ERSTFELD: Am Montag beginnen die Bauarbeiten

Die römisch-katholische Pfarrkirche wird für rund 4 Millionen Franken einer Innen- und Aussenrestaurierung unterzogen. Die Kirche kann voraussichtlich bis im Dezember 2017 nicht benützt werden.

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Die Kirche St. Ambrosius und Othmar wird ab der kommenden Woche einer umfassenden Restaurierung unterzogen. (Bild: PD (Erstfeld))

Die Kirche St. Ambrosius und Othmar wird ab der kommenden Woche einer umfassenden Restaurierung unterzogen. (Bild: PD (Erstfeld))

Die römisch-katholische Pfarrkirche St. Ambrosius und Otmar in Erstfeld wird innen und aussen umfassend restauriert. Damit sollen fortschreitende Schäden vermieden werden. Die letzte grosse Restaurierung erfolgte von 1956 bis 1958. Sie umfasste auch eine Erweiterung des Kirchenschiffs nach Westen.

Die Arbeiten beginnen am kommenden Montag, 9. Januar. Die Kirche wird voraussichtlich bis Mitte Dezember 2017 nicht benützt werden können. Die Gottesdienste finden gemäss Mitteilung der Pfarrei Erstfeld in der Regel in der Jagdmattkapelle statt. Voraussehbare Ausnahmen werden im Pfarreiblatt publiziert. Es kann auf www.kath-erstfeld.ch heruntergeladen werden. Über den Verlauf der Renovation soll regelmässig auf der Homepage der Katholischen Kirchgemeinde Erstfeld informiert werden. Die Einweihung des renovierten Bauwerks ist an der Kilbi im Oktober 2018 geplant.

Kanton beteiligt sich mit 20 Prozent

Geplant ist unter anderem, die Elektro-, Heizungs- und Sanitäranlagen vollständig zu erneuern und die Holzbänke aufzufrischen. Zudem stehen der Einbau eines neuen Natursteinbodens im Schiff und im Chor, die Restaurierung und Konservierung von Wänden, Gewölben, Altären, Orgel und Kanzel sowie neue Raumeinbauten im bestehenden Turm auf dem Bauprogramm. Weiter soll die Dacheindeckung restauriert werden. Die defekten Ziegel werden ersetzt, die Kirche erhält ein neues Unterdach. Die Gesamtkosten des Bauvorhabens dürften sich auf 4,125 Millionen Franken belaufen. Der Kanton Uri beteiligt sich mit 20 Prozent (maximal 363 000 Franken) an den beitragsberechtigten Kosten von rund 1,817 Millionen Franken. Dies hat der Landrat im September 2016 mit 57 zu 1 Stimme beschlossen.

Als beitragsberechtigt gelten nur die Massnahmen, die mit dem Erhalt der historischen Substanz zusammenhängen. Der Beitragssatz von 20 Prozent ergibt sich aus der lokalen Bedeutung des Objekts und dessen Stellenwert in der Landschaft sowie dem Ortsbild gemäss kantonaler Praxis.

Mehrere Vorgängerkirchen sind verbürgt

Eine erste Vorgängerkirche in Erstfeld ist bereits im 14. Jahrhundert verbürgt. Eine weitere wurde 1635 eingeweiht, 1870 aber wieder abgebrochen und durch einen Neubau ersetzt. Dessen Einweihung erfolgte 1872.

Die künstlerische Gestaltung der heutigen Ausstattung stammt von Augustin Meinrad Bächtiger und Pfarrer Ludwig Schnüriger. Bildwerke aus den früheren Zeitepochen und Vorgängerkirchen sind in der Kirche mehrheitlich erhalten geblieben. Die Kirche stellt aufgrund der am gleichen Ort vorhandenen Vorgängerbauten, der wohlproportionierten Gestalt und Lage im Ortsbild sowie der qualitativ hochwertigen Innenausstattung ein wichtiges Erstfelder Bauwerk dar. Es bildet ein Zeugnis des Kirchenbaus des 19. und 20. Jahrhunderts. Die Kirche ist im Inventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz eingestuft. Die Unterschutzstellung aus dem Jahr 2002 ist im Grundbuch angemerkt. (bar)