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ERSTFELD: Arbeit stärkt das Selbstvertrauen der Menschen

Die Urner Sozialkonferenz widmete sich gestern schwergewichtig der Arbeitsintegration. Zudem informierte der Gemeindeverband über das Thema «Zukunft Alter».
Paul Gwerder
«Arbeit befriedigt den Menschen und bringt ihm gewisse Anerkennung – und dies mit oder ohne Bezahlung», sagt Samuel Bissig, Vorsteher Amt für Soziales Uri. (Bild: Paul Gwerder)

«Arbeit befriedigt den Menschen und bringt ihm gewisse Anerkennung – und dies mit oder ohne Bezahlung», sagt Samuel Bissig, Vorsteher Amt für Soziales Uri. (Bild: Paul Gwerder)

An der Urner Sozialkonferenz 2017 im Pfarreizentrum Erstfeld waren gestern viele Fachpersonen aus dem Sozial- und Gesundheitswesen und Gemeindevertreter anwesend. «Das heutige Thema Arbeitsintegration ist sehr anspruchsvoll», sagte Sozialdirektorin Barbara Bär einleitend. «Und es braucht eine gute Vernetzung, um den Menschen den Wiedereinstieg in den Arbeitsprozess zu ermöglichen.»

Das Thema wurde gemeinsam mit den Sozialtätigen und der Begleitgruppe Soziales erarbeitet. «Warum ist denn Arbeit so wichtig?», fragte Samuel Bissig, Vorsteher des Amtes für Soziales. Seiner Ansicht nach ist Arbeit vor allem sinnstiftend. «Arbeit befriedigt den Menschen und bringt ihm gewisse Anerkennung – und dies mit oder ohne Bezahlung», sagte Bissig. Dabei erinnerte er auch an die Freiwilligenarbeit oder an die Beschäftigung für Asylsuchende.

In Uri beschäftigen sich viele Stellen mit der Arbeitsintegration. In erster Linie ist dies das Regionale Arbeitsvermittlungszentrum (RAV). Weiter arbeiten die Invalidenversicherung (IV), die Sozialdienste und das Rote Kreuz an diesem schwierigen Thema. «Wir haben den gesetzlichen Auftrag, die Stellensuchenden zu beraten, zu betreuen und sie wenn möglich im ersten Arbeitsmarkt zu vermitteln», sagte RAV-Beraterin Jelena Banadinovic.

Eingliederung kommt vor Rente

Die Kernaussage von Christoph Horat, Geschäftsleiter der Sozialversicherungsstelle, lautete: «Für die IV lautet der Auftrag ‹Eingliederung vor Rente›, und in einem zweiten Schritt versuchen wir, Menschen mit einer Rente wieder in den ersten Arbeitsmarkt zurückzuführen – zum Beispiel mit einer Umschulung.»

Wenn eine Person durch alle Maschen gefallen ist, bildet das Sozialamt das letzte Auffangnetz. «Wir haben den gesetzlichen Auftrag, hilfsbedürftigen Menschen zu wirtschaftlicher und persönlicher Selbstständigkeit zu verhelfen», erklärte Myriam Brand, Leiterin Sozialdienst Urner Oberland. «Wir versuchen Notlagen von Personen vorzubeugen, zu verhindern oder zu beheben. Dazu gehören auch eine ganzheitliche Beratung, Coaching sowie die Finanzierung von Ausbildungen und Sprachkursen. Damit soll den Hilfsbedürftigen die Arbeitsintegration erleichtert werden.»

Auch das Schweizerische Rote Kreuz, das für Asylbewerber und Flüchtlinge zuständig ist, arbeitet intensiv mit den ausländischen Frauen und Männern. Nesar Ahmad, Sozialarbeiter beim SRK, sagte: «Die meisten Personen haben null Deutschkenntnisse, wenn sie zu uns kommen.» Deshalb müssten sie zuerst in intensiven Kursen die deutsche Sprache erlernen und zugleich auch noch soziale Integrationskurse besuchen.

Klare Ansprechpersonen sind notwendig

In fünf Arbeitsgruppen wurde danach ein Fallbeispiel besprochen. Das Fazit aus dieser Gruppenarbeit: «Es braucht eine zentrale Informationsstelle oder klare Ansprechpersonen, die genügend zeitliche Ressourcen für die hilfesuchenden Leute haben.»

Ältere Menschen möchten möglichst lange in ihrer eigenen Umgebung und im gewohnten sozialen Umfeld leben. «Gerade das aber ist in Uri nicht immer möglich», sagte der Präsident des Urner Gemeindeverbands, Karl Walker. Unterstützende Angebote und Pflegeheime befänden sich vielfach in den grösseren Gemeinden, während die kleinen Gemeinden ein zu kleines Einzugsgebiet hätten, um eigene unterstützende Angebote führen zu können. Daher erfolge der Eintritt ins Heim oft früher als notwendig. Das Angebot der Gemeinden wird insgesamt als gut beurteilt. In Uri funktioniere aber auch die Nachbarschafts- und Angehörigenhilfe noch sehr gut.

Fazit der Arbeit der Gemeinden: Der Aufbau einer zentralen Datenbank als Arbeitsinstrument ist notwendig. Die Freiwilligenarbeit soll gefördert werden, und zudem sollen Menschen, die zu Hause bleiben möchten, möglichst lange unterstützt werden.

Paul Gwerder

redaktion@urnerzeitung.ch

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