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ERSTFELD: Alpbach-Nutzung: Gemeindepräsidentin hofft auf Landrat

Der Gemeinderat freut sich über den neuen Vorschlag der Regierung, den Alpbach erst ab dem Gebiet Schopfen für die Stromproduktion zu nutzen. Die Planung will man allerdings kritisch begleiten, wie Gemeindepräsidentin Pia Tresch sagt.
Florian Arnold
Blick optimistisch in die Zukunft: Pia Tresch beim Eingang zum Erstfelder Gemeindehaus. «Die Arbeit im Gemeinderat ist befriedigender als jene im Landrat», sagt die Gemeindepräsidentin. (Bild: Markus Zwyssig (Erstfeld, 10. Januar 2017))

Blick optimistisch in die Zukunft: Pia Tresch beim Eingang zum Erstfelder Gemeindehaus. «Die Arbeit im Gemeinderat ist befriedigender als jene im Landrat», sagt die Gemeindepräsidentin. (Bild: Markus Zwyssig (Erstfeld, 10. Januar 2017))

Interview: Florian Arnold

florian.arnold@urnerzeitung.ch

Die Regierung will den Alpbach mit einem kleineren Kraftwerk nutzen als einst gedacht, wie am Mittwoch bekannt wurde (Artikel vom 13. Dezember). Das Wasser soll erst im Gebiet Schopfen gefasst werden und nicht im höher gelegenen Gebiet Bodenberg. Damit legt die Regierung eine weitere Kompromisslösung vor, nachdem eine Doppelnutzung von Trinkwasser und Wasserkraft bei der Bodenberg-Quelle priorisiert worden ist. Die Erstfelder Gemeindepräsidentin Pia Tresch nimmt Stellung zur neuen Ausgangslage.

Pia Tresch, wie haben Sie den Bericht der Regierung aufgefasst?

Für den Gemeinderat Erstfeld war das wie Weihnachten und Ostern zusammen.

So euphorisch?

Ja, denn der Erstfelder Bevölkerung geht es einzig und allein um den Schutz der Trinkwasserquellen, die mit dieser Variante nicht tangiert sind. Schliesslich wären der Regierung auch andere Varianten offengestanden. Dann aber hätte sich der Gemeinderat gewehrt. Denn mit der Abstimmung von 2015 hat uns die Erstfelder Bevölkerung den Auftrag erteilt, uns dafür einzusetzen, die Trinkwasserquellen quantitativ und qualitativ zu erhalten. Ohne den vorliegenden Kompromiss wäre es über kurz oder lang zu einem Rechtsstreit zwischen Gemeinde und Regierung gekommen, was nicht in unserem Sinn gewesen wäre. Nun müssen wir darauf hoffen, dass auch der Landrat die vorgeschlagene Variante unterstützt.

Wie sicher ist das Trinkwasser denn nun?

Dem Gemeinderat ist aufgezeigt worden, dass mit einer Nutzung des Alpbachs ab Stufe Schopfen die Trinkwasserversorgung der Gemeinde Erstfeld nicht tangiert wird. Wir werden bei der Planung eines Kraftwerks selbstverständlich diesen Umstand prüfen. Jetzt gehen wir davon aus, dass die Quellen nicht beeinträchtigt sind.

Dann wird es auch aus der Bevölkerung keinen Widerstand mehr geben?

Dem Gemeinderat ist nichts anderes bekannt. Wir hatten nie Rückmeldungen, dass man überhaupt kein Kraftwerk bauen soll.

War die Gemeinde eingebunden in die Ausarbeitung?

Der Gemeinderat hat sich eingebracht bei einer parlamentarischen Empfehlung der Erstfelder Landräte, die verlangt hat, dass die Regierung eine Gesamtabwägung macht. Der Regierungsrat ist nun aktiv auf uns zugekommen und hat uns die vorliegende Variante vorgestellt. Wir nahmen dazu Stellung.

Erstfeld ist Energiestadt der ersten Stunde. Müsste man sich aus dieser Warte nicht für das grösstmögliche Kraftwerk entscheiden?

Auch diese Medaille hat zwei Seiten. Als Energiestadt geben wir auch der Landschaft Gewicht. Quellen und Trinkwasser sind ein noch höheres Gut als die Energiegewinnung aus Wasserkraft. Wir dürfen deshalb auch als Energiestadt ruhig sagen, dass uns der Schutz dieser Trinkwasserquellen wichtiger ist als die Gewinnung von Strom.

Sie persönlich engagieren sich für Pro Natura. Wie schauen Sie das Projekt aus diesem Blickwinkel an?

Die neue Variante ist auch aus naturschützerischer Sicht dem anderen Projekt vorzuziehen. Es kann davon ausgegangen werden, dass die Nutzung die Landschaft und das Gewässer weit weniger tangiert. Es gibt im Kanton Uri wesentlich schlechtere Beispiele, deshalb muss ich bei diesem Projekt kein schlechtes Gewissen haben.

Wie schätzen Sie die Chancen ein, dass sich das Gemeindewerk Erstfeld am Projekt beteiligt?

Wir sind in Kontakt mit den Gemeindewerken, und gemäss Aussagen des Geschäftsführers Peter Dittli wird jede neue Ausgangslage wieder geprüft. Aber auch wenn der Gemeinderat eine Beteiligung der Gemeindewerke begrüssen würde, liegt die Entscheidung schliesslich bei den Gemeindewerken. Hier wird vor allem die wirtschaftliche Komponente eine Rolle spielen.

Der Alpbach im Erstfeldertal wird als Trinkwasserquelle und für Wasserkraft genutzt. (Bild: PD)

Der Alpbach im Erstfeldertal wird als Trinkwasserquelle und für Wasserkraft genutzt. (Bild: PD)

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