Erstfeld
Das Urner Pfadiheim ist nun offiziell eröffnet

Die 1,3 Millionen Franken für den Bau des Hauses sind beisammen. Noch braucht es aber 150'000 Franken für den Betrieb und die Umgebung.

Markus Zwyssig
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Das Feuer ist entfacht. Die Urner Pfadiheim in Erstfeld ist offiziell eröffnet.

Das Feuer ist entfacht. Die Urner Pfadiheim in Erstfeld ist offiziell eröffnet.

Bild: Urs Hanhart (Erstfeld, 27. März 2021)

Für die Urner Pfader geht kurz vor Ostern ein Traum in Erfüllung. Ihr Ausbildungs- und Lagerhaus im Erstfelder Bärenboden, das Übernachtungsmöglichkeiten für rund 50 Personen bietet, ist bezugsbereit. Ideen, in Uri ein Pfadiheim zu bauen, tauchten in der Vergangenheit immer wieder auf. An Pfingsten 2016 wurde es mit der Gründung des Vereins Neubau Pfadiheim Uri konkreter. Im Dezember 2019 griffen die Pfader erstmals zur Schaufel. Kurz nach Ostern 2020 konnten Urner Bauunternehmen den Rohbau fertig stellen. Mit Hilfe zahlreicher aktiver und ehemaliger Pfadis konnte der grösste Teil des Innenausbaus in Eigenarbeit ausgeführt werden.

Urs Janett, Leiter Sponsoring beim neuen Urner Pfadiheim.

Urs Janett, Leiter Sponsoring beim neuen Urner Pfadiheim.

Bild: Urs Hanhart

«Es war ein langer Weg bis zum Gipfel», sagte Urs Janett (Quak) am Samstagmorgen bei der Eröffnung, die coronabedingt in einem etwas kleineren Rahmen stattfand. Der Urner Finanzdirektor ist als ehemaliger Pfader für das Sponsoring verantwortlich. Er versprach, dass wenn es die Situation erlaubt, soll zu einem späteren Zeitpunkt ein grosses Fest mit Pfadern, Anwohnern und allen, die das Haus einmal genauer anschauen wollen, stattfinden.

Im Aufenthaltsraum des neuen Pfadiheims haben bis zu 80 Personen Platz.

Im Aufenthaltsraum des neuen Pfadiheims haben bis zu 80 Personen Platz.

Bild: Urs Hanhart (Erstfeld, 27. März 2021)

Ein Gemeinschaftswerk mit ganz vielen Beteiligten

Christian Imfeld, Präsident des Vereins Neubau Pfadiheim Uri.

Christian Imfeld, Präsident des Vereins Neubau Pfadiheim Uri.

Bild: Urs Hanhart (Erstfeld, 27. März 2021)

«Ganz viele Menschen haben das Projekt mitgetragen», sagte Christian Imfeld (Briggeler), Präsident des Vereins Neubau Pfadiheim Uri. «Das Pfadiheim ist ein Gemeinschaftswerk, ohne die Unterstützung aller Beteiligten hätten wir es nicht geschafft», gab er sich überzeugt. Beim Bau wurden mehr als 2000 ehrenamtliche Arbeitsstunden geleistet. Pfader, Ehemalige und Pfadi-Freunde konnten dabei in ganz unterschiedlichen handwerklichen Bereichen ihre beruflichen Fähigkeiten unter Beweis stellen. Marco Grepper (Gusto) leitete das Bauteam.

Zu den Gratulantinnen gehörte am Samstagmorgen die Erstfelder Gemeindepräsidentin Pia Tresch. Sie dankte den Pfadern für die geleistete Arbeit und wünschte viel Glück. Die Standortgemeinde stellte sich von Beginn weg hinter das Projekt und war bereit, Land zur Verfügung zu stellen. Die Erstfelder gaben an der Gemeindeversammlung im Frühling 2018 grünes Licht, einen Baurechtsvertrag für 99 Jahre abzuschliessen.

Gemeindepräsidentin Pia Tresch gratuliert Christian Imfeld zur Eröffnung und überreicht ihm symbolisch einen Schlüssel.

Gemeindepräsidentin Pia Tresch gratuliert Christian Imfeld zur Eröffnung und überreicht ihm symbolisch einen Schlüssel.

Bild: Urs Hanhart (Erstfeld, 27. März 2021)

Das Geld für das 1,3 Millionen Franken teure Haus ist beisammen. Der Kanton hat den Bau mit Geldern der Neuen Regionalpolitik des Bundes (NRP) im Rahmen der Tourismusförderung unterstützt. Die Dätwyler Stiftung, die Korporation Uri, die Urner Kantonalbank, die Mobiliar und weitere Stiftungen und viele Gönner und Sponsoren leisteten ihre Beiträge. Rund 120 Pfader und Ehemalige haben 1000 Franken bezahlt und sind dadurch dem 1000er Klub beigetreten.

Auch Schulen, Vereine und Firmen können die Räume mieten

Noch aber braucht es zusätzliche finanzielle Mittel. Für den Betrieb des Hauses und für verschiedene Arbeiten in der Umgebung werden rund 150'000 Franken benötigt. Coronabedingt ist es zurzeit nicht möglich, die Räume zu vermieten und im Haus zu übernachten. «Das Interesse ist jedoch vorhanden und es gab bereits verschiedene Anfragen», versicherte Othmar Arnold (Tutti), Leiter Finanzen. Genutzt werden soll das Haus für Pfadianlässe verschiedenster Art. Es kann aber auch für Schulverlegungen, Vereinsaktivitäten oder Workshops für Firmen gemietet werden. Wie zu erfahren war, hat sich bereits ein Unternehmen gemeldet, das das Haus diesbezüglich mieten möchte.

Blick in die Küche des neuen Pfadiheims.

Blick in die Küche des neuen Pfadiheims.

Bild: Urs Hanhart (Erstfeld, 27. März 2021)

Einladende Räume, aber bewusst auf Luxus verzichtet

Bei einem Rundgang zeigt sich, dass die Räume im Pfadiheim hell und in freundlichen Farben gestaltet sind. Alles ist zweckmässig eingerichtet. «Wir haben bewusst auf Luxus verzichtet», sagte die ehrenamtliche Bauleiterin Romy Müller-Baltermi. «Dadurch konnten die Kosten beim Bau tief gehalten werden. Zudem soll auch der Unterhalt einfach handhabbar sein.»

Beim Bau wurde auf eine nachhaltige Bauweise geachtet. So verfügt das Haus über eine eigene Fotovoltaik-Anlage, eine Erdsonde sowie energieeffiziente Küchengeräte. Das Pfadiheim Uri wurde inklusive Umgebung barrierefrei realisiert und soll insbesondere auch Kindern und Jugendlichen mit einer Beeinträchtigung gut zugänglich sein. Zudem verfügt das Pfadiheim über einen Lift, der insbesondere für gehbehinderte Menschen oder Rollstuhlfahrer genutzt werden kann.

Das Pfadiheim bietet in verschiedenen Räumen insgesamt 50 Schlafplätze.

Das Pfadiheim bietet in verschiedenen Räumen insgesamt 50 Schlafplätze.

Bild: Urs Hanhart (Erstfeld, 27. März 2021)

Hinweis: Informationen gibt es unter pfadiheim-uri.ch