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ERSTFELD: Die geplante Alpbachnutzung nimmt definitiv Fahrt auf

Die KW Erstfeldertal AG hat bei der Baudirektion Uri ein vollständiges Konzessionsgesuch zur Nutzung des Alpbachs eingereicht. Mitkonkurrenten haben nun 180 Tage Zeit, dies ebenfalls zu tun.
Bruno Arnold
Die Wasserkraftnutzung am Alpbach ist seit 2012 ein Dauerthema. Im Bild der Alpbach in Erstfeld (Bild: Urs Hanhart)

Die Wasserkraftnutzung am Alpbach ist seit 2012 ein Dauerthema. Im Bild der Alpbach in Erstfeld (Bild: Urs Hanhart)

Bei der Baudirektion Uri ist gemäss «Amtsblatt» vom Donnerstag, 29. März, ein Konzessionsgesuch zur Nutzung der Wasserkraft am Alpbach im Erstfeldertal eingegangen. Wie Baudirektor Roger Nager auf Anfrage unserer Zeitung bestätigte, handelt es sich dabei um ein Gesuch der KW Erstfeldertal AG. Deren gemeinsame Trägerschaft bilden das EW Altdorf, die Gemeindewerke Erstfeld, der Kanton Uri und die Korporation Uri. Die vier Partner haben Anfang März einen Projektvertrag unterzeichnet und wollen gemeinsam den Erhalt einer Konzession für die Wassernutzung des Alpbachs sowie eine Baubewilligung anstreben (siehe unsere Zeitung vom 8. März).

Die KW Erstfeldertal AG möchte das Wasser im Bereich Schopfen (730 Meter über Meer) fassen und im Gebiet Spätach (486 Meter über Meer) im westlichen Teil der Gemeinde Erstfeld wieder zurückgeben.

Gemäss Auskunft von Roger Nager erfüllt das eingereichte Gesuch die Vorgaben der kantonalen Gewässernutzungsverordnung. «Es weist keine formellen Mängel auf und ist vollständig, da es neben den Angaben zur Gesuchstellerin und zum Zweck der beantragten Konzession auch die weiteren Angaben enthält, die gemäss GNV verlangt werden.» Es sind dies unter anderem:

  • der vollständige Umweltverträglichkeitsbericht Stufe 1;
  • Beschreibung und Pläne der geplanten Anlagen, Bauten und Einrichtungen sowie den Betrieb der Anlage;
  • Angaben über das Gefälle, die Wassermenge, die zu gewinnende Kraft, die Art der Ausnützung und die Zweckbestimmung der erzeugten Energie;
  • der vollständige Restwasserbericht zur Überprüfung der Restwassermengen, die dem Projekt zugrunde liegen;
  • der Finanzierungsausweis und der Nachweis für das Vorhandensein einer genügenden Haftpflichtversicherung.

Allfällige Mitbewerber haben nun gemäss GNV 180 Tage respektive bis am 26. September Zeit, bei der Baudirektion Uri ebenfalls ein Gesuch für die Nutzung derselben Gewässerstrecke einzureichen. «Ich hoffe natürlich, dass allfällige weitere Gesuche möglichst bald respektive nach Möglichkeit nicht erst am letzten Tag bei uns eintreffen», hielt Nager fest. «Die zuständigen Amtsstellen möchten die Angaben in den Gesuchen sauber abklären und auch vergleichen können, damit der entsprechende Antrag an die Regierung respektive derjenige an den Landrat vorbereitet werden kann.»

Gemäss GNV ist bei der Konzessionsvergabe der Vorzug jenem Bewerber zu geben, «dessen Vorhaben dem öffentlichen Wohl in grösserem Masse dient oder, falls mehrere Vorhaben dem öffentlichen Wohl gleichermassen dienen, der Bewerberin oder dem Bewerber, durch deren oder dessen Vorhaben für die wirtschaftliche Ausnutzung des Gewässers am besten gesorgt ist».

Mit KW Alpbach AG wird verhandelt

Interesse an der Nutzung der Wasserkraft des Alpbachs hat auch die KW Alpbach AG rund um Verwaltungsratspräsident Paul Furrer aus Erstfeld. Wie weit das Gesuch der KW Alpbach AG fortgeschritten ist, wann es eingereicht wird oder ob von Seiten der KW Alpbach AG auf ein Konzessionsgesuch verzichtet wird, steht noch nicht fest. Furrer war am Karfreitag für eine Stellungnahme nicht erreichbar. Am 3. März hatte er unserer Zeitung gegenüber aber festgehalten: «Unsere AG muss das Kraftwerk nicht unbedingt selber bauen. Aber wir erwarten zumindest, dass man unserem Projekt unvoreingenommen die gleichen Chancen einräumt wie anderen Projekten. Wir wollen nur, dass man mit uns verhandelt und dass man auch prüft, ob man uns das Projekt oder Vorleistungen allenfalls abkaufen könnte.» Gemäss Recherchen unserer Zeitung laufen die von Furrer gewünschten Verhandlungen mit der AG Alpbach noch immer.

Konzession muss Ende 2018 vorliegen

Die Zeit für die Umsetzung eins Kraftwerkprojekts am Alpbach drängt aus folgendem Grund: Liegen bis Ende 2018 keine Konzessionsvergabe und keine Baubewilligung vor oder ist ein neues Werk nicht spätestens Ende 2020 am Netz, verfällt die Zusage für die Kostendeckende Einspeisevergütung (KEV) des Bundes. Ohne KEV ist das Werk aus heutiger Sicht nicht rentabel zu betreiben

Die Wasserkraftnutzung am Alpbach ist seit 2012 ein Dauerthema. Ende Januar 2018 sprach sich der Landrat für die Nutzung der «kleinen Stufe» aus, bei der das Wasser erst im Gebiet Schopfen gefasst wird. Auf eine Nutzung zwischen den höher gelegenen Gebieten Bodenberg und Schopfen, wo sich die Erstfelder Trinkwasserquellen befinden, wird aufgrund dieses Landratsentscheids verzichtet. Mit diesem «Kompromiss» hatte die Regierung in ihrem Antrag an das Kantonsparlament auf den Widerstand der Erstfelder Behörden und der Bevölkerung reagiert, die bei einer grossen Nutzung eine Beeinträchtigung der Trinkwasserquellen befürchteten.

Bruno Arnold

bruno.arnold@urnerzeitung.ch

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