwohl das Bewilligungsverfahren nur sechs Monate dauerte, seien in Bezug auf die geologischen Untersuchungen gegenüber anderen Projekten keinerlei Abstriche gemacht worden, heisst es seitens des KW Erstfeldertal auf Anfrage. «Ganz im Gegenteil: Es gibt kaum ein Projekt, bei dem umfangreichere Abklärungen für den Bau eines Kraftwerks getroffen wurden als im Erstfeldertal.»

Zehn Jahre lang habe man projektiert, Studien gemacht und Untersuchungen durchgeführt. «Nicht nur von uns, sondern auch von Dritten», stellt das KW klar. «Damit wurde eine umfassende Datenbasis geschaffen, auch für das Kraftwerk, das jetzt gebaut wird.» Das sei mitunter ein Grund für das rasche Bewilligungsverfahren. Trotz aller Sorgfalt und Abklärungen sei eine hundertprozentige Sicherheit gegenüber Naturgefahren im alpinen Gelände nicht möglich. «Das zeigt sich auch bei anderen Infrastrukturbauten.» Das Gebiet der Kraftwerkszentrale wird auch in Zukunft geologisch überwacht, und falls notwendig werden Massnahmen getroffen.

Ende 2020 soll das Kraftwerk Erstfeldertal den Betrieb aufnehmen. Rund 900 Meter lang wird der Stollen, der Wasser in die Turbinen leitet. Die Bauarbeiten am 37-Millionen-Projekt seien sowohl bei der Wasserfassung als auch bei der Kraftwerkszentrale auf Kurs.