ERSTFELD: Bilder im «Spannort» wecken Erinnerungen

«Die Liebe zum Detail», so heisst die Ausstellung von Oskar Bissig (70) im Betagtenheim Spannort. Zu sehen sind dort rund zwei Dutzend Bilder mit Gebäuden und Landschaften aus dem Urnerland.

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Oskar Bissig hat auf diesem Bild Färnigen im Meiental detailreich festgehalten. (Bild: Paul Gwerder (Erstfeld, 1. September 2017))

Oskar Bissig hat auf diesem Bild Färnigen im Meiental detailreich festgehalten. (Bild: Paul Gwerder (Erstfeld, 1. September 2017))

Geschäftsleiter Engelbert Zurfluh zeigte sich bei der Begrüssung der zahlreichen Gäste an der Vernissage am Freitagabend sehr glücklich. Er sei hoch erfreut, dass man Oskar Bissig das Heim, das auch ein Ort der Begegnung sei, für eine Ausstellung zur Verfügung stellen durfte.

Den Bewohnern, aber auch den Besuchern gefallen die Bilder, denn viele zeigen bekannte Gebäude und Landschaften aus Erstfeld wie der Sagerberg, die Matt-Alp oder die berühmte Jagdmattkapelle.

Viele Betrachter sind tief beeindruckt

Die Bilder von Bissig sind etwas ganz Besonderes. Viele Betrachter sind tief beeindruckt und spüren das grosse Gefühl, welches der Künstler in all seine Werke gelegt hatte. Es ist absolut perfekt, mit welcher Geduld der Maler bei einem Haus jede einzelne Schindel an einer Fassade gezeichnet oder bei einer Trockensteinmauer und einer Holzbeige das kleinste Detail haarscharf gemalt hatte. «Sein künstlerisches Talent sowie die Nähe zur Natur und die Liebe zum Detail wurden Oskar Bissig wahrscheinlich schon in die Wiege gelegt, denn Malen und Zeichnen sind sein Hobby seit seiner frühesten Kindheit», sagte der Sohn des Künstlers, Urs Bissig, bei der Laudatio.

Der gelernte Bauzeichner aus Schattdorf kam schon früh aus beruflichen Gründen in den Kontakt mit dem Tuschwerkzeug, das er über die Jahre in seiner künstlerischen Ausdrucksform perfektionierte. «Bereits 1975 begann Oskar Bissig mit kleinformatigen Tuschzeichnungen und wandte sich über die Zeit vermehrt der Aquarellmalerei zu», erinnerte sein Sohn. Die Idee, seine Bilder mit Farbe abzurunden, kam Bissig bei den Malkursen bei Frieda Zurfluh und Lukas Bonderer. Seit 1994 kombiniert der Maler beide Techniken in seinen Bildern, die er bereits bei mehreren Ausstellungen präsentieren durfte.

Zuerst wird alles auf Fotografien festgehalten

Seine Sujets entdeckt der Künstler bei seinen zahlreichen Wanderungen durch die Natur und die Bergwelt. Zu Hause zeichnet Bissig mit seiner ruhigen Hand und sehr viel Geduld die Häuser und Landschaften von seinen Fotografien ab.

«Er hat die Gabe, aus Hunderten von Strichen das Zusammenspiel zwischen Hell und Dunkel und somit Raum und Tiefe zum Vorschein zu bringen, die es braucht, um die Natürlichkeit hervorzuheben», sagte der Sohn zu den Werken seines Vaters. «Zeichnen heisst sehen lernen», gab sich Oskar Bissig überzeugt. Er malt Tusch-Aquarell-Bilder, und in seinen fast «fotografischen Bildern» kommt die Liebe zum Detail eindrücklich hervor.

 

Paul Gwerder

redaktion@urnerzeitung.ch

Hinweis

Die Ausstellung im «Spannort» in Erstfeld dauert bis am 30. November und ist jeweils montags bis samstags von 13.30 bis 18 Uhr, sowie sonntags von 10 bis 18 Uhr, geöffnet.