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ERSTFELD: Anwohner werden besser geschützt

Künftig soll bei Hochwasserereignissen vom Alpbach deutlich weniger Gefahr ausgehen. Dazu soll im hinteren Spätach ein zehn Meter hoher Geschiebesammler gebaut werden.
Paul Gwerder
In diesem Bereich soll der Alpbach mit einem Geschiebesammler gebändigt werden.Bild: Paul Gwerder (Erstfeld, 21. März 2017)

In diesem Bereich soll der Alpbach mit einem Geschiebesammler gebändigt werden.Bild: Paul Gwerder (Erstfeld, 21. März 2017)

Paul Gwerder

redaktion@urnerzeitung.ch

«Wir wären froh gewesen, wenn das Hochwasserschutzprojekt am Alpbach-Unterlauf vor Abschluss der Bau- und Zonenordnung gekommen wäre», sagte Gemein-depräsidentin Pia Tresch am Dienstagabend an einer Infoveranstaltung der Baudirektion im Kasino Erstfeld. Obwohl der Gemeinderat seit 2012 immer wieder bei der Baudirektion Uri nachgefragt hatte, ist bis heute nichts passiert.

«Unser Ziel ist es, dass mit dem vorliegenden Projekt die Anwohner des Alpbachs bei Hochwasserereignissen geschützt werden», sagte Kantonsingenieur Stefan Flury zu den zahlreichen Bewohnern des Schattig-Quartiers. «In dem 160 Millionen Franken teuren Massnahmepaket des Urner Hochwasserschutzes hatte der Urner Talboden, insbesondere die Verbauung an der Schächenmündung, oberste Priorität, da wir nicht alle Projekte miteinander realisieren konnten», rechtfertigte sich der Kantonsingenieur.

Der Schutz soll markant erhöht werden

Peter Gisler, Abteilung Wasserbau, stellte das Projekt den interessierten Anwohnern des Alpbachs vor. Der vorliegende Entwurf des Hochwasserschutz- Projektes (HWS) soll den Schutz des Taubachgebietes markant erhöhen und bestehende Schutz­defizite beseitigen. Das HWS-Projekt wird unabhängig von ­all­fälligen Kraftwerkprojekten verwirklicht. In den Jahren 1977, 1987, 1998, 2010 und 2011 verursachten Hochwasser am Alpbach immer wieder kleinere und grössere Schäden. «Das geplante Projekt ist darauf ausgelegt, dass auch ein 100-jähriges Hochwasser in diesem Gebiet keine Schäden anrichten kann», erklärte Gisler.

Ein grosser Teil dieses Gebietes liegt in der Gefahrenzone rot und blau. Die möchte man schützen, sodass es in einer späteren Phase dort nur noch gelbe Zonen geben soll. Als Kernelement der Verbauung ist ein zehn Meter hoher Geschiebesammler geplant, der das grobe Gestein zurückhalten soll – Feinmaterial soll dort nicht zurückgehalten werden, sondern kann im Bach talwärts fliessen. Das Rückhaltevolumen beträgt rund 11500 Kubikmeter. Um das Geschiebe nach einem Ereignis abführen zu können, wird zudem eine neue Zufahrtsstrasse ab der bestehenden Waldstrasse von Süden her zum Sammler erstellt. «Mit den betroffenen Grundeigentümern fanden bereits erste Gespräche statt. Wir haben positive Signale erhalten», sagte Gisler.

Im Unterlauf des Alpbachs sollen diverse kleinere Massnahmen die Abflusskapazität auch im Ereignisfall sicherstellen. Dazu zählen Massnahmen zur Sohlen- und Ufersicherung, eine ökologische Aufwertung durch eine Aufweitung des Baches unterhalb des Geschiebesammlers sowie punktuelle Sohlenverbreiterungen und Ufererhöhungen von maximal 40 bis 50 Zentimetern. Optimierungen bei der Brücke an der Wilerstrasse werden dafür sorgen, dass in Zukunft mehr Wasser unter der Brücke durchfliessen kann.

Bodenberge: Massnahmen zur Revitalisierung geplant

Gemäss vorliegendem Projekt sind im Gebiet Bodenberge Revitalisierungsmassnahmen vorgesehen. «Dadurch wird bei einem Hochwasser dort das Land übersaart werden, und es wird dann weniger Material durch den Bach ins Tal transportiert», erklärte der Projektleiter. Man sei mit den Landwirtschaftsbetrieben im Gespräch. Zudem wird im Bereich Vorder-Schattig ein Waldbauprojekt verwirklicht. Dies dient der Hangsicherung und vermindert den Eintrag von Geschiebe in den Alpbach.

In der Fragerunde zeigten sich die Anwesenden grösstenteils befriedigt, dankten der Baudirektion und waren froh, dass nun der Alpbach mit dieser Verbauung bei Hochwasser gebändigt wird.

«Für mich ist der Sammler in Ordnung. Aber warum wird bei den Abrissstellen im Erstfeldertal nichts gemacht? Man sollte doch das Übel bei der Wurzel packen, wie bei einer Lawinenverbauung», so Robert Zurfluh, der den Alpbach in- und auswendig kennt. Kantonsingenieur Stefan Flury dankte für den Hinweis. «Es ist immer eine Frage der Verhältnismässigkeit. Wir werden das mit den Leuten vom Unterhalt anschauen», versprach er.

Paul Furrer wollte wissen, warum der «Einlenker» des Alpbachs in die Reuss nicht verlängert wird. «Das haben wir nicht angeschaut, denn wir sind der Ansicht, dass dies keine wesentlichen Verbesserungen gibt», so Gisler.

Läuft alles nach Plan, kann das HWS-Projekt am Alpbach in den Monaten September und Oktober dieses Jahres öffentlich aufgelegt werden. Wenn keine Einsprachen das Projekt verzögern, so könnte mit den rund 15-monatigen Bauarbeiten im August 2018 gestartet werden.

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