Erster Corona-Verdachtsfall in Uri

Beim Amt für Gesundheit sieht man sich gut vorbereitet auf das Corona-Virus. Die Bevölkerung sollte sich regelmässig die Hände waschen.

Christian Tschümperlin
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Der Regierungsrat setzt einen Sonderstab ein wegen des Corona-Virus. Dies, nachdem am Dienstag in der Schweiz der erste Fall einer Infektion im Tessin bestätigt wurde. «Der Kanton Uri beteiligt sich zusammen mit den anderen Kantonen und dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) an den Massnahmen zur Prävention einer Übertragung des Virus auf weitere Personen», schreibt die Gesundheits-, Sozial- und Umweltdirektion. Unter ihrer Federführung sind in dem Stab der Kantonsarzt, das Kantonsspital, die Kantonspolizei, das Amt für Bevölkerungsschutz und Militär, die Bildungs- und Kulturdirektion und das Landammannamt vertreten.

Der Regierungsrat hat den Sonderstab beauftragt, insbesondere die notwendigen Vorbereitungsmassnahmen zur Vorbeugung und Bewältigung von Erkrankungen mit dem Corona-Virus zu treffen und zu koordinieren. Bei der Vorbeugung kommen auch im Kanton Uri die Massnahmen des BAG zum Zug: «Das Wichtigste ist, sich regelmässig und gründlich die Hände zu waschen», sagt Roland Hartmann, Vorsteher des Amts für Gesundheit. Zudem solle man in ein Papiertaschentuch husten oder niessen – wenn man keines habe, in die Armbeuge. Gesunden Personen rät er, den Kontakt mit Personen mit Atembeschwerden oder Husten nach Möglichkeit zu vermeiden. «Auch der Kontakt zu grossen Menschenansammlungen sollte man zurzeit nicht suchen.»

Warnsignale Husten und Fieber

Zu den Corona-Virus Krankheitssymptomen zählen Atembeschwerden, Husten oder Fieber. «Es ist enorm wichtig, dass Menschen mit diesen Beschwerden nicht mehr in die Öffentlichkeit gehen und ihren Hausarzt telefonisch kontaktieren.» Dieser sei informiert und werde die richtigen Fragen stellen und Massnahmen treffen. Eine allgemeine Schutzmasken-Tragepflicht sieht das BAG derzeit noch nicht vor. «Wenn man selber betroffen ist von Krankheitssymptomen, kann unter bestimmten Umständen das Tragen einer Hygienemaske Sinn machen. Nicht, um sich zu schützen, sondern, um in erster Linie andere zu schützen.»

Der Kanton Uri ist laut Hartmann gut vorbereitet. Schon seit dem ersten Ausbruch des Corona-Virus in China habe das Amt für Gesundheit zusammen mit dem Kantonsarzt und dem Kantonsspital Vorbereitungsmassnahmen getroffen. Die medizinischen Einrichtungen im Kanton Uri sind ebenfalls darauf vorbereitet, Verdachtsfälle frühzeitig zu erkennen sowie erkrankte Personen zu versorgen. «Wenn jemand betroffen ist, kommen die geplanten Massnahmen fürs Kontaktmanagement zum Zug. Also eine allfällige Quarantäne bei sich zu Hause und die Ermittlung und Instruktion aller Personen, die mit dem Erkrankten in Kontakt waren.» Der Kanton Uri stellt laut Hartmann kein Sonderfall dar, weder wegen seiner ländlichen Topografie noch wegen seiner Nähe zum Kanton Tessin.

«Wir sind dem Corona-Virus genau gleich ausgesetzt wie alle anderen auch.»

Derzeit wird im Kanton Uri ein Verdachtsfall abgeklärt. «Das ist reine Routine und wird sehr schnell gemacht, damit man Sicherheit hat», so Hartmann. Der Fall wird derzeit im Referenzlabor für neu auftretende Viruserkrankungen (NAVI) in Genf analysiert. Auch in Nidwalden wurde gestern ein Corona-Verdachtsfall bekannt, in Obwalden sind es zwei.

Das Corona-Virus sorgt insbesondere wegen seiner hohen Ansteckungsgefahr für Aufregung und auch, weil es keine präventive Impfung dagegen gibt. Für gesunde Personen besteht ein nur moderates Risiko.

Per Video statt Geschäftsreisen

Kanton

Das Virus betrifft auch Dätwyler, den grössten privaten Arbeitgeber in Uri, wie das «UW» schreibt. Das Unternehmen betreibt in China zwei Werke für Dichtungskomponenten, eines in Ningguo in Zentralchina und das andere in Wuxi nahe Schanghai, sowie eine Kabelfabrik in Taicang, ebenfalls in der Nähe von Schanghai. Alle drei Standorte sind Hunderte Kilometer vom Ausbruchsort des Corona-Virus in Wuhan entfernt. Aufgrund der Sicherheitsmassnahmen der lokalen Behörden waren die drei Werke nach dem einwöchigen Frühlingsfest eine weitere Woche lang geschlossen.

Inzwischen sind alle Mitarbeiter an den drei Standorten wieder am Arbeitsplatz, unter erhöhten Sicherheitsvorkehrungen. «Wir fahren die Produktionskapazität kontinuierlich wieder hoch», teilt das Unternehmen auf Anfrage mit. «Unser lokales Management vor Ort steht in engem Kontakt mit den Behörden.» Die wirtschaftlichen Auswirkungen könnten im Moment nicht abgeschätzt werden, so Dätwyler. Lieferprobleme habe es bisher nicht gegeben, da in China vor allem für den chinesischen Markt produziert werde. Geschäftsreisen von und nach China finden schon seit Januar nicht mehr statt. «Der Austausch mit unseren chinesischen Standorten kann über Telefon- und Videokonferenzen ohne weiteres aufrechterhalten werden», teilt das Unternehmen mit.

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