ERSTFELD: Denner-Räuber bereut seine Tat

Im Dezember 2015 hatte ein Urner den Denner-Satelliten in Erstfeld überfallen. Der 64-Jährige ist geständig und wurde am Dienstag vom Urner Landgericht zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 14 Monaten verurteilt.

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Die Filiale des Denner an der Gotthardstrasse in Erstfeld. (Bild: Sven Aregger (Erstfeld, 12. Januar 2016))

Die Filiale des Denner an der Gotthardstrasse in Erstfeld. (Bild: Sven Aregger (Erstfeld, 12. Januar 2016))

Carmen Epp

carmen.epp@urnerzeitung.ch

Kurz vor Weihnachten 2015 war Erstfeld in heller Aufregung. Ein Unbekannter hatte den Denner-Satelliten überfallen und war daraufhin mit dem erbeuteten Geld geflohen. Drei Wochen später konnte die Kantonspolizei Uri den Täter dingfest machen: Es handelte sich um einen älteren Urner, der die Tat bei Einvernahmen durch die Polizei gestand. 

Gestern schliesslich musste sich der 64-jährige Rentner wegen einfachen Raubes vor dem Landgericht verantworten. Der Fall wurde im abgekürzten Verfahren behandelt, weil der Beschuldigte sich mit der Anklageschrift einverstanden erklärte. 

Mit messerähnlichem Gegenstand bedroht

Laut Anklageschrift hatte sich der Vorfall am 22. Dezember 2015 wie folgt ereignet: Der Rentner betrat den Denner-Satelliten in Erstfeld kurz vor Mittag «in der Absicht, sich Geld zu beschaffen». Zu diesem Zweck führte er «einen messerartigen Gegenstand» mit sich, «den er sonst zum Herstellen von Tannzapfen- und Steinmännchen benützte». Als der Mann feststellte, dass sich keine anderen Kunden mehr im Geschäft befinden, forderte er die Kassiererin auf, ihm Geld zu geben. Dabei nahm er den messerartigen Gegenstand in die Hand, den die Kassiererin für ein Taschenmesser hielt, «in der Absicht, seiner Aufforderung Nachdruck zu verleihen», was dann auch gelang. Die Kassiererin entnahm der Kasse den Betrag von mindestens 420 Franken, mit dem der Rentner schliesslich das Geschäft verliess. Damit habe der Mann den Tatbestand des einfachen Raubes erfüllt, wofür er mit einer bedingten Freiheitsstrafe von 14 Monaten zu bestrafen sei. 

Die Strafzumessung wird in der Anklageschrift folgendermassen begründet: Der Beschuldigte habe den Raub im Voraus geplant und eine grösstmögliche Geldsumme erbeuten wollen, auch wenn die Beute dann letztlich eher gering ausfiel. Auch wenn es sich beim Gegenstand nicht um ein Messer im eigentlichen Sinne gehandelt habe, so dürfe doch aufgrund der Aussagen des Mannes davon ausgegangen werden, dass die Klinge «scharf, wenn auch nicht rasiermesserscharf» war. Allerdings habe er den Gegenstand diskret und unter Einhaltung eines gewissen Abstandes gezeigt. Es könne daher davon ausgegangen werden, dass er nicht vorhatte, die Kassiererin zu verletzen. Durch sein Geständnis könne die Einsatzstrafe von 18 Monaten reduziert und aufgrund positiver Prognosen bedingt ausgesprochen werden.

Rentner entschuldigt sich für «Seich»

Der 64-Jährige beteuerte vor Landgericht, er habe sich damals in einer finanziellen Notlage befunden und einen «Seich» gemacht, für den er sich gerne entschuldigen wolle. 

Nach einer kurzen Besprechung hat das Landgericht unter der Leitung von Vizepräsident Heinz Gisler die Anklageschrift zum Urteil erhoben. Der 64-Jährige ist demnach schuldig des einfachen Raubs und wird dafür mit einer bedingten Freiheitsstrafe von 14 Monaten bei einer Probezeit von drei Jahren bestraft. Ausserdem muss er die Verfahrenskosten von insgesamt rund 6224 Franken tragen und dem Denner-Satelliten die Deliktsumme von 420 Franken sowie eine Umtriebsentschädigung von 150 Franken inklusive Zinsen zahlen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.