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ERSTFELD: Doppelnutzung soll verhindert werden

Für den Gemeinderat Erstfeld hat der Erhalt der Trinkwasserquellen im Erstfeldertal nach wie vor höchste Priorität. Er hofft am 19. April auf die Unterstützung des Urner Landrats.
Quellwasser mündet in einen Brunnen. (Symbolbild) (Bild: Leserbild)

Quellwasser mündet in einen Brunnen. (Symbolbild) (Bild: Leserbild)

In einer Motion verlangt der Seedorfer SVP-Landrat Christian Arnold eine rasche Vorlage für eine Konzession zur Nutzung des Alpbachs mit der Priorität zur ­Variante Doppelnutzung Trinkwasser und Wasserkraft. Die Konzession sei dem Landrat bis Ende 2017 vorzulegen. Sollte das Projekt am Alpbach nicht umgesetzt werden können, müsse das Schutz- und Nutzungskonzept für erneuerbare Energien (Snee) angepasst werden.

Der Regierungsrat empfiehlt dem Landrat, die Motion an der Session vom 19. April als nicht erheblich zu erklären. «Die Umsetzung eines Kraftwerkprojekts am Alpbach dauert zwar noch längere Zeit», so die Regierung. Trotzdem wolle sie am Snee nichts ­ändern. Es sollen keine anderen Talschaften für die Wasserkraftnutzung freigegeben werden.

In einer gestern veröffentlichten Medienmitteilung spricht sich der Gemeinderat Erstfeld «weiterhin in aller Form gegen die geplante Doppelnutzung» aus. Damit trage er dem klaren Volkswillen der Erstfelder Rechnung. Diese hätten mit einer gemeindlichen Volksinitiative mit über 700 Unterschriften einen umfassenden Schutz sämtlicher Trinkwasserquellen verlangt. «In der Folge haben sich an der geheimen Abstimmung vom 8. März 2015 rund 95 Prozent der Erstfelder Bevölkerung für den umfassenden Erhalt der Trinkwasserquellen ausgesprochen. Das ist ein klares Verdikt!», schreibt der Gemeinderat.

Wille der Erstfelder würde missachtet

Gestützt darauf sei per Januar 2016 eine Verordnung zum Schutz von Trinkwasserquellen in Kraft gesetzt worden. «Mit der zurzeit diskutierten Doppelnutzung des Alpbachs würde der klare Wille der Erstfelder missachtet», betont der Gemeinderat. «Die Doppelnutzung bedeutet nämlich, dass die Trinkwasserquellen im Erstfeldertal nicht mehr ganzjährig für die Wasserversorgung genutzt werden können.» Im Sommerhalbjahr respektive während rund acht Monaten würde das Wasser des Alpbachs ab den Bodenbergen zur Kraftwerknutzung vorgesehen. Die drei Quellen Hellberg, Sagerberg und Schopfen könnten nur in den Wintermonaten zu Trinkwasserzwecken genutzt werden.

«Die Quellen im Erstfeldertal müssen quantitativ so erhalten werden, wie sie heute geschüttet werden und nicht wie vom Regierungsrat argumentiert, nur diejenige Wassermenge, welche heute von der Wasserversorgung benötigt wird», betont der Gemeinderat in der Mitteilung.

Am 19. April wird ein Postulat eingereicht

Für die Erstfelder geniesse der Erhalt der Trinkwasserquellen im Erstfeldertal höchste Priorität. «Diesen Volkswillen gilt es in der bevorstehenden Debatte im Landrat zu beachten», heisst es in der Mitteilung.

Der Gemeinderat unterstütze daher ein Postulat, das von den Erstfelder Landräten am 19. April eingereicht werde. Demnach soll die Regierung bei den weiteren Abklärungen betreffend Konzessionserteilung am Alpbach «ein auch für die Erstfelder Bevölkerung akzeptierbares Projekt favorisieren». Auf die Nutzung der für die Trinkwasserversorgung von Erstfeld wichtigen Quellen müsse verzichtet werden, ausser der Regierungsrat könne garantieren, dass diese weder in qualitativer noch quantitativer Hinsicht geschmälert würden. Gegenwärtig müsse der Gemeinderat davon ausgehen, dass ein Kraftwerk ab Bodenberge (obere Stufe) nicht realisierbar sei. «Sollten der Regierung andere Informationen vorliegen, dann würde es der Gemeinderat sehr begrüssen, wenn er darüber auch informiert würde», heisst es in der Mitteilung.

Gemeinderat appelliert an den Landrat

Der Gemeinderat appelliert an den Landrat, «den unmissverständlichen Volkswillen der Erstfelder ernst zu nehmen und zu respektieren». Auch mit einem Projekt Schopfen (untere Stufe) bleibe der Alpbach nach wie vor im Snee enthalten. (bar)

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